Buch "Erschaffungs der Welt"

Buch "Erschaffungs der Welt"

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Trilogie: "Erschaffung der Welt"

Autor: Arcady Petrov

Kapitel 7 und Kapitel 8 aus dem 1.Buch "Rette dich".

Kapitel 7

Mich beunruhigt immer mehr, was Lapschin macht. Der Prozess meiner Selbstentwicklung mit Hilfe des Bildschirmes des inneren Sehens hat mich zur Überzeugung gebracht, dass er tatsächlich nicht bluffte, als er über seine globalen Pläne sprach, die Steuerung der Erde in die Hand zu nehmen. Der Biocomputer ist wirklich eine sehr mächtige Waffe und auch eine Waffe Manipulationen. Jetzt wurde mir klar, warum er von allen, die nach seiner Methodik arbeiteten, so hartnäckig forderte, die Erscheinung der geistigen Vision mit dem nicht sehr passenden Begriff „Biocomputer“ zu bezeichnen.

Das Studium einiger Aspekte des psycholinguistischen Programmierens und die neurophysiologischen Forschungen der kontaktlosen, nichtsensorischen Wechselwirkungen der energie-informativen Beziehungen des Gehirns haben geholfen, sich in dieser komplizierten Frage zurechtzufinden. Diese wurden zunächst in der Akademie und dann im Zentrum der Bioinformationstechnologien durch die Laborleiterin des Forschungsinstitutes traditioneller Behandlungsmethoden von Gehirnerkrankungen, Olga Kokina, durchgeführt. Und das, was ich dem entnehmen konnte, hat mich erschreckt.

Der Mensch als physisches Objekt der Realität befindet sich heute in Bezug auf die äußeren globalen Einflüsse in der Position der Regulierungsinstanz. Das Zentrum der Orientierung in diesem Subjekt-Objekt-Phänomen stellt unser Bewusstsein dar. Eben das Bewusstsein bildet die Grundlage für und ist gleichzeitig der richtende Mechanismus der psychomentalen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wenn Sie Ihr Bewusstsein weiterentwickeln, indem Sie sich an hohen geistigen Werten orientieren, verstehen und akzeptieren, dass der Mensch wirklich nach dem Vor- und Ebenbild Gottes erschaffen wurde, so wählen Sie einen Weg.

Wenn Sie beginnen sich einer Autorität unterzuwerfen, Tag für Tag, Monat für Monat Ihr Bewusstsein als Biocomputer bezeichnen, so wird es eines Tages auch zu einem Biocomputer werden. Dann wird man nicht lange auf einen Könner warten müssen, der kommen und ihren „Biocomputer“ zur Steuerung an sein Bewusstsein anschließen wird. Sie werden nicht einmal bemerken oder verstehen, warum Menschen, die Ihnen früher nahe standen und angenehm waren, sich Ihnen plötzlich entfremden und wiederum andere einen unverhältnismäßig großen Platz in Ihrem Schicksal und Leben einnehmen. Und Sie werden ohne jeden Einwand dazu bereit sein, diesen Menschen alles zu geben, was sie sich nur wünschen. Sie werden nie verstehen, wie das „Anschließen“ geschehen ist, wie der unbewusste Kontakt aufgebaut wurde, in dem Ihnen die Rolle der Unterordnung und der Abhängigkeit zugeteilt wurde.

Ich schreibe das mit einem bitteren Gefühl der Scham und des Leides, da ich mich selbst in einem Lebensabschnitt der Hypnose äußerlich anständiger Hilfsprogramme für kranke Kinder, der Weiterentwicklung des Menschen, seines schöpferischen Potentials und vielem anderen, nicht entziehen konnte. Außerdem half ich diesen Programmierern aktiv, bis zum Gipfel der öffentlichen Aufmerksamkeit und des Erfolges vorzudringen. Ich möchte richtigstellen, dass ich nicht gegen die Entwicklung solcher Techniken bin, sondern ganz im Gegenteil – ich bin dafür. Für sehr wichtig halte ich aber eine bestimmte gesellschaftliche Kontrolle der ideologischen Komponente eines solchen Prozesses. Denn es betrifft uns alle, mehr noch – die zukünftige Menschheit.

Durch die Manipulation eines fremden Bewusstseins ist es ein Leichtes, beliebige Kanäle zu überdecken, die für den Eingang sicherer Informationen dienen. Der Mensch verliert die Möglichkeit die Welt durch seine Sinne adäquat wahrzunehmen. Zum Beispiel gefällt es ihm dann, krank zu sein. Er nimmt in diesem Fall die Unbequemlichkeit der Bettruhe in Kauf, um von seinen Verwandten und ihm nahestehenden Menschen umsorgt zu werden, nicht wissend, dass diese Gefühle des Mitleids für einige dunkle Wesen der feinstofflichen Welt ein gefundenes Fressen sind. Sie entziehen anderen Menschen eben mit Hilfe des Biocomputers (dann ist das wirklich kein Bewusstsein mehr) wichtige Gefühlskomponenten seiner Seele. Einige haben bereits von Energievampiren gehört, aber wie die meisten sagen würden: „Man darf doch nicht alles glauben“.

Früher bezeichnete man das als Teufelsbesessenheit. Jetzt herrscht eine andere Zeit, es wirken andere Kräfte. Sie sind wie eine Art Virus, der anstrebt, in unser Bewusstsein einzudringen, um es zu steuern und letztendlich zu zerstören. Sie haben äußerlich wissenschaftliche, modern klingende, aber nicht weniger gefährliche Begriffe erfunden. Einer davon, der „Biocomputer“. Bedenken Sie, wie viele Menschen in den letzten Jahren durch Computerspiele ihre Gesundheit verloren haben, sogar geisteskrank geworden sind. Ich spreche jetzt über den gewöhnlichen Computer. Aber der Biocomputer von Herrn Lapschin und der einfache Computer haben den gleichen Ursprung. Und dieser Ursprung befindet sich tief  unter der Erde, dort wo die zweite Sonne scheint – der Plasmakern des Planeten oder die feurige Hyäne.

Als sehr charakteristisches Beispiel für den negativen Einfluss des Computers auf den Menschen können die Worte des Akademiemitgliedes V. Gluschkow, des ehemaligen Vizepräsidenten der Akademie der Wissenschaften der Ukraine und ehemaligen Leiters des Instituts für Kybernetik AN USSR, angeführt werden. Er sagte, dass „die Möglichkeiten der Kybernetik und der Computer wahrhaftig grenzenlos seien. Bis zum Jahr 2020 wird der Mensch dem Computer nun auch sein Bewusstsein geben und sich dadurch praktisch unsterblich machen. Der Mensch wird beginnen zu fühlen, dass er er selbst ist und gleichzeitig eine Maschine. Es wird zu einer Bewusstseinsspaltung kommen“ (G. Maksimowitsch, „Gespräche mit dem Akademiemitglied V. Gluschkow“ M., „Molodaja Gwardija“, 1976).

Interessant ist auch, dass Herr Lapschin, auch in unseren Gesprächen, ständig dieses ukrainische Akademiemitglied zitierte. Es scheint, dass die Idee des Biocomputers eben hier entliehen wurde und nach einer gründlichen Überarbeitung in „Massenproduktion“ ging. Und das Rad begann sich zu drehen: „Im Laufe der elektronischen Zivilisation wird der höchste Verstand entstehen. Und dieser höchste Verstand wird jener Gott werden, der nicht nur einen Planeten, sondern das ganze Universum real steuern wird“ („Narodnaja Gaseta“, 11.07.95).

Und vor einigen Jahren sorgte eine  Erklärung des hervorragendsten Theoretikers der modernen Wissenschaft, Stephen William Hawking, in der wissenschaftlich-technischen und politischen Elite der führenden Länder für Erschütterung, dass nämlich der Homo sapiens in den nächsten dreißig Jahren, als die intellektuell beherrschende Art, aus der Zahl der Lebensformen unseres Planeten verschwinden wird. Seine Schlussfolgerungen gründeten sich auf der  Annahme, dass sich die Biosphäre der Erde, einschließlich des Menschen, bereits in einer Periode intensiver Anagenese befindet, das heißt, einer Periode des Erscheinens von Individuen und Populationen mit neuen Merkmalen.

Hawkings Annahme ist durchaus kein Tribut an das öffentliche Interesse für Schauermärchen. Im Verlauf der Evolution entstehen ständig verschiedene Disharmonien und Instabilitäten. Wenn sie nicht kompensiert werden, so stürzen die biosensorischen Systeme unvermeidlich ein und werden zu Bauschutt, aus dem dann die Fundamente neuer antichaotischer Systeme geschaffen werden.

Stephen Hawking hat nach der Analyse der Situation die Schlussfolgerung gezogen, dass eine Fortsetzung unserer Evolution nur dann möglich erscheint, wenn es aufgrund der Errungenschaften der Kybernetik, der Mikroelektronik und der Gentechnik gelingt, ein neues Wesen, den künstlich-unsterblichen Übermenschen zu konstruieren, der alle veralteten Formen des Lebens aus der neuen Subkultur verdrängen wird.

Es wird nicht einfach eine subjektive Zukunftsvision vorgeschlagen - es ist ein alternativloses, mathematisch geprüftes Ideal, in dessen Zentrum die Symbiose des Menschen und des Computers steht, als einheitlicher unsterblicher Organismus - der Herrscher über das Universum. Diese Tatsache gibt der Angelegenheit einen wichtigen sozialpolitischen Status, so dass der Vortrag von Stephen Hawking im Weißen Haus als das grundlegendste Endwicklungsprojekt zur technogenen Zivilisation im 21. Jahrhundert betrachtet wird.

Die Voraussage hat auch deshalb schockiert, weil sie von einem Menschen gemacht wurde, der im gewissen Maße bereits die künftigen Veränderungen verkörperte: Durch Krankheit gelähmt, hat Hawking sich praktisch mittels seines Supercomputers tatsächlich mit dem „denkenden Ozean“, dem Internet vereinigt, wo er seine eigene virtuelle Welt geschaffen hat.

Die Schlussfolgerungen des genialen, mit dem Computer verschmolzenen Gehirns über die Unabwendbarkeit des Erscheinens eines „künstlichen Supermenschen“ waren so überzeugend, dass die USA sofort begonnen haben eine Analyse sozial-ökonomischer Folgen dieses Prozesses durchzuführen und die Ausarbeitung eines neuen Konzeptes der zukünftigen Subkultur in Angriff genommen haben. 

Die Presse „erfreut“ uns schon mit Mitteilungen, dass bald ein Hightech-Helm für den Kontakt mit der virtuellen Welt des Internets auf den Markt kommen wird und ein Spezialkostüm, eine Art Raumanzug, der die Lebenstätigkeit des Organismus gewährleisten kann – es wird den Körper von Schweiß, Exkrementen, Spermien und weiblichen Absonderungen reinigen (kurz gesagt, von allen Abfällen, die das Leben in der „Virtualität“ begleiten werden).

In nicht so fernen Zeiten, so versprechen Computergenies, werden unsere Körper auf riesigen Felsen untergebracht, wo Maschinen ihre Lebenstätigkeit erhalten werden. Die Menschen werden sich in dieser Zeit in einem neuen von ihnen selbst gewählten Körper befinden, um in der virtuellen Welt, wie in der realen Welt zu leben. Dort wird man alles finden können, was man im Leben braucht: Liebe, Mord, Geld, Zigaretten, Whisky… Aber das Wichtigste ist, dass es dort reale Bilder der Städte und der Natur, der Gefühle, Gerüche usw. geben wird. Die virtuelle Welt wird die Materialisten blamieren: Alles wird sehr realistisch erscheinen, aber die Ereignisse werden sich nicht auf der Erdoberfläche abspielen, sondern nur in unserem Bewusstsein.

In der folgenden Etappe werden die Menschen lernen, sich aus phantastischen virtuellen Welten Realitäten zu erschaffen, die aus ihren Lieblingsromanen, Fantasy-, Action-Filmen, Horrorfilmen, Liebesgeschichten usw. entlehnt sind. Man wird sich nicht einfach eine kurze virtuelle Sitzung für eine Stunde oder ein Wochenende auswählen können, sondern eine, die das ganze LEBEN dauert, ein Leben nach eigenem Geschmack.

Und die virtuelle Realität wird helfen, das Problem der Unsterblichkeit zu lösen. Wenn der Mensch alle Möglichkeiten der Verjüngung ausschöpft, die ihm die Medizin der Zukunft gewähren kann, wird er sich einen virtuellen Körper auswählen, sich vom physischen Körper verabschieden und für immer in die neue Welt übergehen. Dort wird er so lange leben, solange der Computer und das Programm existieren, die diese Existenz unterstützen. In gewisser Weise wird die Situation jener ähneln, über die Okkultisten schon immer sprachen: Der Mensch wird nicht sterben, er wird aus einem Zustand in einen anderen transferieren. Aus der groben physischen Welt wird er in die feinstoffliche, unsichtbare Welt übergehen. Er wird es machen, ohne nachzudenken, und den Theoretikern bleibt die Aufgabe, herauszufinden, wie die virtuelle Welt und das Jenseits (astrale Welt) zueinander stehen. Ist es ein und dasselbe oder zwei unterschiedliche Sachen?

Eigentlich besteht die Frage darin, wie die Menschheit sich weiterentwickeln wird.

Der Menschen wird aller Wahrscheinlichkeit nach an den Straßenrand des Weges in die heile Zukunft gedrängt und was geschieht dann...

Im Übrigen ist leicht zu erraten, was dann geschehen wird. Konflikte der Menschen mit Robotern sind in vielen Fantasyromanen beschrieben. Erinnern Sie sich an die Geschichte des Diebes von Bagdad und seiner mehrhändigen mechanischen Puppe für den Sultan. Früher wurde so etwas als Märchen aufgefasst und jetzt teilt die amerikanische Zeitschrift „Future Sex“ mit, dass eine künstliche Frau geschaffen worden sei, mit der man reden und  sexuelle Spiele treiben  kann. Der Sexroboter kann sich alle Vorlieben und Launen seines Besitzers merken. Der Arbeitsspeicher des Hauptprogrammes beträgt 7 bis 10 Megabyte.

Die neuen Sexprogramme werden als ein sehr lukratives Geschäft betrachtet. Die Hersteller wollen die Einwände derer nicht hören, die meinen, dass diese gefährliche Neuheit die traditionellen Beziehungsgrundlagen zwischen Mann und Frau schnell zerstören wird. Einen furchtbareren Schlag gegen die Grundlage der menschlichen Gesellschaft, die Familie, kann man sich doch kaum vorstellen. Denn es wird der Selbstreproduktionsmechanismus des Lebens verletzt, der früher als störungsfrei galt.

Die Sexwelten - eine ausufernde Unterhaltungsindustrie in den reichen Ländern einerseits und der Absturz und die allumfassende Verwilderung in den armen Ländern andererseits, sind vollkommen wahrscheinliche Szenarien der Selbstvernichtung der Menschheit. Beunruhigend wirkt die zunehmende Häufigkeit der Nachrichten darüber, dass Computer immer öfter aus der Kontrolle geraten, sich eine neue, eigene Wirklichkeit schaffen, beginnen sich wie die Kipling-Katze („Die Katze, die für sich blieb“), die alleine spazieren geht, zu benehmen.

Heute dringen aber eben die Rechenmaschinen immer mehr in die Bereiche vor, wo wichtige Entscheidungen gefällt werden. Sogar die Steuerung nuklearer Sprengköpfen wird der Elektronik überlassen.

Wer weiß schon, wie sich die Halb-Mensch-Halb-Computer aufführen werden, die aus denen geschaffen wurden, die eine Aussicht auf Quasi-Unsterblichkeit fasziniert und auf wessen Seite sie in dem neuen historischen Widerstand stehen werden? Dass die Chancen der Menschen auf den Sieg in einer solchen Situation nicht sehr hoch stehen, ist offensichtlich. Aber die Dynamik der selbstständigen Weiterentwicklung treibt uns unerbittlich zur Bildung einer neuen Art, des technogenen Menschen. Die Vordenker in dieser Richtung meinen, dass eine Symbiose der Menschheit und des wissenschaftlich-technischen Fortschritts nur auf diese Weise möglich sei.

Die moderne „Frankenstein-Theorie“, nach Hawking, macht den Menschen eigentlich nur zu einer biologischen Komponente des neuen Computerprogramms der technischen Evolution. Nach Meinung von Andrej Platonow haben wir uns „die ewige Trennung von der glänzenden Kraft des Lebens“ selbst zugefügt. Produktionsstrukturen, wie Atomkraftwerke, Computersysteme, Roboter werden immer stärker komprimiert und durchorganisiert und entwickeln sich zu Superstrukturen, die ein technogenes Kollektivbewusstsein bilden eine eigene Qualität der Selbstentwicklung und Selbsterhaltung. Sie verwandeln sich in ein Superindividuum von planetarem Ausmaß. Der neue technogene, computerbasierte und unsterbliche Superorganismus entwickelt sich genau für diese Aufgabe.

Zurzeit konzentriert sich die westliche Wissenschaft vollständig auf phantastische Ereignisse aus dem eigenen Bereich. Es ist nachvollziehbar, was Hawking bewegt: Er will die „Entropie-Falle“ vermeiden, in der alle Bemühungen der Wissenschaftler im Labyrinth der Kommunikation hoffnungslos untergehen würden. Der Umfang des Wissens ist bereits so groß, dass seine Aneignung viel mehr Zeit erfordert, als dem Menschen zur Verfügung steht. Schon heute werden die Computer der nationalen amerikanischen Raumfahrtagentur NASA mit einer Verspätung von acht Jahren mit Informationen gefüttert. Eine solche Sachlage entzieht den Wissenschaftlern die Initiative, verwandelt den Schöpfer ins passive Objekt des technischen Supersystems.

Aber jede neue Technologie gestaltet nicht nur aktiv unser  Leben um, sondern auch die Weise, wie wir die Welt wahrnehmen.

Computer und Fernseher treten in der Rolle des Organisators eines glücklichen Konsumbewusstseins auf. Der „dumme Kasten für einen Idioten“ (nach einem passenden Ausdrucks eines Dichters) ist durchaus in der Lage, die Hauptkonturen der Realität zu ersetzen. Aber es ist sehr gefährlich, die Menschen auf eine solche Konsumentenweltanschauung vorzubereiten. Uns steht ein schwerer Existenzkampf bevor, in dessen Verlauf die Probleme gelöst werden, die mit den Veränderungen in der organischen Welt des Planeten zusammenhängen. Wir sollten uns den Sinn des Lebens und die innere Ausgeglichenheit zurückholen. Das Gehirn des Menschen hat unbeschränkte Möglichkeiten der Selbstentwicklung. Und es ist besser, die Bemühungen der Gesellschaft vorzugsweise in genau diese Richtung zu lenken.

* * *

 

Inzwischen hat der Kremlvulkan die nächste Portion Asche in den einheimischen Himmel hinausgeschleudert.

In meinem Berufszweig gab es wieder eine Revolution. Am 6. Juli 1999 ist die Verordnung des Präsidenten „über die Vervollkommnung der staatlichen Steuerung  auf dem Gebiet der Massenmedien und der Massenkommunikation“ erschienen; infolgedessen wurde der Verlag Goskompetschat (Staatliche Druckerei) abgeschafft. An seine Stelle trat das Ministerium der Russischen Föderation für Presse, Telerundfunk und Mittel der Massenkommunikation. Zum Minister wurde M. Lessin ernannt.

Alle drei Jahre wird diese Behörde mit einer manischen Hartnäckigkeit seitens des Staates umgestaltet: Mal wird aus „Komitee“ „Ministerium“ (zugunsten der Vereinigung mit dem Fernsehen), dann wieder das Gegenteil, und die Druckerzeugnisse werden wieder vom Fernsehen getrennt. Der erste Eindruck - derselbe Rechen, auf den man schon mehrmals getreten ist.

Dann kommen die Zweifel: Wer ist darauf getreten? All diese Umgestaltungen betreffen hauptsächlich die Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges. Denen, die sie beschließen, ist es in der Regel egal. Es erweist sich einfach als nützlich, für die Mannschaft, die ans Ruder kommt, hilft ihnen irgendwelche persönlichen Probleme zu lösen, wonach sie wieder spurlos im Nichts verschwinden.

Ich muss zugeben, dass die letzte Verwaltung des Goskompetschat, angeführt von Iwan Laptew, eine der Besten war. Vielleicht wurden deshalb fast alle Finanzierungsquellen eingefroren. Das Finanzendefizit wurde allerdings durch herzliche, freundschaftliche Beziehungen zu den Leitern der Unternehmen ausgeglichen, es wurde Verständnis für die schweren Arbeitsbedingungen gezeigt, die oftmals absichtlich vom Staat geschaffen wurden. Und es kostete auch nicht viel - nur Anteilnahme, Rat, Unterstützung.

Sofort nach Inkrafttreten der Verordnung bin ich zum stellvertretenden Vorsitzenden der Goskompetschat, Wladimir Scharkow gegangen, um die letzten Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen, die diese neue Umgestaltung betrafen. Ich habe ihn beim Packen angetroffen. Auf seinem Tisch türmten sich Büchern und Anderes. Überall standen Umzugskartons herum.

„Was  ist geschehen?“

Wladimir Scharkow lächelte verlegen.

„Das war´s, Arcady. Ich habe so viele Jahre in diesem Amt gearbeitet und habe nicht einmal ein „Danke“ bekommen. Meinem Sekretär wurde bereits heute Vormittag mitgeteilt, dass ich das Kabinett gegen Mittag geräumt haben sollte. Jetzt wirst du einen neuen Kurator bekommen Grigorjew. Der von „Wagrius“, der es auf den Direktorposten beim „Chudlit“ abgesehen hat. Du hattest ihn damals bei der Ausschreibung überholt. Verstehst du…

„Haben die sich denn noch nicht einmal mit ihnen getroffen, um alles zu besprechen? Sie sind doch der stellvertretende Minister!“

„Wer sind „die“? Wenn unser Staat mit den Hinterfüßen schlägt, so denkt er an die glänzende Zukunft und nicht ans Opfer.“, sagt Wladimir Scharkow ratlos. „Das ist doch die neue Pepsi-Generation. Sie haben keine Zeit zu reden. Sie haben die Wahl Jelzins gewährleistet und haben jetzt das Recht auf die Beraubung des in Ungnade gefallenen Bojaren… Sie sind in Eile, es gibt ja so viel, was man sich noch aneignen möchte. Es müssen Pläne ausgearbeitet werden, wie der föderale Buchdruck-Verlag am besten privatisiert werden könnte. Der juristische Hintergrund muss vorbereitet, die Mannschaft aufgestellt werden. Das Finanzministerium wird ihnen nichts abschlagen können. Man gehört ja schließlich zur Familie.“

„Und Iwan Dmitriewitsch?“

„Dasselbe. Er soll seinen Platz so schnell wie möglich räumen.

„Telefonisch?“

„Selbstverständlich. Die Burschen haben keinerlei Komplexe. Nur gut, dass er keinen Tritt in den Allerwertesten bekommen hat.“

Einige Wochen später bekam ich die Benachrichtigung aus dem Ministerium von der Kündigung meines Vertrages. Es wurde darauf verwiesen, dass die Kündigung „der Sicherstellung des normalen Organisationsablaufes“ diene. Mit diesem Brief wurde mir vorgeschlagen, die Pflichten des Direktors noch vorübergehend weiter zu erfüllen. Nach Monaten der „vorübergehenden Erfüllung“ war immer noch nichts passiert. Ich wurde nicht angerufen, nirgendwohin zitiert, niemand hat sich für mich interessiert.

Parallel zu diesen realen Ereignissen entwickelten sich andere, die man als virtuell bezeichnen könnte. Sie geschahen plötzlich und vermittelten ein so starkes Gefühl der Realität, als würde mir jemand gerade durch mein Bewusstsein heimlich etwas außerordentlich Wichtiges mitteilen wollen. Und es wurde mir immer bewusster, dass diese Visionen nicht zufällig geschahen, sondern dass sie wirklich auf eine unbegreifliche Weise zu meinem Schicksal, meinem Leben gehörten.

Es schien, dass mein Gehirn die neuen Kraftlinien der Raum- und Zeitkoordinaten resorbierte, sie entzifferte und sich dazu in seltsamen Bildern einer neu geschaffenen Welt äußerte. Man musste Mut fassen, um zu erkennen: Was für eine Welt das ist und zu welcher Zeit?

Trotz alledem arbeite ich sehr viel. Ich habe eine Idee, wie man mit Hilfe des Bildschirmes des inneren Sehens und der steuerbaren Hellsichtigkeit auf die energie-informative Matrix (den individuellen Plan, nach dem der Mensch geschaffen wurde) einwirken kann und so beliebige Krankheiten heilen könnte. Aber das ist nur der Anfang - es zeichnet sich bereits die Möglichkeit ab, Zellengewebe zu erneuern und sogar entfernte oder beschädigte Organe zu regenerieren. Es stellte sich heraus, mittels des Bildschirms des inneren Sehens, dass jedes Organ über besondere Zellen verfügt, die sogenannten „Führer“-Zellen. In ihnen sind Informationen zum ganzen Organ gespeichert, darüber, wo und wie jede Zelle angesiedelt sein soll, unabhängig davon, zu welchem allgemeinen System sie gehört. Diese besonderen Zellen wissen alles über die Funktion und Bestimmung der übrigen Schwester-Zellen. Und falls sie den Impuls zur Realisierung der Reservefunktionen bekommen, so treten sie ihre Arbeit an. Äußerlich ähnelt das der Teilung von Krebszellen, ich meine, im Hinblick auf die Geschwindigkeit; die Wiederaufbauprozesse verwirklichen nicht kranke, sondern gesunde Zellen. Ein wesentlicher Unterschied, nicht wahr?

Es ist bekannt, dass bei einigen Menschen, die hundert und älter werden, wieder Zähne wachsen. Auf dem Bildschirm des inneren Sehens ist es leicht zu verfolgen, wie in diesem Fall im Knochen die Zellen aufwachen, deren Kern die Informationen über die bevorstehende Rekonstruktion des Kausystems enthält. Die Zellen beginnen sich zu teilen und bilden wieder neue Schichten des Zahnschmelzes, des Dentins, der Pulpa und Zahnrinde, direkt vom Zahnhals an.

Natürlich ist das ein sehr ungefähres Schema. Ihre praktische Realisierung erfordert nicht nur die sichere Beherrschung der Technik der feinstofflichen Prozesse, sondern auch das Wichtigste – ein gutes Instrument. Und das Instrument ist in diesem Fall der Mensch, der in Jahren schwieriger Bewusstseinsarbeit nun im Stande ist seinem Bewusstsein den Zutritt zum Bewusstsein eines anderen Menschen zu gewähren, um damit zu arbeiten. Es ist eine große Verantwortung und jener, der sie übernimmt, muss seine oberflächlichen Wünsche bändigen, er ist verpflichtet, ständig nach Selbstvervollkommnung zu streben, in sich die Bereitschaft zur Selbstaufopferung für andere Menschen zu entwickeln. Erinnern sie sich, Jesus Christus half anderen Menschen, sich von ihren Leiden zu befreien und verwendete sehr vorsichtig das Wort „Wunder“. Er vollbrachte keine Wunder, sondern half Menschen. Weil ihn das Wort „Wunder“ sofort auf einen Sockel gestellt hätte. Und Gott auf einem Sockel ist schon ein Problem, ein großes Problem der Welt. Wozu etwas anstreben, etwas erreichen wollen? Gott wird schon sagen, was man tun muss. Wir werden uns um Ihn herum setzen, wir werden warten, was Er befiehlt.

Es scheint, dass die Hellsichtigkeit ein universeller Weg ist, einen uneingeschränkten Zugriff auf Informationen zu erhalten. Natürlich ist er fest mit dem Prozess der Selbstentwicklung verbunden. Wie oft habe ich schon das Regenerationsschema meiner Gallenblase erstellt. Sie wurde vor 10 Jahren wegen eines Gallensteinleidens entfernt. Zuerst fand die Arbeit auf der informativen Ebene statt. Ich brauchte Monate, bevor ich gelernt hatte, das informative Skelett des fehlenden Organs aufzubauen. Zwei Monate später gelang es mir, in diesem Skelett eine energetische Struktur zu starten. Voller Erstaunen kamen viele Hellseher zu mir: „Wie haben sie das gemacht?“ Das Organ selbst gab es noch nicht, aber gleichzeitig war es da und erfüllte bereits zwei seiner drei Hauptfunktionen.

Aber den Prozess der Zellteilung zu starten, den ich theoretisch beherrschte, gelang mir in der Praxis einfach nicht. Es fehlte immer etwas. Jenes, was fehlte, zeigte sich immer mehr, jedoch in strenger Übereinstimmung mit dem verborgenen Prozess der inneren Evolution. Als ob mich jemand necken wollte: Was du willst, ist schon nahe, arbeite aber noch ein bisschen an dir. Ich arbeitete. Und im Laufe der Arbeit bekam ich nicht nur Angenehmes zu sehen.

Ich wollte keine unheilverkündenden Voraussagen machen. Aber es ist wohl auch falsch, über solche offensichtlichen und bedrohlich nahen Probleme der Menschheit zu schweigen. Die Welt erwartet entweder einen Kollaps der gesamten Weltwirtschaft als Folge ökologischer Katastrophen oder eine Richtungsänderung der Entwicklung.

Zeitschriften schreiben darüber bereits. Hier ein Beispiel einer solchen Verallgemeinerung, die sich in Moskau als eine Art selbstveröffentlichtes Manuskript verbreitet hat:

„Das homöostatische Gleichgewicht ist gestört - das ist offensichtlich. Aber solange wir Debatten über ökologische Probleme führen, so lange werden wir die größte Gefahr nicht erkennen, die auf uns zukommt, nämlich die Unfähigkeit, mit der Energie und den Informationen zu arbeiten.

Die Menschheit hat einen ganz neuen Lebensraum geschaffen und nur wenige verstehen, in welcher Situation wir uns jetzt befinden. Wir verfügen über keinen Schutzmechanismus in Bezug auf den neuen superdynamischen Lebensraum und erweisen uns als Geiseln unserer eigenen Schöpfung.

Der Prozess wird wegen des Anstiegs neuer Probleme im Menschen erschwert: der Unfähigkeit zur Informationswahrnehmung notwendiger Qualität und Umfanges sowie der Entwicklung einer Technik mit einer hohen Organisationsebene, deren Zugang der Mehrheit der Bevölkerung Schwierigkeiten bereitet. Es wächst die Unvereinbarkeit der Menschheit und des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Es führt zur Anbahnung globaler Krisen, zu einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts von geistig Kranken, die kaum in der Lage sein werden, die Evolution des Menschen, als selbständige Art, fortzusetzten.“

Das Problem ist durchaus nicht erdacht. Ausnahmslos allen physischen Erscheinungen und Prozessen liegen allgegenwärtige informative Felder zugrunde. Und die Alternative zur technogenen Unsterblichkeit, die von Steven Hawking vorgeschlagen wurde, ist ganz klar die Unsterblichkeit, die mit der Fähigkeit des Menschen verbunden ist, seine biochemischen Prozesse mit Hilfe des Bewusstseins so zu steuern, dass ein Körper einer höheren Entwicklungsebene erschaffen wird.

 

* * *

 

Ich habe einen neuen Schüler - Igor Arepjew. Er ist irgendwie zufällig, auf eine seltsame, unbegreifliche Weise gekommen. Jedenfalls kann er es sich selbst nicht erklären. Was hat ihn, einen Bewohner der provinziellen Kreisstadt Trosna im Gebiet Orjol, plötzlich dazu bewogen, sein Haus, seine Arbeit in der Bezirksabteilung für innere Angelegenheiten aufzugeben? Denn er sollte buchstäblich zwei Wochen später das Amt des stellvertretenden Abteilungsleiters einnehmen und sein nächstes Offizierssternchen bekommen. Doch er entschloss sich plötzlich, sein Glück in Moskau zu suchen.

 

Einen formalen Anlass gab es aber doch. Ohne geht’s bekanntlich nicht, oder? Igors Vater (ich kannte ihn seit langem) half mir die elektrische Installation in meinem neuen Haus, was ich gerade baute, vorzunehmen. Er kam von Zeit zu Zeit vorbei und brachte, was er konnte, auf meiner langjährigen Baustelle, die sich wegen Mangels an Mitteln schon fast über zehn Jahre erstreckte, in Ordnung. Dieses Mal hat Igor entschieden, sich dem Vater anzuschließen. Sein Entschluss war weder logisch noch vernünftig: so einfach, die Arbeit hinzuwerfen und zum Geldverdienen nach Moskau zu fahren, zu einem Fremden, den man noch nie zuvor gesehen hat. Aber hier ist er. Hat gesagt, dass er seinem Vater helfen wolle. Und ging auch sofort an die Arbeit. Mit einer großen Hingabe, ohne Raucherpausen und müßige Gespräche. Also er hat einen guten Eindruck auf mich hinterlassen. Und ich weiß selbst nicht warum ich ihm eines Tages gesagt habe: „Es gibt da so eine Methodik: Wir öffnen uns den Zugang zur Hellsichtigkeit. Es ist die Tür in eine andere Welt, die wir in der Regel nicht sehen, aber diese Welt hat einen sehr starken Einfluss auf unsere Welt, was hier geschieht. Willst du diese Tür öffnen?“

Igor stimmte zu und wir fingen an zu arbeiten. Ich zeigte ihm zuerst eine Übung, dann eine zweite, eine dritte. Und er ging mit Ernsthaftigkeit an die Sache. An den Abenden, in seiner Freizeit, wiederholt und lernt er. Und es waren keine drei Wochen vergangen, als er plötzlich sagt:

„Arcady Petrov, bei ihnen hat sich eine Bandscheibe verschoben. Lassen sie mich das korrigieren.“

„Woher weißt du das?“

„Ich sehe es.“

„Hat sich bei dir der Bildschirm geöffnet?“

„Ja, schon vor einer Woche“, antwortet Igor, „ich habe mich ihm einfach angepasst. Jetzt sehe ich ihre Aura, ihre Organe und ihre Zellen. Lassen sie mich ihre Wirbelsäule richten und die Energie wiederherstellen.“

So hat es bei uns angefangen: Ich unterrichte ihn und er trainiert seine Kenntnisse an mir, mit einem Nutzen für meine Gesundheit. Und es ist rechtzeitig geschehen, fristgerecht, da die Umstände auf der Arbeit sich schon zu einem reinen Nervenkrieg entwickelt hatten.

Die neue Führung des Ministeriums hat sich erinnert, dass es höchste Zeit ist, sich mit etwas Großartigem, Historischem zu beschäftigen. Verschiedene Gedanken fingen an auf den stellvertretenden Minister Grigorjew einzuströmen: Wie könnte man den föderalen Geldfluss so steuern, dass das Geld rechtzeitig und auf einer von Grigorjew im Voraus selbst bestimmten Stelle ankommt? Wie könnte eine strukturelle Umgestaltung des Zweiges durchführt werden, damit an der Spitze ruhmreicher Verlage nur ihm persönlich nützliche Menschen stehen und andere ganz vom literarischen Olymp verschwinden? Und diese Gedanken waren durchaus logisch. Denn Grigorjew war immer noch Regent des Verlages „Wagrius“, auf dessen Emblem, dem Herrn geistig nahe, ein Esel prangte. Und seinen Esel soll man bekanntlich füttern. Und es würde außerdem nicht stören, jeden Konkurrenten im Voraus vom Markt zu entfernen. Vor einiger Zeit wurde eine föderale Kommission gegründet, die bestimmt, welche Buchverlagsprojekte finanziell unterstützt werden sollten. Dreimal wurde uns munter mitgeteilt, dass die Kommission die Finanzierung unserer Projekte bewilligt hat und dass unsere Projekte unter den Besten seien, wir wurden sehr gelobt. Aber? Dreimal hat der stellvertretende Minister Grigorjew eigenhändig „Chudlit“ aus der Liste gestrichen. Und das ein Jahr vor dem Jubiläum des Verlages, so zu sagen zu Ehren des 70jährigen Bestehens. 

Oder ist es eine Neuerung, die vorigen Verträge aller Direktoren der staatlichen Verlage zu annullieren und ein ganzes Jahr lang keine neuen abzuschließen? Sie waren einfach neugierig, ob das die Arbeitsproduktivität in den von ihnen geleiteten Verlagen positiv oder negativ beeinflussen würde. Einfach ein Experiment…

Und für die Dümmsten, die dem Gedankengang des neuen Verlagsmoguls auf keinen Fall folgen können, werden im Ministerium jede Woche neue Dekrete und Verordnungen erlassen. Und diese Dokumente wurden nicht einfach so zugestellt, sondern per Kurier, mit dem strengen Hinweis, dass die Antwort morgen zu erfolgen hat. Nach der Analyse ihrer Psychologen wird für einhundertzwanzig Dollar monatliches Gehalt kaum jemand einem solchen moralischen Druck standhalten können. Der ehrenwerte Direktor des größten Verlagshauses, übrigens ein korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, konnte die Zustände nicht länger ertragen und ist zu Grigorjew gegangen, um mit ihm darüber zu sprechen. Unser Esel-Liebhaber hat den verdienten Kulturschaffenden des Landes vier Stunden lang in seinem Vorzimmer warten lassen. Und hat ihm dann später einen fünfzehnminütigen Vortrag gehalten, wie man einen Verlag zu leiten hat. Der Vorlesung folgte ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass nämlich eine solche Offenbarung großes Geld kostet.

Das korrespondierende Mitglied hat aus lauter Verlegenheit angefangen zu stottern. Die Erkenntnis darüber, welcher „Riese des Gedankens“ gekommen war, um die Verlage Russlands zu steuern, trieb ihm die Blässe ins Gesicht und er fragte leise:

„Geld, versteht sich, wollen sie es im Voraus?“

So sind die Heilfähigkeiten meines neuen Schülers rechtzeitig gekommen. Und wenn die ministerielle Zumutung im Laufe eines Tages meinem Nervenkostüm zugesetzt hatte, stellte Igor Arepjew es am Abend wieder her. Wobei es ihm von Tag zu Tag immer besser gelang. Man konnte buchstäblich dabei zusehen, wie er in nur einigen Wochen seine Ausbildung absolvierte, wofür andere Jahre brauchen, und zu einem herausragenden Medium wurde.

 

Kaum hatten wir angefangen zusammen zu arbeiten, als auch schon die ersten Wunder geschahen. Wir saßen in meinem Haus im Kabinett im zweiten Stockwerk. Es ist der angenehmste Platz für diese Beschäftigung: Über uns ist eine Kuppel, deren Geometrie einen steigenden energetischen Strom bildet, wie in der Kirche. Diesmal wollte ich mit Igor das Programm der Farbvisualisierung von Formen durchnehmen. Im Übrigen ist es keine komplizierte Aufgabe: Wir schalten den Bildschirm des inneren Sehens an und auf mein Zeichen stellen wir uns verschiedene Bilder vor. Wir erhalten so etwas wie ein Kino. Man kann in einem Raumschiff in den Kosmos fliegen, man kann auf den Mount Everest steigen. Aber diesmal kam ein Anderer, um uns zu leiten. Wir haben die Bildschirme eingeschaltet und sind kaum dazu gekommen, ein Wort zu sagen, als sich plötzlich alles verwandelte. Ich sehe Igor an und traue meinen Augen nicht: Er trägt ein Kettenhemd und einen Helm. Auf dem Rücken ein roter Umhang, im Gürtel ein Schwert, in der Hand ein Speer. Und das Gewand war nicht wie bei einem gewöhnlichen Ritter. Ein Rubin auf dem Helm - was allein der schon kostet. Ein wahrer Fürst.

Igor starrt mich an. Man kann ihm seine starke Verlegenheit ansehen.

„Was ist geschehen?“, frage ich besorgt, dabei habe ich schon erraten, dass auch meine äußere Gestalt Veränderungen erfahren hat. Igor antwortet nicht, sondern stellt eine Gegenfrage.

„Hast du das gemacht?“

„Was?“

„Also das - mit mir und mit dir?“

„Nein“, gestehe ich ehrlich ein, obwohl es für eine Minute schmeichelhaft gewesen wäre, sich als Zauberer zu fühlen.“

„Weißt du, wer du jetzt bist?“ Mit offenbarer Aufregung in der Stimme verschärft mein Freund die emotionale Komponente der Situation.

„Auch ein Kämpfer?“, versuche ich zu erraten.

„Nein“, verneint Igor und ist mit der Notwendigkeit konfrontiert, mir die tatsächliche Sachlage vor Augen zu führen. „Du bist jetzt ein Pferd mit Flügeln.“

„Pegasus etwa?“, rate ich.

„Kann sein“, stimmt mit einigem Anteil Zweifel der neue Fürst Igor zu. „Es ist weiß, mit großen Flügeln. Auf der Stirn hast du einen kostbaren Stein. Aus ihm heraus glänzen Strahlen. Fühlst du etwa nicht, dass du ein Pferd geworden bist?“

Ich drehe mich um mich herum, versuche das Äußere meiner neuen feinstofflichen Konstruktion zu betrachten. Der erste Gedanke, als ich die Hufe, den Schweif und die Flügel sehe, ist bitter: „Warum?“

Ich war ein Mensch. Habe niemandem etwas Schlechtes getan. Arbeitete bis zum Umfallen. Was ist geschehen? Igor ist ein Fürst und ich ein Pegasus? Ein Mittel für die Fortbewegung, ein Hilfstransportmittel aus Fleisch und Blut? Nur eine Freude: Es gibt einen Rubin in der Stirn. So etwas passiert nicht einfach so. Vielleicht verstehe ich etwas nicht und bin voreilig in meinen Schlussfolgerungen?

Plötzlich fällt ein Strahl vom Himmel und eine mächtige, befehlende Stimme ertönt:

„Folgt dem Strahl.“

Igor sieht mich an. Ich verstehe seine stumme Frage. Ich stimme zu:

„Setze dich, wenn man schon so entschieden hat.“

Igor versucht auf meinen Rücken zu kommen. Und hat es nach einigen Schwierigkeiten geschafft. Er kommt vielleicht aus der Provinz, ist früher aber scheinbar weder auf den Orlower Trabern, noch auf einem gewöhnlichen Dorf-Gaul geritten. Deshalb bemühe ich mich, mich vorsichtig zu bewegen, damit er nicht aus Versehen stürzt. Ich fliege hinter dem Strahl nach oben. Die Flügel habe ich aufgeschwungen, mit den Hufen stoße ich mich ein wenig von den Wolken ab und wie ein Vogel fliege ich, immer höher und höher. Wobei ich bemerke, dass ich schneller als ein Flugzeug fliege. Mit einer sehr hohen Geschwindigkeit. Ein Sprung und Häuser unter mir sind wie kleine Steine, noch einer - und sie sind ganz verschwunden. Nur Felder und Wälder kann man aus dieser Höhe erkennen.

 

Wir sind hinter dem Strahl viel höher hinaufgestiegen, als Flugzeuge fliegen können. Er hat uns zu einem seltsamen Bogen gebracht. Ein Eingang dorthin, wo wir nie zuvor waren. Wir fühlen, dass wir hineingehen sollten. Seltsamerweise, natürlich in Raum, und darin ist der Bogen kaum sichtbar. Wir sind jedoch hineingegangen.

Der Ort, an dem wir uns wiedergefunden haben, ähnelte einem senkrechten Tunnel oder einem Schacht. Von innen ist er silbern. Im Zentrum gibt es einen Strahl, der uns wie der Ariadnefaden führt. Ich reite ihm nach oben hinterher. Seitlich gibt es irgendwelche Ebenen, so etwas wie Stockwerke. Den Eingang zu ihnen verschließt ein Tor. Rechts und links sind Tore. Ich zähle die Ebenen: eins, zwei, fünf, neun. Wie aus einem Märchen, also lügen Märchen nicht. Rechts, links und in der Mitte sind drei Räume. Wir multiplizieren es mit neun Ebenen - was erhalten wir? Rechts sitzt ein junger Mann im weißen Leinenhemd, sieht uns freundlich an und lässt weiße Tauben los. Die Tauben fliegen nach oben, dem Strahl hinterher. Und unter ihnen ist plötzlich aus dem Nichts heraus eine Armee erschienen. In Reih und Glied, Kavallerie und Infanterie. Und die Armee wird von einem Reiter angeführt, der auf einem geflügelten Pferd sitzt. Wir haben uns das Ganze genauer angeschaut und begriffen - das sind doch wir, die das himmlische Heer anführen. Warum, wofür solch eine Ehre? Ich habe sofort alle Fragen, anlässlich meiner vierfüßigen Lage, vergessen. Ein Gefühl des Stolzes, des Auserwähltseins hat angefangen mich einzunehmen.

Im Kopf ertönte jemandes Stimme wie ein Dämpfer der neuen herzlichen Aufregungen: „Man kann Stolz empfinden, aber  man darf sich nicht brüsten.“

Die Armee ist an uns vorübergegangen und verschwand. Und der junge Mann mit den Tauben ist auch verschwunden. Wohin jetzt? Und Igor stöhnt:

„Die Energien wiegen schwer auf mir, lass uns umkehren.“

Seltsamerweise fühle ich mich auf diesen Ebenen gut, als ob ich hier früher schon einmal gewesen wäre. Mir kommt hier alles sehr bekannt vor. Aber wenn es Igor schlecht geht, sollte wir lieber zurückkehren. Wir sinken. Wir gehen aus dem Bogen hinaus. Ich sehe mich um. Neben dem Eingang brennen in rotem Neonlicht Familiennamen irgendwelcher Menschen. Wahrscheinlich derer, die vor uns hier gewesen sind. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen. Habe aus dem Rubin auf meiner Stirn einen roten Strahl ausgesandt und mit Buchstaben, kilometerweiter Größe, meinen Vor- und Nachnamen eingraviert. Die Schrift ist im Himmel unbeweglich erstarrt.

„Was denkst du, wird es in Tibet zu sehen sein?“, frage ich Igor.

Er äußert sich mit kaum hörbarer Stimme:

„Ja, wird es. Flieg mich schnell nach Hause. Mir geht’s nicht gut.“

 

* * *

 

Unerwartet kam die Einladung von Lapschin: sich zu treffen und zu versöhnen. Es gab einen Anlass für das Treffen: In Moskau, unweit von der Metrostation Malenkowskaja, wurde der globale Klub Lapschins eröffnet. Die Einladung hat, wie üblicherweise in solchen Fällen, Professor Bereschnoj überbracht. Die verhärteten Fronten zweier Hauptgründer der Akademie schienen ihm aufs Gemüt zu schlagen und so hat er mit Enthusiasmus die Rolle des Friedensstifters übernommen. Er wollte mir in einem langen, methodischen und durchaus verständlichen Vortrag beweisen, dass wenn ich mit etwas nicht einverstanden bin, ich es innerhalb der Akademie klären könnte und nicht ganz Moskau unsere gegenseitige Missgunst demonstrieren sollte.

 

„Schließlich ist das ganze Präsidium der Akademie auf deiner Seite“, versuchte er mich zu überzeugen. „Lass uns doch zusammenkommen, seinen Bericht anhören, ihm unsere Ansprüche anmelden, ihn in seiner Entscheidungsfreiheit einschränken. Er wird sich unterwerfen müssen.“

„Aber du weißt doch, welchen Unsinn er in Hinblick auf seine Mission, die Erde zu steuern, erzählt“, habe ich ihm widersprochen. „Es ist eine ausgemachte Sauerei.“

„Also, wieder die gleiche Leier, über das Gute und das Übel, über die Finsternis und das Licht“, sagt mir Anatolij verärgert. „Verstehe doch, wenn der Schöpfer sowohl das Eine als auch das Andere geschaffen hat, so bedeutet das, dass er seine unbekannten Gründe hatte. Man darf es nicht so emotional nehmen. Es ist doch eine Konstruktion des universellen Mechanismus. Ein Pluspol kann ohne Minuspol keinen Strom erzeugen. Denn das Feuer wird vom Zusammenstoß der Gegenteile erzeugt.“

„Ich verstehe“, muss ich zustimmen, in mir das tiefe Gefühl der Missgunst gegenüber Wjatscheslaw überwindend. Aber einen Augenblick später bringe ich wieder neue Argumente gegen ihn an: „Gerade weil das Böse nicht die Oberhand gewonnen hat, kann man sagen, benimmt es sich adäquat, passt seine Absichten an die Stärke des Widerstandes an. Und wenn es keine Widerstände geben wird, wird das Böse seine Anpassung schnell über Bord werfen.“

„Dann bau einen Widerstand auf, wer verbietet es dir?“, lächelte Bereschnoj wie eine alte weise Schlange.

„Das mache ich. Habe mein eigenes Zentrum geschaffen. Wir öffnen das innere Sehen und machen dadurch die Menschen mächtig genug, um den Machenschaften des Übels entgegenzutreten. Wenn sie zu einem System angeschlossen werden, so kann ihnen niemand Schaden zufügen. Außerdem werden sie selbst zu einer vollkommen reale Kraft, um jedem Übel aktiv zu begegnen.“

„Vielleicht sollten wir versuchen, es innerhalb der Akademie zu machen?“, bietet Bereschnoj an. „So zu sagen auf der ersten Verteidigungsfront. Vielleicht ist Lapschin gar nicht so ein übler Mensch, wie es dir scheint. Er ruft dich doch zu einem Treffen. Das bedeutet, dass ihm der Streit keine Ruhe lässt. Vielleicht findet in seinem Inneren auch ein kleiner Krieg statt und das Gute siegt? Hast du daran nicht gedacht?“

Wie kann man da noch widersprechen? Theoretisch ist so etwas möglich. Ob sich das im Leben ergeben wird, weiß nur Gott.

Der globale Klub Lapschins hat sich in zwei kleinen Zimmern eines werkseigenen Kulturhauses eingerichtet. Für die feierliche Eröffnungsveranstaltung wurden der Saal und das Foyer zur Verfügung gestellt.

Faxe, die in hunderte von Organisationen ausgesandt wurden, versprachen eine Demonstration der Phänomene, eine Vorführung des virtuellen Zirkus, versprachen auch das Geheimnis des Sehens mittels des Biocomputers (sie setzten es nach dem Beharren Lapschins hartnäckig fort, die Hellsichtigkeit so zu nennen) durch eine Reihe angesehener Gelehrter näher zu erläutern. Am Ende ein großer Andrang von Menschen. Die Presse und das Fernsehen gaben dem Ereignis den Glanz, der einer angestrebten planetarischen Solidität gebührt.

Im Saal hat uns ein Weggefährte Lapschins empfangen, der 16jährige Junge Kirill. Ein seltsamer Junge. Wir haben uns früher schon mal getroffen und wenn er anfing zu sprechen, so blieb nichts anderes übrig, als zuzuhören. Nicht, weil man ihn nicht unterbrechen konnte. Einfach deshalb, weil er Dinge sagte, die in keinem Buch geschrieben stehen. Sein Wissen und die Redekunst übertrafen offenbar die Möglichkeiten des Präsidenten der Akademie, aber er bevorzugte es, sich im Hintergrund zu halten und war auch nicht auf irgendwelche administrativen Ämter aus. Und das ganz und gar nicht wegen seines Alters. Schließlich wusste und verstand er wirklich mehr als jedes Mitglied der Akademie. Er wollte es einfach so. Und wenn er etwas wollte, so ergab sich das auch.

Als er uns sah, entstand ein großes Lächeln auf seinem Gesicht.

„Für sie hat Wjatscheslaw Lapschin Plätze in der Mitte der ersten Reihe freigehalten. Ehrenplätze“, hat er bedeutsam betont. „Gehen wir, ich werde sie hinführen.“

 

Die Bühne schmückte ein riesiges Transparent „Der globale Klub Lapschins“. Der globale Lapschin saß darunter, umgeben von neuen Aktivisten und Verehrern. Sein Gesicht trug einen sehr strengen und bedeutsamen Ausdruck. Er hat starr die Stuhlreihen des Saales betrachtet, sah uns mit Anatolij und hat kaum merklich mit dem Kopf genickt. Er billigte also sozusagen meine Anwesenheit. Und sein zäher Blick galt wieder den Gesichtern der Menschen, die den Saal ausfüllten.

Es traten Vertreter verschiedener akademischer Filialen, Wissenschaftler, Pädagogen auf. Alle sprachen von der Genialität Lapschins, darüber, welchen großen Beitrag seine Methodik für die Entwicklung des Menschen des neuen Jahrtausends leistete.

Und später, nach allen Reden über das weltweite Ereignis, das bald, auf jeden Fall, den Lauf der weltweiten Geschichte beeinflussen wird, wurde Anatolij und ich in ein Zimmer hinter der Bühne geladen, wo uns auch bald der Präsident der Akademie in Umgebung seiner Kampfgenossen Gesellschaft leistete.

Er war in bester Laune und scheinbar darauf eingestimmt, den verlorenen Sohn, das heißt mich, öffentlich in die Umarmungen der neuen glücklichen Ordnung der Dinge, die er auf diesem Planeten verkörperte, zu schließen.

„Also, lass uns einander die Hände reichen“, bot Lapschin an. Es in diesem Moment abzulehnen, erschien irgendwie unpassend. Das Programm für Kinder von sieben bis siebzig Jahren hat sogar auf mich eine Wirkung gezeigt. Kann es vielleicht wahr sein, dass die napoleonischen Ambitionen Lapschins ein nicht zu hoher Preis dafür sind, dass diese talentierten Kinder so glücklich sein können?

 

* * *

 

Kurz vor dem Jahr 2000 ist Boris Orlow zu mir nach Hause gekommen. Wie immer spät. Sein Gesicht dunkel, entkräftet. Es war ihm anzusehen, dass er wohl keine zwei, drei Tage am Stück durchgeschlafen hat. Seine Augen waren tief eingefallen, man konnte die Trauer und die Hoffnungslosigkeit, die sich in ihnen zeigte, nicht übersehen. Ich habe sofort verstanden: etwas Schlimmes musste geschehen sein.

Wir sind ins Haus gegangen. Boris war nicht alleine, mit ihm war sein Freund Edik Grischenko. In letzter Zeit arbeiteten sie zusammen und kamen häufig zu zweit bei mir vorbei, um über, für sie neue, esoterische Materien zu reden. Dieses Thema beschäftigte besonders Edik. Er war Sportler, ein Karate-Kämpfer, und geheimes Wissen war seiner Bestimmung nach das Objekt seiner Aufmerksamkeit. Besonders das astrale Karate. Er war bereit stundenlang über dieses Thema zu reden, nicht bemerkend, dass die Zeiger auf der Uhr schon weit nach Mitternacht zeigten. Im Übrigen bemerkte auch ich nicht immer wie die Zeit verging: Beide waren sehr interessante Gesprächspartner. Sie wissen viel, verstehen viel, sind ständig im Bilde über alle Neuheiten. Im Allgemeinen war ein Gespräch mit ihnen – immer ein Vergnügen.

Aber dieses Mal hat sie nicht der freundschaftliche Wunsch zu diskutieren, zu mir gebracht, sondern ein ernsthaftes Problem. Und es schien, dass sie schon wussten, wie sie die Sache am besten darlegen sollten.

Wir sind in die Küche gegangen. Ein gewöhnliches Ambiente: Tee und eine Schale mit Keksen. Diesen unermüdlichen Arbeitsmenschen ersetzt der Jeep, mit allen Bequemlichkeiten, das Haus, und sie haben wahrscheinlich nicht mal eine Pause gemacht um eine Kleinigkeit zu essen.

„Arcady“,  hat Boris mit einem seltsamen, strengen, fast offiziellen Ton begonnen zu sprechen. „Ein Freund von Edik und mir, den wir noch aus Taschkent kennen, ein Mitglied unserer Mannschaft, im Grunde genommen unser Bruder, hatte einen Autounfall. Er wurde beim Zusammenstoß der Wagen förmlich zerdrückt. Die Ärzte haben keine Hoffnung.

Jetzt ist er auf der Intensivstation des Botkinsker Krankenhauses. Und wir haben verboten, die Geräte der Lebenserhaltung abzuschalten. Es ist so: Wenn das, was uns über deine Möglichkeiten bekannt ist, auch in diesem Fall funktioniert, so stehen wir für den Rest unseres Lebens in deiner Schuld. Bitte rette Denis. Alles, was du dafür brauchst, werden wir dir  zur Verfügung stellen. Du trägst keine Verantwortung, wenn etwas nicht gelingen sollte. Wir verstehen, dass man nach der Einschätzung der Ärzte nur auf ein Wunder hoffen kann.

„Was ist mit ihm? Und wenn möglich, beschreibt mir das bitte ausführlich.“

„Es ist einfacher aufzuzählen, was nicht beschädigt ist“, seufzt Boris und beginnt aufzuzählen: „Die Leber ist in einem sehr schlechten Zustand, die Nieren arbeiten fast nicht, die Rippen sind gebrochen, die Därme sind auch gerissen. Sie wurden ein wenig repariert, aber es gibt sehr viele innere Blutungen. Die Ärzte sagen, dass sie nicht täglich zehn Operationen an einem Menschen durchführen können, um mit den Folgen dieser Blutungen fertigzuwerden. Unter diesen Bedingungen, wenn sich die Chemie des Blutes verändert, werden die Därme einfach verfaulen und den ganzen Organismus vergiften. Noch ein sehr ernstes Hämatom gibt es wegen des Schädelhirntraumas. Und die Kehle ist von Glas durchschnitten.

Sie haben sieben Gründe aufgezählt, nach denen Denis eigentlich auf dem Friedhof liegen sollte, und keinen einzigen dafür, dass er leben könnte.

„Lass morgen früh einen Wagen kommen“, stimme ich zu. In meinem Kopf gibt es keinen einzigen Zweifel, ob ich das tun sollte. Mich hat ein Freund um Hilfe gebeten und ich werde alles versuchen, was in meiner Macht steht. Nicht deshalb, weil ich in dieser extremen Situation die neue Technik erproben will. Nein. Einfach weil mein Leben, alles was ich erlebt und erlitten habe, mich zu einer Reihe von Überzeugungen geführt hat. Die Wichtigste ist: Einem Freund, besonders wenn er in Not ist, niemals die Hilfe verwehren. Meine Aufgabe ist zu helfen. Selbst wenn es scheint, dass es vergeblich sein wird, sollte man dennoch versuchen, alles Mögliche daran zu setzten, nahestehende Menschen, die auf deine Hilfe angewiesen sind, nicht zu enttäuschen.

Am nächsten Tag habe ich zwei Mädchen aus der Puschkin-Filiale des Zentrums mitgenommen. Sie wohnten in benachbarten Häusern und es war bequem aus ihnen eine Rettungsmannschaft zu bilden. Edik und Boris kamen pünktlich um 9 Uhr, obwohl sie mein Haus erst um drei Uhr nachts verlassen hatten.

Wir jagen in das Botkinsker Krankenhaus. Beim Eingang der Reanimationsabteilung stehen mehrere Wagen. Es sind Freunde und Partner von Edik und Boris. Sie warten auf unsere Ankunft. Einige waren die ganze Nacht hier.

Wir gehen auf die Station. Der Arzt, der Denis operiert hat, wirkt verdutzt. Er versteht nicht, was ein Akademiker eines anderen Wissensgebietes ausrichten kann, wenn es sich um das Schicksal eines Menschen handelt, der tatsächlich schon zum Tode verurteilt wurde. Trotzdem gibt er uns Krankenhauskittel und erlaubt, ein bis zwei Minuten am Bett des Kranken zu verweilen. Ein schrecklicher Anblick. Ich habe Angst um die Mädchen: Ist es für sie nicht furchtbar, das anzusehen? Nein, sie halten sich tapfer. Die Stimmung ist gut, sie denken an die Arbeit.

Wir gehen aus dem Zimmer hinaus, wieder nach unten. Der Arzt begleitet uns. Boris hat ihn gebeten, nach Möglichkeit, den Hellseherinnen Hilfestellung zu leisten. Die Hellseherinnen sind unsere Mädchen, so nennt Boris sie.

Wir setzen uns in den Jeep. Die „Hellseherinnen“ ziehen eine Binde über die Augen, wir beginnen mit der Arbeit.

Wir betrachten die Energetik. Das Herz-Chakra ist geschlossen. Die anderen arbeiten kaum noch außer der Muladhara im unteren Dreieck der Kräfte. Sie ist rot und nach wie vor aktiv. Alles ist auf sie konzentriert. Über dem Kopf gibt es ein fliederfarbenes Leuchten, das heißt die Energetik hat sich vollständig auf das Astral-Niveau umgeschaltet.

Die Mädchen sehen mit dem inneren Blick und erzählen mir, was sie sehen. Der Arzt hört von Chakren, Energetik. Er erträgt es nicht. Ihn interessiert nur das Soma (der physische Körper).

„Ich weiß nicht, was sie da machen, ich weiß nicht, wie es Denis helfen soll. Aber wenn sie wirklich Zauberer sind, schließlich wurden sie hierher gebeten“, sprach er taktvoll, aber mit offensichtlichen Andeutung darauf, dass man ihn einer absurden Veranstaltung aussetzt, „versuchen sie die Arbeit der Leber zu normalisieren. Wenn man es in den nächsten zwei bis drei Tagen nicht schafft, wird er sterben.“

„Dann“, fuhr der Arzt fort, „muss die Funktion wenigstens einer Niere wiederhergestellt werden. Uns gelingt es nicht. Wir haben keine Zeit. Weiter: der Dickdarm und Zwölffingerdarm. Dort gibt es Hämatome. Genauer gesagt, beide Organe sind ein einziges Hämatom. Ich ergänze: Wenn die Hämatome nicht aufgelöst werden, wird er sterben. Die Lunge ist in einer kritischen Verfassung – dort beginnt eine Entzündung des Herzen. Und es gibt noch ein sehr gefährliches Hämatom im Kopf. So sieht das Programm der Rettung aus. Wenn sie wirklich der Meinung sind, dass sie ihn retten können, wenn sie wirklich verstehen, was sie da machen, so werde ich es nicht wagen, sie dabei zu stören.“ Mit den letzten Worten hat der Arzt die Tür des Wagens geöffnet und ist ausgestiegen.

Es war ganz offensichtlich, dass er vom ganzen Gesehenen außerordentlich entmutigt wurde. Er konnte einfach nicht verstehen, wie normale Menschen sich mit solchen Dummheiten beschäftigen können. Dass an der Sache ein Akademiker teilnahm, gab der Prozedur ganz und gar einen schizophrenen Charakter. Hellsichtige Mädchen mit Binden vor den Augen, die angeblich Organe eines Menschen betrachten, der sich hinter dicken Wänden der Reanimationsabteilung befindet... In der benachbarten psychiatrischen Abteilung gab es ähnliche Typen. Und warum stehen neben ihnen normale erwachsene Menschen, die bei diesem Zirkus vollkommen ruhig bleiben? Auch noch ein Akademiker, der Dokumente vorlegte, deren Authentizität unmöglich angezweifelt werden kann, und der vor einer halben Stunde mit seinem Buch „Der Schlüssel zum Superbewusstsein“ ankam. Wie soll man das verstehen? Vielleicht sind in der Wissenschaft wirklich revolutionäre Veränderungen eingetreten, die er übersehen hatte? Denn die Zeitungen sind ja voll von Berichten über Psychoeinwirkungen, die aus der Ferne vorgenommen werden. Wer weiß schon - vielleicht ist da ein Fünkchen Wahrheit dran?

All diese Zweifel standen in seinem Gesicht geschrieben. Außerdem war es nicht schwer, sie in seinem Bewusstsein zu lesen.

Er ist weggegangen, doch die Mädchen haben ihre Arbeit fortgesetzt. Sie verstanden natürlich nichts von Medizin. Dafür wusste ihr geheimnisvoller Helfer alles: wie die Zelle (die komplizierteste biologische Konstruktion des menschlichen Organismus) aufgebaut ist, wie man durch ihre Manipulation einen Regenerationsmechanismus starten kann, wie man ihre Ressource wiederherstellen kann, wie man die negativen Einwirkungen entfernen kann, wie man das informative Programm der Lebenserhaltung korrigieren kann. Und vieles, vieles mehr.

Die Mädchen sehen durch den Bildschirm des inneren Sehens das ganze erschreckende Bild der Zerstörung innerhalb des Körpers von Denis. Leber, Niere, Darm, gebrochene Rippen,  Ödeme in den Lungen, die bald eine Entzündung hervorrufen werden, sie sehen weiße Behälter vom Hals bis zum Gehirn. Letzteres beunruhigt sie besonders. Die Zellen bekommen wegen der Verletzung der Kapillargefäße keine Nahrung. Sie sterben. Hinter der Kontur des Körpers von Denis gibt es zwei Schatten: einen weißen, wie ein unscharfes Bild eines Mensch und einen schwarzen. Der zweite Schatten, rechts, befindet sich ein bisschen höher als der andere. Er deutet auf den Prozess der Dekonstruktion der energetischen Systeme des Organismus, sie werden vom Strom getrennt, die Feldern der Ernährung und die Steuerungsstrukturen werden abgestellt.

Das Bewusstsein von Denis hat sich vollständig abgeschaltet. Es will den Schmerz nicht ertragen, er will nicht leben, er weiß nicht, wofür er leben soll. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass er zu 99 Prozent tot ist. Nur die Geräte der Lebenserhaltung, die unter dem Druck von Boris nicht abgeschaltet wurden, sein Geld und seine mächtige Mannschaft, die einen 24-Stunden-Dienst in der Abteilung der Reanimation leistet, halten das Bewusstsein gewaltsam im Körper fest.

Das bedeutet, das erste, was man machen muss, ist seiner Existenz einen Sinn zu geben, damit er selbst um sein Leben kämpft.

Wie kann man das erreichen? Im Bewusstsein von Denis leuchtet ein Bild auf: ein kleiner Säugling. Wir vergrößern das Bild. Vor kurzem hat Denis eine Tochter bekommen. So wird das eben das Ziel seines Lebens, seiner Existenz. Wir verstärken das Hologramm mittels Energie.

Der Bildschirm des inneren Sehens zeigt das Kardiogramm und das Enzephalogramm. Die Gehirnimpulse haben sich verstärkt. Denis fing an zu weinen. Seltsam, dass ein Mensch, der sich im Koma befindet, weinen kann.

Es kommt zu einer sehr starken Kompression der Gefäße. Wir müssen die Energiewelle, die wir hervorgerufen haben, abschwächen, wir müssen langsamer arbeiten. Ein zu hohes Arbeitstempo kann einen gefährlichen Energiewirbel verursachen. Wir regulieren die Gehirnaktivität und glätten die energetischen Ausbrüche. Wir stellen den Fluss der Sonnen- und Erdenergie wieder her - sehr vorsichtig, zuerst nur im Alpha-Rhythmus.

Denis beruhigt sich. Wir arbeiten an seiner Wirbelsäule. Hier gibt es unzählige Energiestaus. Mit einem silbernen Strahl bearbeiten wir alle dunklen Bereiche. Wir arbeiten an den Hämatomen, der Leber, den Nieren, den Ödemen in der Lunge. Wir öffnen das Herz-Chakra, das schon vollständig geschlossen war. Mit einem Strahl gehen wir sehr vorsichtig über die Hämatome im Gehirn.

Das ist alles, mehr kann man nicht machen. Bei Hirnverletzungen gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten. Seine Neuronen werden bald wieder die Kontrolle der Organe übernehmen und diese Schmerzen wird er wahrscheinlich nicht ertragen können. Das kann zu einem Schock führen. Der Bildschirm hält unsere Einwirkungen an.

Die nächste Sitzung führen wir am Abend durch. Dafür müssen wir aber nicht unbedingt ins Krankenhaus fahren. Der Bildschirm hat sich die Aura von Denis eingeprägt. Sie gilt nämlich auch als ein System zur Identifizierung der Persönlichkeit. Es genügt, sie am Bildschirm des inneren Sehens aufzurufen, und die Daten aus den feinstofflichen Strukturen der Erde, wo die Informationen über ein beliebiges Bioobjekt unseres Planeten gespeichert sind, werden dem Operator zur Verfügung gestellt.

Es beginnt die mühsame Arbeit der Wiederherstellung des Organismus. Im Grunde genommen wird Denis von neuen zusammengesetzt – Zelle für Zelle. Einige Tage später hat Boris mir von der Reaktion der Ärzte erzählt. Gelinde gesagt, sind sie sprachlos. Zuerst nahm eine Niere ihre Arbeit auf, später die zweite. Die Hämatome haben sich aufgelöst, die Ödeme in der Lunge sind einfach verschwunden. Mit dem Kopf wird auch alles immer besser. Alle sieben Gründe, nach denen Denis, nach den Gesetzen der medizinischen Wissenschaft auf dem Friedhof liegen sollte, hängen nicht mehr so absolut über dem Bett ihres Patienten.

Noch eine Woche verging und Boris kam zu mir mit einem glücklichen Ausdruck auf dem Gesicht.

„Ich war eben bei Denis“, er begann mir bereits vor dem Hauseingang sein Glück mitzuteilen. „Ich habe ihm erzählt, was geschieht, dass sich unsere Leute große Sorgen um ihn machen. Und er drückte mit seinen Fingern meine Handfläche! Er hört mich. Ich garantiere zu hundert Prozent, dass er mich hören kann. Ich bat ihn speziell darum, mir meine Hand zu drücken, wenn er mich verstehen kann. Und er hat mir meine Handfläche genau dann und genau an der Stelle gedrückt, wo ich ihn darum gebeten hatte. Arcady, ihre Methoden funktionieren! Sie beeinflussen wirklich alle Prozesse im Organismus aus einer beliebigen Entfernung und auf eine mächtige Art und Weise. Der Arzt, der Denis behandelt, zweifelt schon fast nicht mehr daran. Er bat mich, dir zu übermitteln, dass du noch mit der Leber arbeiten solltest. Verstehst du, was das bedeutet? Er bittet dich um Hilfe. Das bedeutet, dass er weiß, wem die stetige Genesung Denis’ zu verdanken ist. Und das Herz beunruhigt ihn auch.“

 

Es sind noch ein paar Tage vergangen. Denis fing an seine Augen zu öffnen. Er kann noch nicht sprechen, aber mit seinen Augen und seinem Händedruck bestätigt er, dass es ihm jetzt viel besser geht.

Einmal fingen wir an mit Denis zu arbeiten und sahen, wie ihm mit einem Skalpell ein Schnitt gemacht wurde, um einen Katheter herauszunehmen. An der Stelle des Schnittes gab es so etwas wie eine kleine Explosion, die Wunde hat sich entzündet, sie ist rot aufgeflammt. Der Bildschirm des inneren Sehens hat es sofort bestätigt: Die Wunde ist infiziert, es kann sein, dass das Immunsystem nicht damit zurechtkommt. Das Leben von Denis war wieder in Gefahr.

Wir riefen sofort Orlow an, um ihm von dem Vorfall zu erzählen. Nach einer glücklichen Fügung des Schicksals war er gerade in der Nähe der Reanimationsstation. Boris stieg sofort aus seinem Wagen aus und lief ins Krankenhaus. Der Arzt, der ihn mit einem versteinerten Gesichtsausdruck zurückkommen sah, verstand sofort: Etwas ist vorgefallen.

„Wie geht es Denis?“, fragte Boris streng.

„Du bist doch gerade erst gegangen“, wunderte sich der Arzt. „Was konnte in diesen fünf Minuten geschehen?“

„Habt ihr etwas mit Denis gemacht?“

„Wir haben den Katheter entfernt. Alles ist gut, er braucht ihn nicht mehr.“

„Ihr habt gerade eine Infektion verursacht. Wer hat den Schnitt gemacht?“

Der Arzt wurde bleich.

„Der Schnitt wird gemacht, damit der Katheter leichter entfernt werden kann. Bei uns ist alles steril, eine Infektion ist ausgeschlossen. Ich bin absolut davon überzeugt.“

„Es ist zu einer Infektion gekommen. Ich wurde eben aus Puschkino angerufen. Sie haben gesehen, wie es geschehen ist.“

Der Arzt schwieg. Er war verblüfft, dass jemand, der sich fast 50 Kilometer vom Krankenhaus entfernt befand,  Ereignisse auf der Intensivstation sehen konnte.

Am Abend ist Denis‘ Körpertemperatur heftig in die Höhe gestiegen und eine neue Etappe des Kampfes um sein Leben begann. Die Mädchen haben einen Dienstplan aufgestellt und ihn keine Minute alleine gelassen. Sie unterstützten Denis mit Energie, um ihm zu ermöglichen, mit der Infektion zu kämpfen.

Zum Monatsende konnte Denis schon aufstehen und er wurde aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen. Der Leiter der Reanimationsabteilung gestand beim Abschied von Boris Orlow, der schon zu einem Freund geworden war, so zu sagen freundschaftlich ein:

„Der Fall ist unerklärlich, aber die Reserven des menschlichen Organismus wurden auch bisher wenig untersucht. Und wir haben ja, wie du gesehen hast, auch mit aller Kraft versucht, sein Leben zu retten.“

Ich konnte mich ein weiteres Mal überzeugen: Selbst wenn Jesus Christus wieder auf die Erde kommen und Tote auferwecken sollte, werden unsere Ärzte nur mit den Schultern zucken und sagen: „Was es nicht alles gibt!“

Kapitel 8

 

Ich wurde eingeladen, mich mit dem Akademiemitglied Grigori Grabovoi zu treffen. Es ist irgendwie unerwartet geschehen, ich würde sogar sagen, es war seltsam. Iwliew, der bei mir im Zentrum stellvertretender Direktor war, Doktor der psychologischen Wissenschaften und Akademiemitglied, interessierte sich in letzter Zeit sehr für alles, was mit diesem geheimnisvollen Menschen in Verbindung stand. Er erzählte mir von ganz unglaublichen Rettungsaktionen, die aus einer großen Entfernung durchgeführt wurden und von den Techniken, die Grigori Grabovoi dabei anwendete. Jeder dieser Fälle wurde von kompetenten Fachkräften  dokumentiert, von einem Notar und durch schriftliche Aussage der Menschen, denen Hilfe geleistet worden war, beglaubigt.

Die erste große Sensation betraf die Vorhersage, die Grabovoi während einer Pressekonferenz in Bulgarien betreffs der Zukunft des Koslodujewsker Atomkraftwerkes gemacht hat. Es wurde eine Katastrophe prophezeit. Unser Landsmann versicherte: „In den nächsten beiden Jahren droht keine Explosion des Kernreaktors. Das Einzige, was man vor Ablauf der zwei Jahren gemacht haben sollte, ist, eine Prophylaxe im System der Abkühlung durchzuführen“.  Alles, was Grabovoi ankündigte, hat sich erfüllt. Zwei Jahre später wurde in der Zeitung - „Rossijskaja Gaseta“ (Nr. 18 vom 30. Januar 1998), die von der Regierung herausgegebenen wurde, unter der Rubrik „Leise Sensation“  der Artikel „Katastrophen von Morgen sind abgesagt“ veröffentlicht. Es wurde von höchster staatlicher Ebene versichert und durch Tatsachen belegt, dass Grigori Grabovoi den Defekt an dem Atomkraftwerk Koslodujewskij in Bulgarien aufgedeckt hat, der zu einer Katastrophe, wie der von Tschernobyl, hätte führen können. Die Katastrophe, die Grabovoi abwenden konnte, hätte für die ganze Welt verheerende Folgen gehabt: Wissenschaftliche  Berechnungen hatten ergeben, dass Erdschichten mit erhöhter elektrischer Leitfähigkeit, die sich in der Nähe der AKWs befinden, bei einer solchen nuklearen Explosion zum Entstehen eines Vakuumflusses geführt hätte, der die Erdatmosphäre eingezogen hätte. Dieser Fluss hätte wegen der hohen Geschwindigkeit des Teilchenstroms den Planeten bis zum Jahr 2000 in eine Staubwolke gehüllt, und es wäre unmöglich gewesen, den Prozess der Zerstörung mit modernen technischen Mitteln aufzuhalten. Für die Abwendung realer Katastrophen, globaler Ausmaße, wurde Grigori Grabovoi mehrfach von Regierungs- und gesellschaftlichen Organisationen vieler Länder ausgezeichnet.

Iwliew gab mir über Grabovoi etwas zu lesen, was für mich einer Entdeckung gleichkam, wir gingen offensichtlich, wie es heißt, auf parallelen Wegen. Da Grigori Grabovoi eine entscheidende Rolle in meinem Leben gespielt hat, sollte ich ihn meinen LeserInnen ausführlicher vorstellen. Am besten beginne ich mit Auszügen aus dem Buch von Wladimir Sudakow  „Grigori Grabovoi, das Phänomen des Jahrtausends“, es wurde im Jahr 1999 von Kalaschnikow herausgegeben.

 

„Im Jahre 1996 wurde  Grigori Grabovoi 33 Jahre alt, man sieht ihm das Alter aber nicht an. Seine Erinnerung an sich selbst beginnt im Wickelalter: Er konnte noch nicht sprechen, da verstand er bereits, worüber sich die Erwachsenen unterhielten (auch jetzt versteht er Ausländer auf der Ebene der Gedanken). Seit er fünf Jahre alt ist, kann er Ereignisse im Voraus sehen, zum Beispiel wenn seine Mutter ihn mit dem Fahrrad auf den Markt schickte, um hausgemachten Käse zu kaufen, da sagte er: „Dort gibt es keinen Käse“  Und dann kam auch schon die aufgebrachte  Nachbarin hereingestürmt. Es zeigte sich, dass die Polizei alle Händler seit dem Vormittag vertrieben hatte, und daher gab es dort tatsächlich keinen Käse...

Er selbst hat seinen Fähigkeiten damals natürlich keine Bedeutung beigemessen, er dachte, dass das nichts Besonders sei, umso mehr, da niemandem von seinen Altersgenossen aus dem kasachischen Dorf Bogara, der Siedlung Kirow, je in den Sinn gekommen wäre, ihren Freund als Phänomen zu betrachten. Und doch begann Grigori mit etwa zwölf zu verstehen, dass er nicht so wie alle anderen war. Wie haben sich seine Fähigkeiten sonst noch ausgewirkt, möchte man fragen? Wenn ihm ein unangenehmes, unausweichliches Treffen bevorstand, so begann er darüber nachzudenken, dass sein Gegenüber andere, wichtigere Sorgen ablenken könnten, das heißt, er wechselte die Gedankenebene, fixierte seine Aufmerksamkeit auf alternativen Details. Und es geschah so, wie er es wünschte.

Grigori verstand von Kindheit an die Absichten der Tiere und konnte ihr Verhalten mittels Telepathie steuern.

Ich sollte erwähnen, dass in der Kindheit und Jugend niemand Grigori etwas Böses getan hat, es hat ihn niemals jemand gekränkt. Nicht, weil er Karate beherrschte oder weil im Turnen niemand an ihn herankam oder weil er mit dem Fahrrad als „Sporttourist“ bei einer Wette ein Auto überholt hat. Nein, man hat ihm wahrscheinlich aufgrund der „friedliebenden energetischen Hülle“, die ihn umhüllte, niemals etwas Böses getan. Oder vielleicht deshalb, weil er schon als  Jugendlicher eine unbekannte riesige Kraft in sich empfand und sich vorgenommen hat, künftige Unannehmlichkeiten zu erraten und vor ihnen eine Barriere zu errichten.

Das ist nach wie vor sein Credo. Und die extrasensorische Kraft hat, wie er selbst zugibt, seit dieser Zeit weder zugenommen, noch hat sie sich verringert; er fing mit zunehmendem Alter einfach an mit seinem inneren Schatz vorsichtiger umzugehen, ihn nicht für Kleinigkeiten zu vergeuden, sondern nur im äußersten Notfall anzuwenden, zum Beispiel wenn ein Mensch Hilfe brauchte. Und in den letzten Jahren spricht Grigori immer öfter darüber, wie man nicht nur einzelne Menschen, sondern die ganze Welt vor einer Katastrophe retten kann.

 

Darauf, diese Mission umzusetzen, kam Grigori bei der Arbeit im Taschkenter Konstruktionsbüro für Maschinenbau, welcher er durch seine Universität zugeteilt wurde. Dort wurde an Technik geforscht, die für Flüge in den Kosmos bestimmt war, und Grigori beschäftigte sich außerdem noch mit der Theorie der Katastrophen. In ihm reifte eine eigene Konzeption heran, wie diese Katastrophen verhindert werden könnten.

...Einmal, als Student, ich bereitete mich gerade auf eine Prüfung vor und war in ein Buch vertieft. Als plötzlich eine unerklärliche Vibration durch meinen gesamten Körper ging. Vor meinem geistigen Auge tauchte ein Atomkraftwerk auf, dann Rauch, Feuer, hin und her laufende Menschen. Das war einen Monat vor der Tschernobyl-Katastrophe. Drei Tage vor der Tragödie wiederholte sich die Vision: Es brannten die Graphitstäbe. Und ihm erschien die visuelle Darstellung der Schrödingergleichung, die die Gesetze des Mikrokosmos betraf: Ein Tunnel (Begriff in der Quantenmechanik) und ein silbernes Stäubchen, die Energie des Elektrons versucht erfolglos von einem Zustand in einen anderen überzugehen. Grigori zuckte zusammen: Es wird sehr bald zu einer Explosion kommen, der Graphitgehalt liegt weit über der Norm!

Dies alles ist Grigori auf der Ebene der Hellsichtigkeit erschienen. Und ich habe ihn gefragt: „Warum hast du nicht alles stehen und liegen gelassen, bist losgerannt, hast Alarm geschlagen?“ „Ich habe damals durch Ferneinwirkung versucht die Folgen der Katastrophe zu minimieren, weil Beamte damals, auf dem Ohr, wenn es Hellsichtigkeit betraf, taub waren“, sagte er betrübt. Denn wenn Grabovoi auf einen einsichtigen Beamten gestoßen wäre, so hätte man das Ereignis verhindern können. Grigori Grabovoi ist aber keiner, der an verschlossene Türen klopft. Er handelt selbständig und zählt nur auf seine Fähigkeiten die globale Bedrohung der Zerstörung von der Welt abzuwenden. Nach Möglichkeit bemüht er sich die Situation zu klären, bildet andere Menschen in seinem System der Rettung aus.

Und die Menschheit wird noch lange mit den Folgen der Tschernobylexplosion zu kämpfen haben: „Ich habe gesehen, wie nach allen vier Seiten, über die gesamte Erdkugel stärkste Neutrinoströme ausgestoßen wurden. Sie können sich bereits nach 120 Jahren in der Genetik des Menschen manifestieren.“

Die Zeit verging. Grabovoi demonstrierte im geheimen Konstruktionsbüro Wunder, gab Antworten auf nicht gelöste Frage, sagte voraus, was geschehen würde, wenn dieses und jenes nicht gemacht werden würde, und hatte immer Recht. Und er wurde von Ganij Rafikow, dem Leiter der Usbekischen Steuerung der zivilen Luftfahrt in das Amt des Flugsicherheitsinspektors und gleichzeitig als Fachkraft für extrasensorische Flugüberwachung berufen. Das zweite Amt verpflichtete ihn, Unsichtbares zu sehen, das erste gab ihm das Recht Flüge abzusagen. Was er auch tat, wenn vor seinem „dritten Auge“ abgerissene Leitungen oder andere Defekte im Inneren des Passagierflugzeuges erschienen. Er sagte Abflüge von Präsidentenmaschinen ab und agierte damit quasi als irdischer Schutzengel.

In den Händen des Brasilianers Carmin Mirabelli wurden feste Gegenstände flüssig. Die Analyse der metallischen Ruten, die durch den Willen des Israeli Uri Geller gebogen werden, weisen auf eine Veränderung ihrer molekularen Struktur hin... Wie sie es machen, ist dem Verstand unbegreiflich, und es wird kaum gelingen, von ihnen eine Erklärung zu bekommen, nicht nur, weil sie weit weg sind: der eine in der Zeit, der andere im Raum; ihre Geheimnisse sind auch deshalb verborgen, weil beide Objekt einer grausamen Hetze waren: Beide wurden für Betrüger erklärt...

Und Grigori Grabovoi  – hier steht er vor uns, und der Vorhang der Geheimhaltung, scheint mir, kümmert ihn wenig; und er wiederholt sein Credo: „Jedes beliebige Ereignis kann verändert werden. Meine Prognosen sind nicht fatal, ich versuche immer auf eine konstruktive Weise vorzuwarnen. Ich verändere nicht das Objekt, sondern die Situation um das Objekt.“

Nach der Tschernobyl-Katastrophe dokumentiert Grabovoi vorsorglich all seine Prophezeiungen. In seinem Archiv gibt es hunderte von Akten, die durch Unterschrift und Siegel maßgeblicher Spezialisten beglaubigt sind. Hier möchte ich einige von ihnen erwähnen.

Das Flugzeug IL-86 Nr. 86052. Der Extrasensoriker Grabovoi hat einen Defekt im 4. Triebwerk vorausgesagt. Möglicherweise infolge eines Zusammenstoßes mit einem Vogel. Das Ergebnis: Nach 7 Tagen, am 27.01.92, ist beim Landeanflug eine Krähe in den Trakt des 4. Triebwerks geraten. Der Flugzeugkapitän kannte die Prognose und hat es geschafft den Luftstrom auszugleichen und das vollbesetzte Flugzeug sicher zu landen. Es war der Lufteinlauf verstopft. Das Triebwerk wurde außer Betrieb genommen.

Das Flugzeug IL-62 Nr. 86704. Der Extrasensoriker Grabovoi hat einen Materialfehler in der Brennkammer des Triebwerks Nr. 3 festgestellt. Nach 11 Tagen, laut der Aufzeichnung im Logbuch, wurde ein Durchbrennen der Düsenkammer festgestellt, die sich in der Brennkammer des Triebwerks Nr. 3 befand. Das Triebwerk wurde vorzeitig außer Betrieb genommen.

Das Flugzeug IL-86 Nr. 86056. Der Extrasensoriker Grabovoi stellte Informationen zur Verfügung, die eine ungenügende Installation der vorderen Toiletten betreffen. Aus dem Logbuch: „22.01.92 In der vorderen Toilette fließt Wasser aus dem Paneel. Das Wasser wurde während des Fluges abgeschaltet. (Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu erkennen, was passiert wäre, wenn das Wasser ins Steuersystem des Flugzeuges geraten wäre: Die Elektronik zeigt fälschlicherweise einen Ausfall der Triebwerke an, die Piloten schalten sie ab...) Als Ergebnis hat das Konstruktionsbüro, wo die IL-86 konstruiert wurde, die Verschalung der Toiletten verstärkt.

Ich wiederhole, von solchen offiziellen Berichten gibt es hunderte. Und jedes endet mit der Phrase: „Die Informationen des Extrasensorikers Grabovoi haben sich vollständig bestätigt.“ Es bleibt nur sich darüber zu wundern, warum die Flugleiter, die die Warnungen bekommen haben, nichts unternommen haben; sie haben gewartet, bis sich die Prognose bewahrheitet... Im Übrigen wunderten sich die Vorgesetzten über etwas anderes: Wie schafft es ein so junger Mann, der kein Spezialist im Flugzeugbau ist, aus der Entfernung in das Innere des Flugzeuges zu sehen, ja sogar zu bestimmen, was dort fehlerhaft ist: der Computer, das Fahrgestell, der Transformator, die Ölzufuhr? Denn dieser noch unerfahrene Mensch stellt Defekte fest, ohne aus dem Zimmer zu gehen, für ihn reicht es aus, nur die Nummer des Flugzeuges zu wissen – dies wurde im Vertrag mit dem sowjet-amerikanischen Joint-Venture  „Ascon“ festgehalten...

Auch in Fergane haben hohe Luftfahrtleiter eine „experimentelle Prüfung“ der Möglichkeiten des Extrasensorikers vorgenommen. Sie riefen eine Kommission ins Leben, zu der Spezialisten des wissenschaftlich-technischen Komplexes für Luftfahrt O.K. Antonow und des Ferganer mechanischen Betriebes gehörten. Sie haben Grabovoi beauftragt, im Laufe von 2 bis 3 Sekunden aus einer Entfernung von 25 m eine Prognose für das Flugzeug An-12 Nr. 1901, der bulgarischen Fluggesellschaft „Air Sofia“, abzugeben. Ich zitiere das Protokoll.

„Grabovoi benutzte für die Diagnose keinerlei Geräte und hatte aufgrund der Zeitbeschränkung keine Möglichkeit, den Zustand des Flugzeuges zu erfragen... Bis zur Diagnose wusste niemand von den Defekten, auf die er hingewiesen hat und die später von der Kommission gefunden und in den Akten beglaubigt wurden. Defekte wurden nur dort gefunden, wo Grabovoi sie angegeben hat, obwohl mit den Geräten das ganze Flugzeug geprüft wurde.“ (Und es gelang, nicht mehr und nicht weniger, als eine Korrosion der Holme im Bereich des 62. Querträgers aufzudecken ...). Bei dem daneben stehenden Flugzeug An-12 Nr. 1204 hat Grabovoi unter denselben Bedingungen Risse auf der oberen Verkleidung einer Tragfläche entdeckt, wonach das Flugzeug in die Reparatur gegeben wurde. Mit der physischen Sehkraft hätte man diese Defekte nicht aufspüren können.

Das war einer der Fälle, bei denen Grabovois Wahrnehmung der zukünftigen Ereignisse half, bis zum Flug Vorkehrungen zu treffen. Und über Grabovoi brach eine Lawine von Bitten herein, die Gründe von „Flugzwischenfällen“ zu analysieren. So hat Grabovoi in der freien ökonomischen Gesellschaft „Rampa“ per Ferndiagnose festgestellt, was sich bei dem Flugzeug An-12 Nr. 113337 am 14.03.95, auf dem Gelände des Bakinsker Flughafens, zugetragen hatte. Alles, was der Extrasensoriker später im Laufe der Untersuchung nach der Notlandung zu Protokoll gab, hat sich bestätigt: sukzessiver Ausfall zweier Triebwerke, Defekt der Elektroenergetik, Überschreitung des zulässigen Gewichts des Flugzeuges, technische Störungen aufgrund falscher Bedienung durch die Besatzung...

Ich gestehe, dass auch ich überprüfen wollte, inwiefern die Angaben von Grabovoi stimmen. Habe meine Uhr von der Hand genommen und ihm angeboten, mir zu sagen, woher ich sie habe. „Sie wurde dir vor 3 Jahren von einem großen weißen Mann geschenkt“. Ich war mehr als erstaunt: Tatsächlich, es war ein Geschenk eines arabischen Scheichs mit grauen Haaren, groß, in einem weißen Gewand...

 

Ich berichte deshalb so detailliert über die Psychodiagnostik, die von  Grabovoi durchgeführt wird, damit die Leserin und der Leser sich das Ausmaß seines Talentes vorstellen kann. Die menschliche Fernortung von Objekten wurde schon früher praktiziert: Im Auftrag der Leningrader Kriegsmarinebasis bestimmten hellsichtige Operatoren mit Hilfe einer Seekarte die Lage von Vermessungsschiffen im Ozean. Aber die Genauigkeit der Vision von Grabovoi übertrifft alle denkbaren Parameter. So ist die Frage berechtigt, um was für eine Intuition es sich bei diesem Menschen handelt. „Es ist keine Intuition, sondern Hellsichtigkeit“, sagt Grigori Grabovoi, „denn ich kann sogar das winzigste Detail von allen Seiten betrachten. Die Vision läuft in realer Zeit ab und ist zu 100 % fehlerfrei. Es ist etwas anderes in die Vergangenheit oder die Zukunft zu sehen. Bei einer solchen Arbeit ändere ich die Ereignisse zum Besten“.

Dazu braucht man, wenn ich es richtig verstehe, den sechsten Sinn. Davon ist auch das Akademiemitglied W. Wernadskij ausgegangen: „Man muss den tatsächlichen Einfluss des menschlichen Bewusstseins berücksichtigen, das heißt das Verhalten von etwas Lebendigem auf eine Erscheinung, die sich im realen Lebensraum des Naturalisten abspielt.“

Am 6. Juni 1995 wurde Grabovoi um 15.00 Uhr zum Zentralenstab der militarisierten Berg-Rettungs-Truppe der Kohlenindustrie gerufen. In dem Schacht „Workutinskaja“ hatte sich eine Katastrophe ereignet und es musste feststellt werden, wo unter der Erde sich die Menschen befanden. Im Folgenden gebe ich das Protokoll wieder, das von den Stellvertretern des Chefingenieurs des Zentralstabes, A. Kusnezow und A. Scholusom, unterschrieben wurde:

„Grabovoi  hat  auf  extrasensorische  Weise, ohne dass ihm irgendwelche Informationen zur Verfügung standen, in Sekundenbruchteilen den Brandherd, die Position der  zwei Verschütteten im Ventilationsschacht und die Störung der Lüftung im Notschacht richtig bestimmt... Grabovoi hat die extrasensorische Diagnostik anhand eines Schemas durchgeführt. Er verfügte über keinerlei Information bezüglich des Grubenstandortes im Gelände, d. h. er hatte nur ein Blatt Papier...“

Jene zwei konnten gerettet werden. Nichtsdestoweniger kommen immer wieder Bergarbeiter ums Leben. Die Ursachen dafür liegen in der moralischen und physischen Verfassung der Kumpel, dem Abnutzungsgrad der Ausrüstung, der Unvollkommenheit der Rettungstechnik. Vor solchen Faktoren muss der Mut und Heroismus eines jeden Retters zwangsweise kapitulieren.

Grabovoi wartet noch immer auf die allgemeine Karte aller Gruben des Landes, die ihm vom Zentralstab versprochen wurde, um Aussagen über deren Zukunft machen zu können. Wenn es keine Karten gibt, so gibt es auch keine Prognose, wo die nächste Überraschung erwartet werden kann...

...Es scheint, dass es für Grabovoi  keine „kleinen“ Probleme gibt. Wenn ein Mensch zu ihm kommt, so muss es sich um etwas Wichtiges handeln. Und er schaltet sein inneres „Arbeitsorgan“ an.

...Ich denke, das reicht aus, um sich einen ersten Einblick über das Ausmaß  der Arbeit von Grigori Grabovoi zu verschaffen... Und doch wäre das Bild unvollständig, wenn ich ein so breites Interessengebiet, wie Business und Banken, nicht erwähnen würde. Ich werde einfach zitieren.

 

„Ich, Joseph Dantschenko, der in Gomel wohnhaft ist, bestätige, dass ich mich am 25. März 1995 an Grigori Grabovoi bezüglich meines Geschäftes gewandt habe. Grabovoi hat die Namen der Personen bestimmt, die mit meinen Partnern inoffiziell zusammenarbeiten.“

„Ich bestätige, dass das Medium Grabovoi mir während des Treffens am 4. August 1995 von großen Problemen berichtet hat, die nach dem 23. August im Banksektor zu erwarten seien, und hat empfohlen, am 22. und am 23. August prophylaktische Maßnahmen nach dem Interbankengeschäft vorzunehmen. Die Prognose wurde durch den „schwarzen Donnerstag“ (am 24. August) bestätigt, als dutzende Banken ihren Verpflichtungen nicht nachkommen konnten. W. Serebrjakow, der Abteilungsleiter des Devisenmarktes der Bank Nationaler Kredit.“

Es gibt zahlreiche Berichte über die Genauigkeit der Diagnostik von G. Grabovoi auf dem Gebiet der Software. Wir schauen uns einen von ihnen an, unterschrieben vom Generaldirektor des Joint-Ventures „Ascon“ I. Chamrakulow:

„Beim Kopieren einer Programmdatei von einer virenverseuchten Diskette auf die Festplatte war während der extrasensorischen Einwirkung von G. Grabovoi die Programmdatei, die auf der Festplatte gespeichert wurde, zehnmal kleiner als die Datei auf der Originaldiskette. Beim Kopieren sollte das Virus DIR von der Diskette auf die Festplatte übertragen werden, aber dazu ist es nicht gekommen, was von dem Antivirusprogramm ANTI-DIR bestätigt wurde. Also ist das Virus beim Überspielen der Datei von der Diskette auf die Festplatte  zerstört worden.“

Aber das sind nur Kleinigkeiten. Der Programmierer des Informationszentrums der Flugtechnischen Basis, Radik Waletow, berichtet von Fällen gedanklicher Einwirkung, seitens G. Grabovoi, auf den Computer und die Peripheriegeräte. In einer Entfernung von zwei Metern hat er dem Computer „befohlen“, Informationen einer Datei auf die eingelegte Diskette zu überschreiben...

Es sind Fälle im Westen bekanntgeworden, wo Banksysteme blockiert waren, weil der Arbeitsspeicher von einem Virus infiziert wurde. Hunderttausende Investoren waren betroffen. Noch unangenehmer sind Computerstörungen, die die Steuerung eines Transportmittels betreffen,  eines Kernkraftwerkes oder eines Systems, das der Beförderung von Erdöl, Erdgas dient. In jedem dieser Fälle wirkt das Phänomen Grabovoi wie ein Rettungsring.

Lidija Tschernjak arbeitet im Raumfahrtzentrum. Auch sie verfügt über mediale Fähigkeiten, bleibt aber in der Bewertung dieser bescheiden. Als sie von Grabovoi erfahren hat, wand sie sich mit einer Bitte an Gott, dass nämlich jener ihre Bekanntschaft ermöglichen solle. Und so kam es auch zu einem Treffen, welches im Raumfahrtzentrum stattgefunden hat. Dorthin war Grigori Grabovoi für die Diagnostik der internationalen Raumstation „Mir“ eingeladen worden. Das Medium stellte in Anwesenheit einer der Leiter eine Störung in der Wärmeisolierung der äußeren Verkleidung der Raumstation fest, bestimmte die Stelle in der Rakete, an der ein Übergewicht herrschte und wo es Risse und Kratzer gab. Auf Bitten der amerikanischen Teilnehmer des Experimentes wollten die Wissenschaftler probehalber einen Nachbrennschub der Bordtriebwerke einleiten, damit die Station ein bisschen „ins Schaukeln“ kommt. Grabovoi hat auf die Gefahren eines solchen Experimentes hingewiesen, die wegen des Vorhandenseins der Risse im Körper unausweichlich schienen. Ein Nachschub, hat er erklärt, kann nur bei äußerer Kontrolle eines jeden Konstruktionssegmentes verantwortet werden... Außerdem hat Grigori Grabovoi die Verschlechterung des Befindens der Kosmonauten während des Bogens über der geopathogenen Zone Brasiliens vorausgesagt... Schließlich hat er auch noch ungünstige Veränderungen in der Atmosphäre der Station „gesehen“: Unter der Einwirkung von Wärme und Feuchtigkeit haben sich dort neue Bakterienstämme gebildet, die sich negativ auf die Gesundheit der Kosmonauten auswirken können.

„Die Möglichkeiten dieses Menschen sind so einzigartig und unglaublich“, hat L. Tschernjak gesagt, „dass Russland berechtigter Weise, auf solche Menschen wie ihn stolz sein kann, solche Menschen sollte man sich bewahren.“ Wenn man von Grabovois Möglichkeiten spricht, so sollte man eine weitere, anscheinend ganz phantastische, aber nichtsdestoweniger dokumentarisch festgehaltene Tatsache nicht vergessen - die Fähigkeit Tote wieder ins Leben zurückzuholen. Ich zitiere aus demselben Buch von  Wladimir  Sudakow:

„Der Anruf eines „Arbeitskollegen“ hat Grabovoi weit nach Mitternacht aus dem Schlaf gerissen: Eine Frau hat ihren 12jährigen Sohn als vermisst gemeldet und es gibt Hinweise darauf, dass der Jungen zerstückelt wurde. Vor den Augen Grabovois ist eine in Stücke zerlegte Leiche erschienen. Nachdem er einige Fragen gestellt hatte, versicherte er dem Anrufer: „Geben sie mir drei Tage, ich werde ihn wieder „aufbauen“ und richten sie der Mutter aus, dass sie ihren Sohn bald heil und unversehrt wiedersehen wird. In der Zeit zurückgehend, begann er ein positives Bild der Zukunft zu kreieren. Man muss das Problem UMGEHEN, man muss einen anderen, günstigen Lauf der Ereignisse herbeiführen...

Nach drei Tagen hat die vor Kummer vergehende Mutter ihren Sohn „zufällig“ auf dem Kasaner Bahnhof ganz und unversehrt wiedergefunden, er konnte sich nur an nichts erinnern, was in den letzten Tagen, an denen er nicht zu  Hause war, geschehen ist...

Ein weiterer Fall: ...Die besten Detektivagenturen und staatlichen Sonderdienste haben auf Bitten einer Frau festgestellt, dass ihre Tochter verbrannt worden war. Mit Hilfe seiner medialen Kräfte hat Grigori Grabovoi den Körper des Mädchens wiederhergestellt, während er hunderte Kilometer von der Stelle der Verbrennung entfernt gewesen ist...

Grigori Grabovoi kann Menschen in verschiedenen Situationen ins Leben zurückholen: Er hat eine Frau in Anwesenheit von Ärzten wiederbelebt, einen Mann in Anwesenheit eines Kindes und eines Erwachsenen...

Wie kann es sein, dass der Lauf der Dinge verändert werden kann? Ich hakte ebenso beharrlich bei Grabovoi nach. Völlig gelassen begann er es zu erklären:

„Es liegt an den parallelen Zeitlinien. Wenn ein Heiler ohne Skalpell operiert, dringt er mit seinem Finger in eine andere Zeit, die andere Hand bleibt in der Realität. Bildlich gesprochen hat er mehrere Hände, wie Krishna. Genauso gehe ich mit einem Teil meines „ichs“ in ein anderes Zeitfeld, an einen beliebigen Punkt, um die Schicksalslinie zu verändern. Man kann sagen, Gott selbst schickt mich auf eine Bewährungsprobe. Wenn es sich um einen Auftragsmord handelt, so erfährt man es schnell aus der Presse, dann gibt es noch eine andere Variante: Der Verstorbenen kann nur an den Ort lebendig projiziert werden, wo niemand von ihm weiß. Die optimale Variante ist die Abwesenheit von Zeugen des Todes oder solche Zeugen, die einige Zeit nichts von der Wiederbelebung erzählen. Für diejenigen, die es unbedingt ausposaunen müssen: Hier, er ist lebendig und war vor kurzem tot! - muss eine Erklärung  und Neutralisation aufgebaut werden. Es versteht sich, dass ich niemanden umbringe, es ist gegen die christliche Moral. Deshalb schaffe ich schöpferische Ereignisse für alle Seiten. Erst nach dieser Prozedur fange ich an einen alternativen Lauf der Ereignisse zu konstruieren, das Opfer aus dem Tod herauszuziehen. Ich motiviere die Tatsache der Auferweckung mit Bezugnahme auf die logischen Schlüsse, dass die Auferweckung die Unzweckmäßigkeit der Entwicklung verschiedener Vernichtungsmittel zeigt, da alles wiederhergestellt werden kann. Die Auferweckung wird immer von allen Menschen, wenn auch unbewusst, unter dem Aspekt der Unsterblichkeit des Geistes begrüßt. Der unsterbliche Geist einiger ist in der Unendlichkeit der Zeit offensichtlich in der Lage zur Erhaltung eines positiven Bildes der Entwicklung der Welt beizutragen. Die Materialisierung eines beliebigen Gegenstandes ist mit dem Prozess der Auferweckung gleichzusetzten. Mit einem allgemeineren Wort wird es als Wiederherstellung bezeichnet. Die Wiederherstellung der positiven, schöpferischen Struktur der Welt. In diesem Kontext wird die Zerstörung als absolut unzweckmäßig betrachtet, folglich  als das überwindbare Hindernis zur Realität des Seins.

Vielen wird die Möglichkeit einer solchen Prozedur wahrscheinlich als unglaublich erscheinen. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Methode vollkommen zeitgemäß ist, um den tatsächlich schöpferischen Weg der Entwicklung aufzuzeigen, der wirklich und für immer die Vernichtung der Welt verhindern kann. Der Mörder lebt, obwohl er nicht ahnt, dass er in einer anderen Vergangenheit von Kräften der Vergeltung möglicherweise bereits zerstört wurde. Das ist die Art und Weise wie das Leben aller Seiten erhalten werden kann, was notwendig ist für die Annahme der schöpferischen Gesetze der Entwicklung durch die Gesellschaft. Das unschuldige Opfer weilt wieder unter uns und niemandem wird in den Sinn kommen, dass ihm eine Tragödie widerfahren ist. Und die Familie ist wieder vereint.

Ich kann mir ausmalen, dass die Veränderung bereits eingetretener Ereignisse eine Sache von höchster esoterischer Stufe ist und nicht weniger schwierig. Wesentlich bequemer ist es, das Unglück zu verhindern, was auch Grabovoi mit großem Enthusiasmus macht.“

 

Alles, was Iwliew mir über diesen Menschen erzählt hatte, was mir gelungen ist, über ihn zu lesen, hat mein Weltbild erschüttert. Ich mühe mich immer noch mit der Regeneration der Gallenblase ab und jemand holt, mir nichts dir nichts, Verstorbene ins Leben zurück. Wobei ich auch sehen konnte, dass unsere Techniken einander ähnlich sind. Und warum macht die Russische Akademie der Wissenschaften wegen Grabovoi nicht den Mund auf? Die Wissenschaft nähert sich doch schon lange dem Verständnis an, dass das planetarische Bewusstsein im Universum eine gewisse Einheit bildet, die als Superverstand oder als Bewusstseinsfeld bezeichnen werden kann. Konstantin Ziolkowskij trat mit der Behauptung über die Existenz der „kosmischen geistigen Kräfte“ und des „kosmischen Gehirns“ auf. „Ich bin nicht nur ein Materialist, schrieb er in diesem Zusammenhang, sondern auch ein Panpsychist, der die Sinnhaftigkeit des ganzen Universums anerkennt. Ich halte diese Eigenschaft für untrennbar von der Materie.“  Der Gedanken über die Existenz einer „geistigen Kraft“, die im Kosmos präsent ist, ist am Ende seines Lebens auch Albert Einstein gekommen, der, wie bekannt ist, die Seite des naturwissenschaftlichen Materialismus vertrat.

Das moderne Wissen wird immer mehr zu diesem Gedanken hingezogen. Nach Meinung des bekannten sowjetischen Philosophen I. Aktschurin kann infolge einer kritischen Überprüfung des naturwissenschaftlichen Weltbildes sogar an Stelle der klassischen mechanistischen Vorstellungen von der Welt, wie über ein großes und kompliziertes „Uhrwerk“, ein neues Paradigma treten - in dem die Welt als ein lebendiger Organismus betrachtet wird. Auf jeden Fall, so schreibt er, beschäftigt sich eine ganze Reihe von Naturwissenschaftlern „mit der ernsthaften Untersuchung dieser Möglichkeit“.

Zu diesem Schluss, in dieser oder jener Form, kamen auch andere Forscher. Hier ist ein Beispiel, wie es der amerikanische Philosoph Samuel Kram formulierte. „Das Universum“,  schreibt er, „ist so majestätisch, dass es schwierig ist anzunehmen, dass da kein einheitlicher Verstand existiert, der die Bewegung von Milliarden Lebewesen auf allen für das Leben brauchbaren Planeten fühlt, ebenso wie der Mensch einen schwachen Kopfschmerz empfindet… Sterne oder sogar Galaxien – sind nur „Neuronen“  eines solchen Gehirns“.“

Der Journalist und Populist A. Gorbowskij hat sehr interessante Fakten bezüglich der Idee des lebendigen Weltalls in der Broschüre „Im Kreis der ewigen Rückkehr“ (Ausgabe „Snanije“, Moskau, 1989) zusammengetragen. In dieser Arbeit widmet er sich einer Reihe von Entdeckungen:

„Vor einiger Zeit haben Astronomen, als sie Spektren einiger galaktischer Quellen untersuchten, im offenen Weltraum Ameisensäure entdeckt. Auch Spuren von Weinspiritus und Holzspiritus konnten nachgewiesen werden. Und in einer Entfernung von über zwei Millionen Lichtjahren haben Mitarbeiter des westdeutschen Max-Planck-Institutes eine Wasserdampfwolke entdeckt. Inzwischen sind bereits Dutzende organische Moleküle bekannt, die im Kosmos existieren. Sie füllen Gaswolken gigantischer Ausmaße, die sich über Lichtjahre erstrecken. Das sind Abermilliarden Tonnen von organischem Material. Das korrespondierende Mitglied der UdSSR V. Goldanskij hält „sogar die Bildung von kompliziertesten Molekülen bis hin zu Eiweißketten“ im Kosmos für möglich.

Die Astrophysiker Chandra Wickramasinghe und Fred Hoyle haben, als sie im Sternstaub entdeckte organische Moleküle, organische Basen, untersuchten, den Gedanken geäußert, dass im Kosmos Mikroorganismen auf Zellenniveau existieren könnten. Ihre Masse ist, ihrer Ansicht nach, riesig - allein in unserer Galaxie existieren zehn solcher Zellen. Was es für eine Lebensform ist, welche Prozesse sich in ihrem Inneren abspielen, wie sie sich auf den nicht lebendigen Kosmos auswirkt – das wissen wir nicht und können es noch nicht einmal erahnen.

Bis vor kurzem war es üblich davon auszugehen, dass die kosmische Materie  - Sterne, Galaxien -  sich im Raum auf eine systemlose Weise verteilt. Offenbar ist das nicht so. Zu dieser Schlussfolgerung sind estnischen Astronomen aus dem Institut für Astrophysik und atmosphärische Physik gekommen. Hier ist, was J. Ejnasto, Doktor der physik-mathematischen Wissenschaften, dem Korrespondenten der Nachrichtenagentur TASS erklärt hat:

„Galaxien und Galaxiengruppen erinnern in ihrer Anordnung an riesige Bienenwaben. Und dort, wo diese Waben grenzen, ist die Materie höher konzentriert.“

 

Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Forscher, die die Masseverteilung der Galaxien: Perseus, Andromeda und Pegasus aufmerksam studiert haben. Es stelle sich heraus, dass an der Grenze einer solchen „Wabe“ die Oberflächendichte der jeweiligen Galaxie und Galaxiengruppe viermal so hoch ist, wie in ihrem zentralen Teil. Das Bild, das sich den amerikanischen Astrophysikern nach der Bearbeitung der Daten mehrerer Millionen Galaxien durch den Computer zeigte, bestätigte eine wabenartige Struktur des Universums. Charakteristisch ist, dass sich im Inneren der Waben fast gar keine Galaxien befinden, sie sind alle an den „Wänden“, die die Waben voneinander abgrenzen, konzentriert. Die Größe der Waben beträgt 100 bis 300 Mio. Lichtjahre. Laut B. Komberg, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Institutes für kosmische Forschung der UdSSR: „Wenn sich ein solcher Standpunkt für die großräumige Struktur des Universums bestätigt, dann kommen wir zu einem skurrilen Bild eines wabenartigen Weltalls…“

Welchen Kräften, welchen Faktoren ist es zu verdanken, dass eine so symmetrisch geregelte Struktur entstehen konnte?

Die Entdecker dieses Phänomens, die estnischen Astronomen M. Jyjevaer und J. Einasto äußern sich wie folgt dazu: „Numerische Experimente haben gezeigt, dass die Wabenstruktur auch aufgrund einer zufälligen Anhäufung entstehen kann. Wir gehen davon aus, dass die Struktur primär ist und sich vor den Galaxien und Galaxiengruppen gebildet hat…“

Kann man vermuten, dass die lebendige Materie des Kosmos, ein geistiger Impuls ist, der auf die Massenverteilung der Materie einwirken kann? Kann man einen solchen Einfluss auch in anderen, komplexeren Erscheinungen der uns umgebenden Welt suchen?

Eine Zeit lang herrschte in der Wissenschaft die Meinung, dass die Entstehung des Lebens auf der Erde zufällig geschehen ist. Heute allerdings, ausgehend von modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen, stellt sich eine zufällige Synthese der Moleküle RNA und DNA, der Grundlage des Lebens, als wenig wahrscheinlich dar. Darüber hinaus wäre selbst die lange Existenzdauer des Universums zeitlich für das Entstehen des Lebens auf Zufälligkeiten basierend nicht ausreichend.

Wenn in einer beliebigen Wabe des Raumes im Umfang eines Elektrons jede Mikrosekunde eine Variante erprobt würde, so lautet eine der Berechnungen, so wären in 100 Mrd. Jahren (das Universum existiert aber erst 15 bis 22 Mrd. Jahre) nur 10 Varianten durchgespielt. Diese Zahl ist geradezu winzig im Vergleich zu den notwendigen 4¹ºººººº ~ 10 - so viele Kombinationen aus den 4 „Buchstaben“ des genetischen Codes müssten geprüft werden, um jene zu bilden, aus der Leben entsteht. Nach den Berechnungen des bekannten amerikanischen Astronomen Jr. Holding würde eine solche Wahrscheinlichkeit 1 zu 1,3 · 10³º betragen.

Wenn man mit der Methode der zufälligen Kombinationen versuchen würde selbst das einfachste, primitivste Eiweißmolekül zu bilden, so wäre in der ganzen Existenzzeit des Universums nur ein unbedeutend kleiner Teil dieser Varianten durchgespielt. Zu dieser Schlussfolgerung sind die deutschen Wissenschaftler M. Eigner und R. Winkler gekommen. (Nach den Berechnungen der Astrophysiker Chandra Wickramasinghe und Fred Hoyle reicht auch die Existenzdauer der Erde nicht aus, um aus den zweitausend Fermenten, die von den Erdorganismen genutzt werden, ein System hervorzubringen, das auf Evolution basiert.

Also konnte das Leben, laut den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, nicht einfach aufgrund eines Zufalls entstehen.

 

Die Abwesenheit eines Zufalls bemerkte seinerzeit W. Wernadskij. „Die irdischen Wesen“, so schrieb er, „sind Ergebnis eines komplexen kosmischen Prozesses, eines notwendigen und gesetzmäßigen Teiles des in sich geschlossenen kosmischen Mechanismus, wo es, wie wir wissen, keine Zufälle gibt.“ Und tatsächlich, wie das Beispiel der Erde demonstriert, ist die Bedingung der Existenz von Lebensformen eine eigenständige Neuschöpfung ihrer selbst. Man kann vermuten, dass dieses Gesetz auch in den Maßstäben des Universums gilt. Wenn man diesen Gedanken weiterentwickelt, so erscheint es logisch, dass auch die lebende Materie des Kosmos fortwährend nach der Bildung neuer Herde des Lebens strebt. Es geht um eine gesteuerte Einwirkung auf tote Materie, um ihre Organisation, um das Schaffen von Bedingungen, die zum Entstehen des Lebens führen.

„Das Antlitz der Erde“, so äußerte sich W. Wernadskij zu diesen Kräften, „wird durch sie in bedeutendem Ausmaß verändert und  modelliert. Es ist nicht nur die Reflexion allein unseres Planeten, ihrer Elemente, ihrer Energie, es ist gleichzeitig eine Kreation äußerer kosmischer Kräfte.“ Es handelt sich um eine allgegenwärtige gesteuerte Einwirkung „der äußeren Kräfte des Kosmos“, für die der Raum und vielleicht auch die Zeit kein Hindernis darstellen. „Die Biosphäre der Erde“, so Wernadskij weiter, „ist eine Quelle der Veränderungen des Planeten durch äußere kosmische Kräfte.“

Im Folgenden führt A. Gorbowskij einen durchaus passenden Kommentar an:

„Der englische Physiologe K. Bert geht davon aus, dass es außer dem uns bekannten physischen Universum gewisse Kraftfelder gibt, die so etwas wie ein „psychisches Universum“ bilden.“ Es sind Felder oder bestimmte Areale des Bewusstseins, die über die Fähigkeit der „Strukturierung der Realität“ verfügen und „auf die Materie und den Raum einwirken“.

Sowohl der amerikanische Astrophysiker Freeman J. Dyson als auch seine Kollegen schließen „a priori die Möglichkeit nicht aus, dass der Verstand und das Bewusstsein in der Struktur des Universums denselben Status haben wie die Materie und die Energie“.

Darüber, dass eine Einwirkung des Bewusstseins auf die Materie möglich ist, sprechen auch einige Laborversuche der letzten Zeit, die überzeugende, statistisch relevante Ergebnisse geliefert haben. So musste, nach den Bedingungen eines der Experimente, ein Teilnehmer den Knopf eines Gerätes drücken, das einen Spielwürfel auswarf. Dabei sollte er einen gedanklichen Impuls aussenden und sich wünschen, dass eine bestimmte Zahl gewürfelt wird: „eine Sechs“, „eine Zwei“ usw. In den Laboren der Pittsburgh-Universität (USA) wurde 170.000 Mal auf diese Weise gewürfelt. Die Experimente wurden auch in anderen wissenschaftlichen Zentren durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass die Menge der „gewünschten“ Ergebnisse deutlich über dem statistischen Durchschnitt lag, und es viel noch eine weitere Gesetzmäßigkeit auf: Die Zahl der „gewünschten“ Ergebnisse erwies sich gegen Ende einer Versuchsserie als wesentlich niedriger als am Anfang. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Verteilung liegt bei 1 zu 30.000.000.

Einen weiteren Beweis für die Möglichkeit einer Beeinflussung der materiellen Welt mit Hilfe eines Gedankenimpulses stellen die Experimente zur Entstehung des „Josephson-Effekts“ dar (das Fließen eines supraleitenden Stromes durch eine dünne dielektrische Schicht). Der Testperson wurden Ausganswerte (Impulssignale) des Magnetrons am supraleitenden Bildschirm gezeigt und er wurde geben, mittels seiner Gedanken auf das magnetische Feld einzuwirken. Infolge der Einwirkung wuchs die Ausgangsfrequenz bereits nach dreißig Sekunden auf das Zweifache an.

Und es gibt noch viele solcher Geschichten. So können auch die Experimente von Willy Schneider (zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts) erwähnt werden, der Kraft seiner Gedanken Gegenstände bewegte, in Anwesenheit einer Kommission aus 54 Universitätsprofessoren, die die Wahrhaftigkeit des Phänomens bestätigten. Zu dieser Kategorie von Erscheinungen muss auch eine Episode aus dem Leben von Charlie Chaplin gezählt werden, die er in seiner Autobiographie erwähnt. Als er einmal mit seinen Freunden in eine Bar ging, wo es drei Roulettetische gab, verspürte er plötzlich eine seltsame Kraft in sich und sagte, dass er die Kugeln beeinflussen könne - die erste wird auf „9“ springen, die zweite auf „4“, die dritte auf „7“. „Und die erste blieb auf der 9, die zweite auf der 4 und die dritte auf der 7 stehen. Und es war doch eine Chance eins zu einer Million.“, so Chaplin.

Eine Erwähnung ähnlicher Phänomene - der Einwirkung eines Gedankenimpulses auf materielle Gegenstände - kann man auch bei einigen Autoren des Altertums finden. Eine dieser Erzählungen stammt von Joseph Flawi (1. Jh. nach Christus). Er berichtet von einem gewissen Eleasar, der bei der „Austreibung böser Geister“ befahl, unweit des Kranken einen Becher mit Wasser oder einen Behälter für das Waschen der Beine zu stellen.

Als er den Körper des Kranken verließ, warf „der böse Geist“ auf seinen Befehl den Behälter um. Es geschah in Anwesenheit des Kaisers Vespasian, seiner Söhne, vieler römischer Feldherren und einer Menge von Legionären.“

Das, was G. Grabovoi macht, reiht sich durchaus bei den von der Wissenschaft bereits angesammelten Fakten und Hypothesen ein, mit dem Unterschied, dass eine solche extrasensorische Macht und Kraft in einem einzelnen Menschen früher nicht beobachtet wurde.

Das Phänomen des Akademiemitgliedes Grabovoi passt ganz und gar nicht ins Prokrustesbett der orthodoxen Wissenschaft. Er behauptet nicht nur, dass im Universum verschiedene Realitäten existieren, einschließlich der geistigen, unsichtbaren, sondern er demonstrierte auch vollkommen überzeugend, wie sie unser Leben beeinflussen. Materialisierung und Dematerialisierung von Gegenständen, Telepathie, Heilung hoffnungslos Kranker sogar von Krebs und AIDS,  das Wiederbeleben von Verstorbenen, das in Anwesenheit von Experten geschah, Regeneration fehlender Organe – das sind keine bloßen Hirngespinste von Menschen mit einer großen Fantasie, sondern die alltägliche Arbeit dieses außergewöhnlichen Menschen, der niemals anstrebte im Fernsehen aufzutreten oder im Rampenlicht zu stehen. Grabovoi schuf einfach eine neue Realität in einem Wissensbereich, wo Wissenschaft und Religion einander nicht im sinnlosen Streben gegenüberstanden, alleine das Recht auf die Wahrheit zu beanspruchen, sondern sie durch gemeinsame Bemühungen erreichten.

Die Tatsache der Widerauferstehung, und ich betone es noch einmal, die auf entsprechende Weise registriert wurde, hat praktisch das ganze materialistische Weltbild ins Wanken gebracht. Die Vorkommnisse erschütterten jeden, der eine Beziehung zur Wissenschaft hat, dass selbst die Kommission für die Aufdeckung solcher unerklärlichen Phänomene, die von der Russischen Akademie der Wissenschaften speziell dafür geschaffen wurde, geführt von Akademiemitglied Krugljakow, auffällig leise geworden ist, weil sie anlässlich dieser ungewöhnlichen Erscheinungen weder  „ja“  sagen wollten, noch die Möglichkeit hatten „nein“ zu sagen. Denn es gab noch kein einziges Lebewesen, das nach dem Tod ins Leben zurückgekehrt war und von der anderen Seite des Daseins erzählen konnte. Aber jetzt gab es solche Menschen und nicht nur einen.

Und jetzt hatte ich nicht nur die Gelegenheit mich mit diesem einzigartigen Menschen persönlich zu treffen, sondern ihm auch über die Errungenschaften unseres Zentrums zu erzählen, ihn um Rat zu fragen und neues zu lernen.

Zum ersten Treffen mit Grigori Grabovoi bin ich ohne Igor gefahren. Das Büro von Grabovoi lag in der berühmten Moskauer Straße Soljanka, in der Nachbarschaft befand sich auch das Gebäude des Präsidiums der Russischen Akademie der medizinischen Wissenschaften. Eine bedeutende Nachbarschaft. Den Eingang ins majestätische Gebäude des Präsidiums schmückten antike Säulen. Die Monumentalität der Letzteren zeugte von der Unerschütterlichkeit, der Gründlichkeit und der beherrschenden Macht der Institution. Und im Nebengebäude, welches von der Fußball-Liga genutzt wird, das kleine – aus nur zwei Zimmern bestehende - Büro des berühmten Wundertäters, der fähig ist fehlende Menschenorgane zu regenerieren, ohne jegliche Medikamente Diabetes, Krebs und AIDS zu heilen. Diese Ergebnisse wurden festgehalten und bewiesen. Grigori Grabovoi hat zum Beispiel mehrmals die Regeneration fehlender Organen im Operationssaal in Anwesenheit von erstaunten Ärzten eingeleitet. Und nun? Der erste Eindruck von den Vorgängen hat sich ein wenig geglättet. Ärzte, die verschiedenen medizinischen Beamten vergeblich etwas zu erklären versuchten, waren es leid mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen und begannen selbst daran zu zweifeln, dass wirklich ein Wunder geschehen ist. Vielleicht war es ein Traum oder eine Sinnestäuschung? Oder haben wir vor der Operation etwa zu viel über den Durst getrunken? Das alles ist bis zum geht–nicht-mehr bekannt.

Bei mir war es genauso: Ich habe Walerij Schanzew, dem Stellvertreter der Moskauer Stadtverwaltung, einen Brief über die Möglichkeiten unserer Technologien geschrieben. Er gab sofort einigen Kliniken und Instituten die Anweisung, mit mir in Kontakt zu treten und eine Expertise der bezeichneten Möglichkeiten durchzuführen. Nach anderthalb Monaten erfahre ich, dass alle Kliniken und Forschungsinstitute entsprechende Expertisen durchgeführt haben und dass deren Antworten negativ ausfielen. Wo haben sie ihre Expertisen durchgeführt? Wie? Dies ist ein großes Geheimnis. Es hat sich weder mit mir, noch mit meinen Mitarbeitern je einer der Experten getroffen oder uns in diesem Zusammenhang telefonisch befragt. Sie wollten anscheinend weder ihre, noch die Zeit anderer damit vergeuden und so haben sie einfach geschrieben: So etwas kann es nicht geben, da es den strengen Normen unserer Wissenschaft widerspricht. Und eine andere Wissenschaft kennen wir nicht. Deshalb hat niemand ein Recht darauf, etwas zu behandeln, was wir selbst nicht zu behandeln verstehen. So ist die Position dieser Menschen.

So war es seinerzeit auch mit der Akupunktur. Erinnern Sie sich? Man verurteilte die Ärzte bis zum Äußersten, die es wagten Akupunktur anzuwenden. Man nannte sie Scharlatane,  Betrüger, die des hohen Titels eines Arztes nicht würdig sind. Und was ist das Ergebnis? Es zeigte sich, dass eine solche Wissenschaft existiert und auch fähig ist den Menschen wirksame Hilfe zu leisten.

Mit solchen bitteren Gedanken ging ich an dem Präsidium der Russischen medizinischen Akademie vorbei, die mit ihrer ganzen vereinigten Macht noch keinen Menschen vor AIDS retten konnte. Ich ging in das Souterrain, in das Büro von Grabovoi, wo alles, was die offizielle Medizin nicht verstand und nicht machen wollte, ruhig und bescheiden geschah. Es geschah jeden Tag mit demselben positiven Ergebnis.

Grigori Grabovoi wartete auf mich und zwar, wie es sich nachher zeigte, seit langem, noch vor unserer Bekanntschaft. Der Mensch, den die ganze Welt kannte und der von den offiziellen Beamten Russlands gar nicht gerne gesehen war, erwies sich als ein junger Mann, angenehm nicht nur in seinem Äußeren, sondern auch im Gespräch. Nach nur einer Stunde des Gesprächs wusste ich (mehr Zeit konnte er leider wegen den im Korridor wartenden Patienten nicht entbehren), dass unser Treffen eigentlich vorbestimmt war und dass wir von nun an zusammen arbeiten werden. Ich, Igor und Grigori Grabovoi gehören jetzt zu einer Mannschaft, obwohl jeder auf seinem Gebiet weiterhin selbständig handelt.

 

Wir waren uns in allem einig. Es begann eine neue Ausbildungsphase, die schon bald auf radikalste Weise mein Schicksal und das Schicksal von Igor verändern sollte.

Mit Grigori Grabovoi zu arbeiten, war nicht nur schmeichelhaft, sondern auch sehr nützlich. Die Technik der steuerbaren Hellsichtigkeit, die Grabovoi entwickelt hat, erschien Igor und mir als ein glänzender Gipfel. Und wir waren verpflichtet, diesen Gipfel zu erreichen, umso mehr, da sein Besitzer entgegenkommend zugestimmt hat, auf dem schwierigen Wege unser Lehrer zu sein. Er wusste, dass wir in jenem Raum wie Pferd und Reiter sind. Er erklärte: „Ihr wurdet in die Gestalt des Heiligen Georg eingeführt. Das ist eine große Ehre.“

Am 18. April um 21 Uhr, wie im Voraus vereinbart, stellten wir eine telepathische Verbindung mit Grigori Grabovoi her. Wir trafen ihn im Büro an, begrüßten ihn und haben an sein Einverständnis erinnert, uns in sein Bewusstsein zu lassen, um einen Zugang zu de dort gespeicherten Informationen zu erhalten.

Er lächelt und sagte:

„Geht ruhig hinein, ich habe ja schließlich zugestimmt.“

Wir versuchen hineinzugehen. Es gelingt uns nicht. Den Kopf von Grigori Grabovoi schützt eine Kugel, die helle Fäden umspannen. Vom Hals bis zum Boden gibt es so etwas wie einen Rock mit leuchtenden energetischen Schutzstreifen. Und… jetzt sehen wir, dass es nicht Grigori Grabovoi selbst ist, sondern sein Hologramm. Er arbeitet durch einen Vermittler mit uns.

 

Wir nähern uns. Grigori Grabovoi hat eine zweite Sphäre gebildet und uns leicht auf die Ausgangsposition verschoben. Oben über die Abwehr stellt er ein Dreieck und noch eins auf – es hat sich eine doppelte Pyramide ergeben. Sie besteht aus Spiegeln. Der Schutz langt bis zum Boden hinunter. Als Ergänzung stellt er ein Quadrat auf, das alle Schutzvorrichtungen bis zum unteren Ende der Beine zusätzlich schützt. Es ist wie Glas. Man sieht es nicht. Es geschehen neue Transformationen: Das Quadrat entfaltet sich zu einem Kubus. Der Kubus macht jeden beliebigen Schutz unsichtbar. Er ähnelt einer Zauber-Tarnkappe.

„Versteht ihr?“, fragt Grigori Grabovoi.

„Ja“,  bestätigen Igor und ich einträchtig und beginnen sofort auch für uns einen solchen Schutz zu konstruieren. Es ist uns gelungen. Wir sind jetzt unerreichbar.

„Um die Abwehr zu verlassen, muss man es so machen“, ruft Grigori Grabovoi und hat unsere volle Aufmerksamkeit. Mit einigen feinen Pirouetten, Drehungen und Pässen entfernt er zuerst den Kubus, dann die Pyramiden, dann den übrigen Schutz.

„Die Energie sammeln wir im Sushumna“, sagt er und zeigt, wie die energetischen Fäden in seinem Steißbein verschwinden.

  „Das nächste Mal zeige ich euch den Schutz vor den Geistern der Toten und den energetischen Strömen“, verspricht er und verschwindet.

Wir sind alleine geblieben. Ganz außer uns vor Glück.

„Was machen wir nun?“, fragt Igor.

Unerwartet biete ich an:

„Lass uns Herrn Lapschin in St. Petersburg besuchen. Ein wenig mit dem Schutz arbeiten.“

„Ja, lass uns das machen“, stimmte Igor zu.

 

Wir steigen hinauf und fliegen über die Erde. Unten sind Felder, Wälder, Städte. Unter uns ist Russland. Wir fliegen wie Vögel. Zwei, drei Minuten und schon sind wir in der Stadt an der Newa. Etwas führt uns fehlerfrei genau zum Ziel unserer Bestrebungen.

Und schon sind wir im Saal eines Restaurants. Ein großer Tisch, Musik, es gibt viele Menschen. Wir sehen Herrn Lapschin, er sitzt in der Mitte des Tisches. Neben ihm zwei Generäle und auch Menschen in Zivil. Sie trinken Champagner. Wjatscheslaw Lapschin erklärt ihnen, dass er durch Wände sehen und in einer großen Entfernung Gespräche hören kann.

Und was machen wir  jetzt – sehen wir denn nicht, hören wir denn nicht?

Lapschin sagt, dass er Dokumente lesen kann, die weit entfernt auf einem Tisch liegen.

Einer der Generäle sagt gönnerhaft:

„Das wird uns nützlich sein.“

Der zweite denkt: „Ich sollte ihn bitten, dass er meiner Frau nachspioniert.“

Offiziere, verdammt noch eins, denkt ans Vaterland! An die Heimat!

Lapschin fühlt plötzlich, dass Igor und ich bei ihm im Kopf herumkramen. Er ist offensichtlich beunruhigt. Entschuldigt sich und steht vom Tisch auf. Er hat sich hinter eine Säule gestellt, er entfaltet plötzlich seinen energetischen Schutz. Es ist einem gitterartigen Schild ähnlich, der mit gelblichen Fäden verstärkt ist. Vier längslaufende, vier querlaufende. Eine Spiegeloberfläche. Er hebt den Schild, versucht den Überfall abzuwehren.

Igor und mir erscheint es lächerlich. Wir nehmen seinen Schutz in die Hände, wir ziehen ihn ab und umgeben Wjatscheslaw mit einem unsichtbaren Kubus. Das ist alles, er sitzt in der Falle. Er schlägt mit seinem Schild wild um sich. Er ist sehr beunruhigt, er ist sogar erschrocken.

Lapschin sieht jetzt nichts mehr. Fieberhaft wälzt er die möglichen Varianten im Kopf durch. Aber er hat eine starke Intuition. Er hat sich plötzlich mein Haus vorgestellt. Versucht sich ihm zu nähern. Und wofür ist der unsichtbare Würfel? Seine Angst wächst. Er fragt:

„Arcady Petrov, sind sie das?“

Wir schweigen.

Er hat Panik. Geht zum Tisch. Zur seiner Frau.

„Ljusja, kann ich dich kurz stören?“

Was macht er da? Er reißt seine Frau aus dem höchst interessanten Gespräch mit der Nachbarin über Damenunterwäsche.

„Was ist denn?“, fragt sie unzufrieden.

„Komm kurz mit“, bittet er sie.

Sie steht unwillig auf und sie gehen weg.

„Ich habe ein Problem“, erklärt er, „der Biocomputer geht nicht an. Petrov macht irgendetwas. Ich sehe weder ihn, noch sein Haus. Er hat einen mächtigen Schutz aufgebaut. Es muss Petrov sein, ich bin mir sicher.“

„Und wer könnte von unseren Leuten sonst noch auf so einem Niveau arbeiten?“,  fragt sie gelangweilt. Es scheint, dass die Probleme ihres Mannes sie nicht besonders interessieren. „Katja?“

„Natürlich nicht!“

„Nadja?“

„Rede keinen Unsinn. Es ist Petrov. Arcady Petrov, was machen sie bloß?“

„Wir sind unartig“, lachen Igor und ich.“

„Natürlich, es ist Petrov“, erklärt Lapschin laut. „Wann habt ihr das gelernt?“

 

Schweigend entfernen wir den unsichtbaren Kubus, wir befreien Wjatscheslaw aus der Gefangenschaft, wir gehen zur zweiten Stufe über.

Ein aufregendes Abenteuer - es jauchzt das Herz, die Seele jubelt.

Am nächsten Tag benutzten wir wieder den Schutz von Grigori Grabovoi und beschließen, die weiteren Niveaustufen zu untersuchen.

Wir beginnen mit der dritten Stufe. Links und rechts waren Tore. Der Eingang in die astrale Welt des immateriellen Raumes.

Wir haben uns entschieden, nach links zu gehen. Wir gehen hinein. Es ist kalt, ein modriger Geruch liegt in der Luft. Wir sehen Menschen. Sie sind leicht, wie Ballons. Es ist das Reich der Toten. Sie sind in dunkle Kittel gekleidet. Ihnen ist schlecht, es ist ungemütlich hier. Sie sehen uns nicht, wegen des Schutzes, der sich um uns befindet. Lange möchte man sich hier nicht aufhalten.

Wir haben uns entschieden, unsere Forschungsrichtung zu ändern. Wir betreten den Bardo-Kanal. Gegenüber von uns sind weitere Tore. Wir gehen hindurch. Ein geradezu gegensätzliches Bild. Es riecht nach Frühling. Alles hier sieht aus wie auf der Erde. Die Menschen scheinen fast leiblich anwesend. Sie arbeiten hier wie auch zu Lebzeiten. Irgendwann werden sie wieder auf die Erde zurückkehren und vergessen, dass sie je in dieser Welt gewesen sind. Die Schlinge der Unendlichkeit in Form einer Acht. Das Band des Möbius.

Wir kehren wieder in den Bardo-Kanal zurück. Wir steigen senkrecht auf die nächste, die vierte Stufe hinauf.

Wir blicken nach links – da sind Berge, Meere, die sich ins Unendliche erstrecken. Über ihnen hängen schwarze gewittrige Wolken, Luftwirbel, Wirbelstürme. Sehr seltsame Wirbelstürme! Wir wissen nicht, woher die Antwort plötzlich kommt. Es sind harmonielose Menschenseelen. Die Antwort drang einfach durch unser Bewusstsein. Es hörte sich fast so an, als würde jemand unsere Gedanken lesen und bereit sein, uns notwendige Antworten auf die Fragen zu liefern, die sich im Verlauf dieser ungewöhnlichen Exkursion zwangsweise stellen werden.

Wir verlassen diese Stufe wieder und überqueren den Bardo-Kanal. Es scheint, dass die rechte Seite des Systems den Menschen wohlgeneigter ist als die linke. Wir sehen die Weiten des Ozeans. Die Strahlen der Sonne wärmen uns sanft. Ein leichter Sommerwind umspielt unsere Gesichter. Das ist die Grenzenlosigkeit des Schönen. Wir hören in uns wieder diese geheimnisvolle Stimme, die uns erklärt, was wir hier gerade betrachten: An diesem Ort kann das Wissen und das Talent für den Gesang, das Zeichnen, die Dichtkunst und vieles mehr geschöpft werden. Das ist das Haus der Musen, die Quelle der Eingebung.

Wir kehren auf die erste Stufe zurück. Irgendwie haben wir den gleichen Gedanken: Wir könnten doch wieder Herrn Lapschin besuchen!

 

Er versuchte uns den ganzen Tag auszuspionieren. Es ist ihm nicht gelungen. Einen solchen Schutz, wie unseren, wird er nicht umgehen können. Er ist beunruhigt und zeichnet irgendwelche Schemata, um mich zu erreichen. Sein einziger Gedanke: „Es ist Petrov“.

Ich fahre in ihn. Ihm wird schlecht. Wir ziehen uns wieder zurück. Zusammen mit Igor schaffe ich für ihn eine positive Aura, wir lindern die Krämpfe.

Lapschin fühlt sich besser. Er ist ans Fenster getreten, atmet.

„Arcady Petrov, sind sie das?“

Ich schweige.

„Wie haben sie das geschafft? Wann ist es in ihnen erwacht? Sind sie das wirklich?“

In seinem Kopf herrscht Verzweiflung und Leere. Er strebte sein ganzes Leben danach, das zu erreichen und ihm ist es nicht gelungen.

„Arcady Petrov, ich muss eingestehen, dass ich in einigen Sachen Unrecht hatte.“

Er hat Tränen in den Augen.

Schweigend stimme ich zu und gehe weg. Igor ist neben mir. Wir kehren nach Moskau zurück.

In der Nähe des Hauses empfinden wir eine undefinierbare Schwere. Wir bleiben stehen, sehen uns aufmerksam um. Über der Schutzatmosphäre des Hauses kreist ein großer schwarzer Rabe. Ein immaterieller.

Aha, der Astral ist also nervös geworden! Jetzt ist es schon zu spät sich aufzuregen. Igor und ich transformieren uns. Ich bin ein Schimmel in Panzerung, auf mir der Reiter mit Speer und Schild – der Heilige Georg. Er schnappt sich das Schwert und nähert sich dem Raben. Wir haben uns entschlossen, zuerst eine weiche Art der Konfrontation zu wählen, wie Grigori Grabovoi es uns gelehrt hat. Die Frage „Warum?“ formen wir so um, dass sie mehr zu unserer Gestalt passt:

„Was willst du, dich ein bisschen warmlaufen, kämpfen?“

 

Der Rabe gerät in Panik. Er sieht einen riesigen Reiter, dessen Kopf über die Wolken hinausragt. Er weiß, was es ist. Das geflügelte Pferd ist der Kosmos. Der Reiter ist die Kraft und der Verstand der Gesellschaft, der ganzen Menschheit. Jetzt zu dieser Zeit wurden sie uns übergeben. Und der Rabe weicht zur Seite und verschwindet. Die harte Phase der Konfrontation wurde in eine weiche umgewandelt. Der heilige Georg braucht nicht unbedingt hinter jeder Krähe nachzujagen. Natürlich ist nicht jeder Rabe gleich, genauso wie sich eine alte Legende von einer modernen Müllhalde unterscheidet, so haben wir den Feind mit diesem Vergleich gedemütigt. Die Situation hat ein Gesicht bekommen. Jetzt wissen sie, wo sie uns finden können. Nun ist es an der Zeit, ihnen ein wenig den Kopf zu lüften. Danach werden sie nicht mehr wissen, ob es tatsächlich hier ist oder vielleicht doch wo anders. Wir verspüren die Notwendigkeit einen Trick anzuwenden, die uns von der vorhergehenden Phase suggeriert wird. Wir präzisieren.

„Wovor fürchten sich Raben?“, frage ich Igor.

„Vor einer Vogelscheuche.“

Wir haben uns an die Hologramm-Kopie von Grigori Grabovoi erinnert. Jetzt wird die Hologramm-Kopie des Heiligen Georg auf den Posten neben das Haus gestellt. Wenn sich jemand mit bösen Absichten dem Haus nähert, wird uns die Kopie benachrichtigen und wir werden augenblicklich reagieren können, von einer beliebigen Entfernung aus. Außerdem kann der Schild selbständig handeln, allerdings nicht ganz so frei, wie Igor und ich.

In uns ertönt wieder jemandes Stimme: „Fürchtet euch nicht, es ist unmöglich das zu verhindern. Es wird wieder eine Abtastung des Raumes vorgenommen, zwecks positiver Rekonstruktion“.

„Wir fürchten uns nicht“, antworten wir laut, „weil unsere Handlungen nicht vom Schöpfer getrennt sind, der diese Handlungen erzeugt.“

Wir sind über die Synchronität der Antwort erstaunt und tauschen mit Igor Blicke aus.

 

„Ihr müsst euch die Technik der Lenkung aneignen“, hören wir die Stimme, „ihr müsst bestimmen, welche Bewusstseinszustände, vom Standpunkt der Seele, ohne eine Lenkung durch Logik eine gesteuerte Phase schaffen. Versucht es bei der Arbeit mit dem materiellen Raum nachzuvollziehen. Die Lenkung realer Ereignisse kann man sich nicht sofort aneignen, dennoch ist eine Ereignislenkung wichtig.“

Also eine Aufgabe haben wir schon mal. Sie ist klar und deutlich, wie die unvergessliche Losung von Lenin: „Lernen, lernen und nochmals lernen!“

Am Morgen des nächsten Tages, um punkt acht Uhr, sitzen Igor und ich, wie man es von gewissenhaften Schülern erwarten kann, bereits auf der Schulbank. Wir schalten die Bildschirme des inneren Sehens ein und finden uns sofort als Pferd und Reiter wieder. Scheint fast so, als würde man uns auf einen Krieg vorbereiten. Wir betrachten unser Äußeres genau.

Das Pferd ist durch einen Kettenpanzer geschützt. Über den Augen sind metallische Klappen angebracht, die im Kampf hinabsinken und die Augen schützen. Das ist Pegasus. Der Reiter trägt links einen länglichen geschmiedeten Schild, rechts ein sehr langes, dunkles Speer. Die Beine sind durch Kettenpanzer und Kniestücke geschützt. Die Stiefel sind mit  Metall beschlagen, die Stiefelspitzen sind nach oben gebogen. Am Gürtel hängt ein Schwert, sein Griff ist mit Edelsteinen bestückt. Ein sehr großer rosafarbener Stein schließt den Griff ab. Am Sattel sind Pfeil und Bogen befestigt. Die Pfeile befinden sich im Köcher. Es sind genau sieben Stück und unterschiedlicher Farbe: gelb, violett, grün, blau, braun, schwarz, weiß. Hinter dem Gürtel des Reiters steckt ein Stab. Sein Griff ist gebogen, auf dem Griff gibt es eine Aufschrift: „Rette und bewahre!“

 

Der Helm ist mit einem Kettenpanzer-Schleier umrahmt. In seinem Zentrum, über der Nasenwurzel, brennt ein riesiger Rubin. Um die Schultern trägt der Reiter einen sehr langen roten Umhang. Auf dem Kragen des Umhangs steht auch etwas geschrieben. Rechts am Sattel hängt eine kräftige Keule. Noch einmal sehen wir uns den Schild an. Darauf gibt es eine Zeichnung: Der Reiter bezwingt mit seinem Speer einen Drachen. Genau wie auf dem Wappen Moskaus.

Jetzt können wir aufbrechen. Nach ein paar Sprüngen befinden wir uns schon auf der zweiten Niveaustufe links, auf einem Gefechtsübungsplatz.

Wir probieren den Stein auf dem Helm und auch den auf meiner Stirn aus. Von ihnen gehen Strahlen aus. Wir steuern den Strahl mit Hilfe des Bewusstseins. Wir wissen nicht, woher die Information kommt, was und wie wir es machen sollen. Es fühlt sich so an, als wäre das Wissen bereits in uns selbst verborgen gewesen und hätte nur auf den richtigen Augenblick gewartet, um sich uns zu offenbaren. Und jetzt strömt es aus den Tiefen unseres Wesens.

Mit dem Strahl zeichnen wir eine Wiese, auf der ein prunkvolles altes Schloss steht. Wir bedienen uns dabei der gelben Farbe und prüfen: Kann man es wieder rückgängig machen? Der Strahl wird violett und löscht alles Gezeichnete. Mit der grünen Farbe holen wir das Schloss näher zu uns heran, mit der blauen Farbe rücken wir es von uns weg und verkleinern es. Was für eine schlaue Farbe! Mit ihrer Hilfe kann man einen Riesen in einen Zwerg verwandeln. Das muss ich mir merken, obwohl sich die Gelegenheit, es anzuwenden, wohl kaum bieten wird. Wir sind der Heilige Georg! Und das ist eine große Verantwortung. Wir sind schließlich ein Ritter!

Nun nehmen wir die schwarze Farbe. Das Schloss drehte sich zur linken Seite und wurde unsichtbar. Wir drehen es nach rechts und es wird wieder sichtbar.

Ein brauner Strahl: Das Schloss ist kleiner geworden und wie ein Luftballon nach oben geflogen. Wir drehen es gegen den Uhrzeigersinn  – es kommt wieder und stellt sich auf die vorige Stelle.

Mit dem weißen Strahl ergreifen wir es und ziehen es hinter uns her, wohin wir wollen.

Jetzt werden wir den Bogen austesten. Wir legen den Pfeil auf die Bogensehne, zielen auf das Schloss und schießen. Das gibt’s nicht… das Schloss ist eingestürzt, als wäre eine Interkontinentalrakete eingeschlagen. Wir nehmen den Speer. Wir zeichnen uns einen Schutz wie bei Lapschin: ein Quadrat, das mit gelben Linien in Sektoren eingeteilt ist. Wir schlagen mit dem Speer darauf: Der Schild zerfließt und läuft zu Boden, wie aufgetautes Speiseeis.

Wir fühlen uns angespornt. Jetzt brauchen wir einen aktiven Gegner. Wir erschaffen einen Drachen. Igor schnappt sich das Schwert, schwingt es, schlägt auf den Hals, noch bevor der Drache seinen Rachen aufmachen kann, um uns mit seinem Flammenwerfer zu wärmen. Der Kopf fliegt wie ein Kohlkopf zu Boden.

Das hätten wir geschafft. Wir machen die Aufgabe komplizierter und zeichnen einen dreiköpfigen Drachen. Aus irgendeinem Grund wissen wir ganz genau, dass sein linker Kopf die dunkle Kraft verkörpert, der zentrale Kopf das Wissen, die Macht, die Geschicklichkeit und die Gerissenheit. Der rechte Kopf ist der gefährlichste. Man muss ihn zuerst abschlagen.

Ein Schlag – es rollt der rechte Kopf weg. Der mittlere Kopf spuckt Feuer auf uns. Eine unglaubliche Hitze. Igors Umhang und meine Pferdedecke retten uns vor der Perspektive, zum Frühstück verspeist zu werden: Ein Braten aus Georg, dem Pechvogel. Igor hat wieder sein Schwert geschwungen und der zweite Kopf ist abgefallen. Der Drache hat ein wenig sein Gleichgewicht verloren. Der linke Kopf überwiegt und er schafft es nicht mehr uns zu schaden, versucht uns mit seiner Pfote zu erreichen, um uns mit dem Schwanz zu erschlagen, aber es gibt Probleme mit dem Gleichgewicht. Und Igor nimmt die Gelegenheit wahr und schlägt mit dem Schwert auf den Hals. Das war’s: Der Drache ist erledigt.

Von den Waffen ist einzig die Keule nicht zum Einsatz gekommen. Wir zeichnen einen riesigen Berg. Igor schlägt mit Inbrunst auf den Gipfel des Berges. Das ist vielleicht eine Macht - der ganze Berg zerfällt in kleine Stücke. Nur ein kleiner Hügel ist übrig geblieben.

Wir erproben die letzte Gabe des Himmels - den Stab.

Wir zeichnen einen Menschen. Aus dem Stab geht ein Strahl zu ihm aus, trifft direkt auf den Scheitel und verschwindet mit einem hellen Blitz im Sushumna, im zentralen Kanal. Der Mensch lebt auf, sieht sich um, ihm wurde Leben gegeben und er versucht zu verstehen, was das ist.

 

Wir wischen den Wissbegierigen weg. An seiner Stelle zeichnen wir einen schwarzen Vogel. Der Strahl schlägt ihm in den Schwanz und in den Kopf - der Vogel wird heller.

Wir wischen den Vogel weg und zeichnen einen Hasen. Wie kann man ihn beleben? Wir wirken mit einem Strahl auf die Beine und den Kopf ein, später berühren wir mit der Spitze des Stabes die Darstellung, wir materialisieren ihn. Es gelingt uns. Das bedeutet, die Reihenfolge ist jetzt klar: zuerst die Idee, dann die Energie, dann die Materie.

Interessant. Wir räumen hinter uns auf und kehren auf die erste Stufe zurück.

 

Wir stehen auf der Erde und sehen, wie sich um uns herum Familiennamen, Formeln, geometrische Figuren tanzen. Es sieht aus wie Milliarden von Fäden. Wir schnappen uns einen von ihnen und nehmen ihn in uns auf. Jetzt ist es wie ein Filmstreifen. Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe, Vulkanausbrüche, Katastrophen, Taifune – das ist jetzt alles in uns.

 Wir fangen einen anderen Faden. Wir sind unter Wasser. Um uns herum gibt es Fische, Korallenriffe, wir sehen, was dort lebt, sich entwickelt, stirbt.

Ein anderer Faden - eine Stadt, Autos, Computer, Netzstörungen, Ökologie, eine sehr angespannte Lage.

Wir wechseln das Band – jetzt sind da Sterne, der Mond, Satelliten, Raketen. Wir werden über eine mögliche Gefahr informiert, die eine Kollision der Erde mit einem Asteroiden betrifft. Vom Stoß wird die Erde anfangen sich schneller zu drehen. Es kommt zu einer furchtbaren Katastrophe.

Die Informationen laufen sehr schnell, in Form von Zahlen. In uns ertönt eine Stimme, dass wir die Zweiten sind, die den Zutritt zu dieser Information erhalten haben und dass das der Anfang der zweiten Etappe unseres Lebens ist.

Und wenn wir es schaffen diese Etappe zu bezwingen und die Erde zu retten, kommt die wichtigste Etappe, die dritte.

Einer der Informationsfäden beginnt unruhig zu vibrieren. Wir fangen ihn auf. Wir sehen ein Haus, so etwas wie einen selbstgemachten Altar. Ein Tisch. Darauf liegt ein Amulett, es brennen Kerzen und auf dem Tisch steht mein Foto. Neben dem Tisch steht eine Frau. Sie ist etwa fünfzig Jahre alt. Sie ist füllig, unter dem linken Auge hat sie ein Muttermal. Ihr Haar ist schwarz und lang und die Wimpern wie angeklebt.

Die Frau spricht eine Beschwörung aus. Es ist ein Ritual und es ist konkret gegen mich gerichtet. Das Ziel des Rituals ist die Kodierung der Information.

Igor nimmt einen Pfeil und schießt ihn in den Tisch. Es scheint, als hätte dort ein Erdbeben begonnen. Alles schaukelt, fällt runter. Die Kerze hat das Foto in Brand gesteckt, eine Ecke ist verbrannt. Die Frau gerät in Panik. In ihrem Bewusstsein gibt es Angst. Sie hat verstanden, dass sie es mit etwas zu tun bekommen hat, dass viel mächtiger ist, als sie. Sie lischt fieberhaft die Kerzen. Wir werden hoffen, dass ihr dies eine gute Lehre sein wird. Adieu, du hausbackene Hexe.

Wir steigen in den Bardo-Kanal hinauf, um das Studium der Niveaustufen zu beenden.

Das fünfte Niveau links: Finsternis, Orkane, Wirbel, Blitze, der Zustand des Menschen und der Natur. Da fliegt eine riesige Biene: die eine Seite gestreift wie bei einer Hummel. Es handelt sich um Hypnose.

Rechts das genaue Gegenteil: blauer Himmel, leichte Wolken, Frühlingsgewitter. Sonne, ein zarter Wind, Birken. Aber das ist auch Hypnose.

Mal sehen, wie es wirkt. Wir reiten zum Platz. Wir zeichnen zwei Häuser. In jedem lebt eine Familie. Wir beleben das Bild. Wir reiten nach oben. Wir nehmen uns zwei Beutel der hypnotischen Träume. In den einen legen wir den Wind, die Dunkelheit, die Feuchtigkeit. In den anderen die zarte Frühlingsbrise, die Landschaften mit den Birken. Wir schütten den Inhalt aus dem ersten Beutel über dem Haus aus: Etwas zerbricht, etwas gelingt nicht, alle in der Familie streiten sich, können sich nicht einigen. Wir schütten den zweiten Beutel über dem zweiten Haus aus. Dort lachen alle, strahlen, arbeiten. Die sechste Niveaustufe links. Hier spielt sich ein Schöpfungsprozess ab, aber ein irgendwie seltsamer: Talentlosigkeit, Graphomanie, vergebliche Anstrengungen. Rechts - große Eingebungen genialer Menschen. Hier holen sich die Künstler ihre Inspiration her, um ein Buch zu schreiben, um ein Bild zu malen. Ich fühle mich hier wohl, es ist angenehm, man will gar nicht mehr fort. Aber Igor ist schon müde. Wir müssen zurück.

 

* * *

 

Das Wissen über die Lenkungsstruktur der Erde hat wiederum eine Kaskade neuer Informationen hervorgebracht. Sie sind sofort als Eingebung in meinem Bewusstsein erschienen – woher und warum ist mir unbekannt. Ich wusste einfach, dass die Niveaustufen durch die Erddrehung um die eigene Achse entstehen, infolge einer elektromagnetischen Aufspaltung. Und jeder Planet des Sonnensystems hat einen bestimmten Einfluss auf diesen planetarischen Lenkungsmechanismus. Wobei die Niveaustufen nicht nur als eine Art Pyramide über den Nordpol ragen, es gibt auch welche, die zum planetarischen Kern führen. Es handelt sich eigentlich um zwei Pyramiden, die mit ihrer Grundfläche auf der Erdoberfläche zusammentreffen.

Ich habe diese Struktur akkurat auf einem festen Blatt Zeichenpapier aufgezeichnet. Es ist ein sehr interessantes Bild entstanden. Der helle, silberfarbene Bardo-Kanal geht als Schnitt von oben nach unten durch. Ein zweiter Kanal kreuzte in einem rechten Winkel den ersten. Es erschien ein deutliches Kreuz. „Und Gott schied das Licht von der Finsternis“. Womit hat er es getrennt? Es ist also so, dass der Bardo-Kanal, der mit der geheimnisvollen silbernen Farbe gefüllt war, eine Art göttliches Trennwerkzeug darstellte. Und sein Name ist der Heilige Geist.

„Und Gott hat zwei große Himmelskörper geschaffen: einen großen Himmelskörper für die Lenkung am Tag und einen kleinen Himmelskörper für die Lenkung in der Nacht und die Sterne“. Mit dem großen Himmelskörper war alles mehr oder weniger klar. Die Sonne ist der Stern unseres Planetensystems. Der kleine Himmelskörper rief Unverständnis hervor: Wo ist es? Denn es geht hier nicht um die Sterne - sie gelten extra. Vielleicht der Mond? Sein Einfluss auf die Ereignisse unseres Planeten ist sehr groß. Aber die Zweifel quälten mich. Ich fühlte, dass ich die Antwort auf diese Frage finden sollte, umso mehr, da Lapschin mehrmals von einer geheimnisvollen Sonne Nr. 2 gesprochen hat. Er verband damit mehr oder weniger die Pläne seiner Finanzmacht. Ich musste es in Erfahrung bringen. Und je schneller, desto besser.

An dieser Stelle möchte ich die unerfahrenen Leser unter ihnen vor einer Besonderheit der Hellsichtigkeit warnen.

Zuerst ein einfaches Beispiel. Wenn jemand Schmerzen in der Brust hat, wird ein Kardiogramm erstellt. Dabei wird natürlich nicht die ganze komplexe Tätigkeit unserer „Pumpe“ abgebildet, aber man erhält eine Vorstellung ihrer Arbeit. Für die Ärzte ist so eine Darstellung oft nicht nur notwendig, sondern auch ausreichend.

 

Wir wissen noch nicht, wie jene feinstofflichen Geschöpfe, mit denen die Hellseher arbeiten, in Wirklichkeit aussehen. Diese Geschöpfe wollen aber von sich aus mit den Menschen kooperieren. Deshalb nehmen sie für den Hellseher eine Gestalt an, die seiner gewohnten Kultur und Erziehung entspricht und kommunizieren mit ihm in der ihm vertrauten Sprache, indem sie z.B. Ausdrücke verwenden, die er seit der Kindheit kennt.

Jemand hat Schmerzen in der Brust und wendet sich an einen Hellseher und dieser sieht ein kleines Teufelchen, das die Aorta zudrückt. Kein Kardiogramm, sondern jenen, den wir aus den Märchen kennen. Der Hellseher kann wirklich mit ihm reden - nicht laut, sondern gedanklich, aber sie verstehen einander. Und übrigens kann dieses Teufelchen, wobei es unbedeutend ist, welche Gestalt angenommen wurde und aus wessen Phantasie es entsprungen ist, viel besser das Wesen der Krankheit des Patienten darstellen, als das vom Gerät gezeichnete Kardiogramm.

Ich glaube, dass das menschliche Gehirn, wenn seine Kapazität zu 50 % genutzt wird, und nicht wie üblicherweise zu drei bis vier Prozent, sich beliebige Prozesse, Zustände, ja sogar abstrakte Begriffe eben gerade in  einer sichtbaren Form vorstellen kann. Und dabei gibt es beim Drachen und bei dem obenerwähnten Teufelchen nur zwei bis drei Funktionen und eine durchaus klare, ziemlich primitive Bestimmung. Ein Zerberus isst nicht, trinkt nicht, läuft den Frauen nicht nach, bewacht nur den Eingang der Höhle.

Der Mensch ist multifunktional und besitzt viele Freiheiten. Gerade sein Bewusstsein erschafft unsere Welt, weiter oben wurde schon darüber gesprochen. Deshalb sind alle diese Gestalten, Geschöpfe, oder wie auch immer man sie noch bezeichnen mag, nur die Art, wie die rechte Gehirnhälfte jene natürlichen Erscheinungen interpretiert. Die linke Gehirnhälfte würde viele Jahre brauchen, um sie zu begreifen.

Ein einfaches Beispiel: Vor ungefähr einhundert Jahren haben Physiker die Tür zu einem früher der Menschheit unbekannten Land des Mikrokosmos, zur Welt des Atoms geöffnet. Die Wissenschaftler haben seit dieser Zeit dieses winzige „unteilbare“ Teilchen ziemlich aufmerksam und detailliert studiert, haben Erkenntnisse gesammelt über seine Bestimmung, seine Rolle in unserer Welt, bei dem Aufbau der Materie und der physischen Realität. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Max Planck und andere die Ersten waren, die auf dem Grund der materiellen Welt das Atom gesehen haben. 

Jeder, der die Geschichte des Altertums studiert hat, weiß, dass es den Philosophen Demokrit gab und vor zweieinhalbtausend Jahren sprach auch er über Atome und hat uns eine Beschreibung dieses Teilchens hinterlassen. Das interessante dabei: Die Beschreibung des Atoms, die uns die moderne Physik vorstellt und die Beschreibung des Philosophen Demokrit aus der historischen Stadt Abdera sind tatsächlich identisch. Aber alleine Max Planck hatte Zugriff auf Theorien, die sich in Hunderten von Jahren angesammelt hatten, Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler, ein gewisses Fundament des materialistischen Begreifens der Wirklichkeit; Domokrit hatte das alles nicht. Der Eine kannte Geräte, Experimente, bei dem Anderen gab es noch nicht einmal Mikroskope, ganz zu schweigen von molekularen Mikroskopen. Und nichtsdestotrotz hat er es auf irgendeine Weise gesehen und hat es - bedenken Sie: schon vor zweieinhalbtausend Jahren - ich wiederhole, genau gesehen. Im Grunde gab es auch keine Abweichungen zu der modernen Vorstellung vom Atom. Das bedeutet, dass er den Zugang zu diesem Wissen auf einem anderen Weg erhalten hat, durch Erleuchtung, Intuition oder man könnte es auch Hellsichtigkeit nennen. Es verfügen bereits heute nicht nur einzelne, sondern sehr viele Menschen über dieses Instrument oder diese Möglichkeit, sich in die Prozesse einzuschalten, die innerhalb des Organismus ablaufen, innerhalb der Zellen, innerhalb der Chromosomen. Und es gibt sogar Menschen, die über die Veranlagung verfügen, negative Ereignisse in positive umzukehren, dadurch nicht nur die Genesung herbeiführen, sondern in vielen Fällen sogar den Ablauf der Ereignisse verändern können.

 

Wie geschieht das? Wahrscheinlich gehören derartige Erscheinungen in eine Welt, die dem Erdbewusstsein grundsätzlich unbegreiflich bleiben, darauf geht auch Simon Franck in seinen Büchern ein. Aber ich erinnere noch einmal daran, dass wir auch das Wesen der Elektrizität bis heute nicht ganz durchschaut haben, was uns aber nicht daran hindert, die Elektrizität zu verwenden. Warum sollte man also jene Gestalten, die sich dem Hellseher zeigen, nicht für eine gute Tat verwenden?

Engel und Heilige sehen wir so, wie sie auf den Heiligenbildern dargestellt sind, deshalb erkennen wir sie leicht. Dank den Regeln der Ikonenmalerei können wir sie voneinander unterscheiden. Genauso verhält es sich auch mit historischen Persönlichkeiten, deren gemalte Porträts uns bekannt sind. Einige Porträts beruhen auf der Phantasie des Malers, warum auch nicht?

Und hier entsteht noch eine Bedingung: Je gebildeter der Hellseher ist, desto mehr sieht er. Um in einem alten Mann Sokrates zu erkennen, muss man wissen, dass es einen solchen Philosophen zu damaliger Zeit gegeben hat. Ein Hellseher, der als Bergbauingenieur arbeitet, sieht die Welt der jenseitigen Geschöpfe anders als z.B. ein Agrarwirt. Und wenn sie zusammenarbeiten, so wird ihr gemeinsames Arsenal der kulturellen Vorstellungen zum Einsatz kommen.

Hieraus ergeben sich durchaus sehr viele interessante Probleme. Und es ist schade, dass sich niemand mit der Geschichte der Hellsichtigkeit, der vergleichenden Analyse unserer Auffassungen und ihrer Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Mediums befasst.

  Das Jenseits wünscht also unsere Mithilfe, es braucht die Menschen. Was das Endziel dieser Zusammenarbeit ist, weiß ich nicht. Aber ich glaube fest daran, dass ich meine menschlichen Werte dabei nicht opfern muss.

Natürlich bin ich nicht der erste, der die Möglichkeiten der feinstofflichen Welt und seiner Verbindung mit der physischen Realität zu studieren und zu verstehen versucht. Mein Vorteil besteht nur darin, dass ich gleichzeitig sowohl der Forscher als auch ein Teilnehmer dieses Prozesses bin. Selbst in der ehemaligen UdSSR haben es viele Wissenschaftler gewagt, Meinungen auszusprechen, die im totalen Gegensatz zur damals vorherrschenden marxistisch-leninistischen Ideologie standen. Einer davon war das korrespondierende Mitglied der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, W. I. Siforow:

 

„Je weiter der Horizont des Wissens wird, desto stärker treten die Beschränkungen der kognitiven und intellektuellen Möglichkeiten des einzelnen Menschen zutage. Die fachbezogene Spezialisierung und die verschiedenen Fachrichtungen, die es in der Wissenschaft gibt, sind Resultat einer Bestätigung dieser Tatsache. Aus heutiger Sicht bestand das Wissen über das Universum aus einer relativen Wahrheit, gemessen an der Aufmerksamkeit, die Lenin dem Wissen schenkte. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Kosmos auf viele Überraschungen stoßen werden, einschließlich sehr „wunderlicher“ Formen von Materie. Ein intensiveres Studium des Raum-Zeit-Kontinuums, die Annahme einer Diskontinuität des Raum-Zeit-Kontinuums wird unseren Wissenshorizont enorm erweitern und uns solche Erkenntnisse liefern, an die wir heute nicht einmal im Traum denken und die aus heutiger Sicht verrückt und unsinnig erscheinen. Genauso,  wie es einst den Physikern verrückt erschien, dass an der Energieübertragung Quanten beteiligt sind. Je verrückter und paradoxer eine Idee erscheint, desto näher an der Wahrheit liegt sie meist. Dieses Paradoxon hat seinerzeit Niels Bohr abgefasst: „Vor uns haben wir eine wahnsinnige Theorie. Die Frage besteht darin, ob sie wahnsinnig genug ist, um richtig zu sein“.

Alles hier Gesagte steht in direkter Beziehung zur Hypothese des „denkenden Universum“. Die Betrachtung des Universums als ein System, das sich selbstständig verändert, das über gewisse Attribute verfügt und gewisse Ziele umsetzt, sprengt den Rahmen unseres jetzigen relativen Wissens. Womöglich ist das jene Situation, wo die Intuition der Wissenschaft zu Hilfe kommen kann.

Gerade zu der Zeit, als wir uns bei meiner Arbeit im Verlag „Chudlit“ einigermaßen aus dem Schuldensumpf herausgekämpft hatten und ein solides Wachstum aller Kennziffern vorweisen konnten, wurden wir von den strukturelle Umgestaltungen erfasst, die der stellvertretende Minister Grigorjew für diesen Wirtschaftszweig angedacht hatte. Bei dieser Neuverteilung spielten sich um uns herum schreckliche Szenen ab, deren Ziele sich vollkommen deutlich abzeichneten: eigene Leute auf Schlüsselpositionen setzten und die Anderen in die großen Ehrengräber der Holdinggesellschaften werfen, die dann schon von alleine vom Markt verschwinden würden. Das führte dazu, dass im Zentrum von Moskau eine große Zahl prestigeträchtiger Gebäude frei wurde, deren geschickte Verteilung nicht so sehr dem Staat, sondern vielmehr den Beamten, die dem Staat vorstanden, sehr solide Provisionen versprach, diese Tatsache gesellte sich zu den bereits bekannten Vorzügen. Im Grunde genommen wurde ein großes Spiel gespielt und da wollte eben niemand als Spielverderber erscheinen. So, wie einst die ehemaligen Leiter der Goskompetschat (staatliche kommunistische Druckerei) aus ihren Büros geworfen wurden, so erging es auch denjenigen, die einzig und allein ihr Unternehmen vor dem endgültigen Niedergang bewahren wollten. Das Tragischste an ihrer Lage war, dass der Staat sie nicht brauchte und sie trotz jener schrecklichen Bedingungen, die ihnen zugemutet wurden, weiterhin existierten: Ihnen wurden die Umlaufmittel entzogen und von Zeit zu Zeit wurde alles von ihren Bankkonten abgehoben, was diese Menschen erwirtschaftet hatten. Sie mussten  im Wettrennen mit den kommerziellen Unternehmen bestehen, ohne einen Tropfen Benzin im Tank zu haben. Denn die Umlaufmittel sind jener Treibstoff, ohne den kein Projekt – sei es kommerziell oder staatlich - realisiert werden kann. Ein Privatunternehmen kann die Rückgabe der Leihmittel durch Aktien oder Immobilien den Banken garantieren, was aber können staatlichen Unternehmen als Pfand anbieten? Sie haben ja nichts Eigenes.

Wir haben mit Anteilnahme und Kraftlosigkeit verfolgt, wie vor unseren Augen ein hervorragender Verlag nach dem anderen dem Boden gleich gemacht wurde. Der Redakteur der Zeitung „Knischnoe obosrenie“ wurde entlassen, als er gerade krankgeschrieben war. Die Direktorin des erfolgreichen Kinderbuchverlages „Detskaja literatura“, Jelena Norzow, wurde innerhalb von zwei Wochen aus ihrem Amt entlassen. Sie hat geklagt, gewonnen und konnte trotzdem nicht auf ihren früheren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Nerven ihrer Mutter haben das nicht ertragen, sie erlitt einen Herzinfarkt. Im Krankenbett flehte sie ihre Tochter an: „Lena, sie werden dich töten! Siehst du denn nicht, was das für Menschen sind? Gehe weg, wenn du mich retten willst. Ich kann so nicht leben, wenn ich weiß, dass du die ganze Zeit in Gefahr bist.“

Vor solch ungünstigem Hintergrund - bei der Arbeit, in der Branche - haben sich im Folgenden dramatische Ereignisse entwickelt. Ungeachtet der unglaublichen psychologischen Schwierigkeiten fanden Igor und ich die Zeit uns dem weiteren Studium des sich uns neu eröffneten Märchenlandes zu widmen.

Auf der siebten Niveaustufe rechts und links fanden wir das aus Märchen bekannte lebendige und tote Wasser. Wir traten nur einen Schritt von den Eingangstoren vor und schon haben die märchenhaften Sujets plötzlich einen realistischen Schein angenommen. Wir wussten, wenn wir den Weg einschlagen, der sich uns öffnet, dass möglicherweise Jahrzehnte nicht ausreichen würden, um alles zu sehen, was es dort gab.

Auf der achten Niveaustufe sahen wir lebensspendende und totbringende Kreuze.

Auf der neunten Stufe waren das biblische Paradies und die Hölle angesiedelt. Jedes beliebige Tor öffnet sich vor uns, aber vorerst können wir nicht alles erforschen, was sich dort versteckt. Wir fürchteten uns zu verlaufen.

Einmal haben wir im Bardo-Kanal einen großen schwarzen Raben gesehen. Da wir in der Schutzhülle waren, deren Gebrauch Grigori Grabovoi uns gelehrt hatte, hat er uns nicht bemerkt und ist einfach an uns vorbeigeflogen. Wir entschieden uns, ihm zu folgen und sind im Galopp hinterher. Eigentlich reichte ein Sprung aus, um ihn auf der dritten Niveaustufe einzuholen, wo er ins Reich der Toten hineingeflogen ist. Es war das linke Tor. Uns hat niemand zurückgehalten, als wir nach ihm hineingegangen sind.

Der Rabe setzte sich auf die Erde. Jetzt ist er ein halber Mensch. Und wir erkennen ihn: Lapschin. Jetzt wissen wir, mit wem er sich rumtreibt und woher er sein Wissen und seine Kraft nimmt. Er ist kein Mensch. Von der Seite ist er ein Vogel und von hinten ein Teufel mit Schwanz und Hufen. Er wird von einem großen schwarzen Menschen empfangen, der eine Kapuze trägt, die über den Kopf gezogen ist. Wir können nicht sehen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Auf der Schulter trägt er eine Sense. Es ist der Tod. Sie stellten sich einander gegenüber. Sie unterhalten sich mittels Telepathie. Wir können die Informationen nicht lesen, andernfalls würde man uns bemerken. Wir sehen nur, wie sich aus der Brust des Todes ein schwarzer Energiestrom entlädt und in die Brust, den Kopf und die Lenden dieses Geschöpfes, halb Teufel halb Vogel, fährt. Also hier sind sein Haus und seine Verwandtschaft angesiedelt. Wir müssen verschwinden, bevor er uns bemerkt. Wir sind noch nicht in der Lage, um uns dem Tod entgegenzustellen. So schleichen wir uns besser weg, besonders, weil sich in einiger Entfernung gerade ziemlich viele Tote versammeln.

Am Abend haben wir uns entschieden, Lapschin einen Besuch abzustatten. In letzter Zeit arbeitet er offenbar gegen mich. Viele meiner Bekannten sehen im Traum jetzt häufig brutale Vergewaltigungsszenen. Diese schrecklichen Geschichten geschehen offenbar nicht zufällig. Besonders wenn man die Arbeit mit den Niveaustufen kennt und selbst Ähnliches herbeirufen kann. Obwohl es zwischen „kannst“ und „machst“ eine tiefe Kluft gibt. Lapschin hat, wie es scheint, diese Kluft überwunden. Das bedeutet also, dass wir alle Höflichkeiten beiseitelassen können.

Wir fanden unseren ehemaligen Lehrer in Moskau wieder. Er befand sich in der Wohnung eines Bewunderers. Er konnte dort bleiben, so lange er wollte. Er liest ein Buch. Er fühlt sich ausgezeichnet! Macht nichts, seine gute Laune wird gleich vergehen. Ohne den Schutz zu entfernen, verschaffen wir uns Zutritt zu seinem Bewusstsein. Wir wissen, was wir suchen. Die Informationsfäden sind wie Filmstreifen. Wir sehen sie durch. Hier sind sie doch – die Toten des Totenreiches. Er kommt selbst von da. Seine Aufgabe besteht darin, die Energie derer zu sammeln, die ihm geglaubt haben und diese Energie durch das Egregor in das Reich der Toten zu pumpen. Er nährt die Toten mit Energie, auf Kosten der Lebenden. Und hier schafft er Gedankenformen des Horrors und schickt sie anderen Menschen. Ein interessantes Hobby hat er da. Wer hätte gedacht, dass im zwanzigsten Jahrhundert – dem Jahrhundert des Materialismus - ein solches Geheimwissen nicht nur möglich ist, sondern auch aktiv unter den leidenschaftlichsten Atheisten wirkt. Wahrhaftig, die Wege des Herrn sind unergründbar.

Lapschin fühlt, dass jemand in sein Bewusstsein eingedrungen ist. Umso mehr, da unsere helle Energie für seine dunkle Seele wie Weihwasser ist. Sie verbrennt ihn. Er steht auf, aktiviert seinen Biocomputer (da es sein Terminus ist, soll er doch sein Bewusstsein nennen, wie er will). Er steigt die Niveaustufen hinauf. Er versucht zu sehen, woher die Einwirkung kommt.

Aber er kann unseren Schutz nicht durchdringen. Seine Frau fragt:

„Was ist mit dir?“

„Stör mich nicht, es scheint, dass Petrov wieder was im Schilde führt“, antwortet der Hexenmeister bissig.

„Petrov hier, Petrov da, du bist ja völlig auf ihn fixiert“, keift Ljusja gereizt und wendet sich ab.

 

Lapschin hat sich mit seinem Gesicht zu uns gewandt. Sein scannender Strahl konnte unseren Schutzkubus nicht durchdringen. Er hat sich auf der Oberfläche gebrochen und ist nach beiden Seiten herumgegangen. So wird er nichts sehen können. Igor und ich gehen ein Stück nach links, er sieht nach rechts. Er ist nervös. Ihm entgleitet das Buch und fällt auf den Boden, er zuckt unwillkürlich zusammen.

Wir nehmen den Stab und zeichnen mit roter Farbe einen Kreis um das Buch. Lapschin sieht einen brennenden Kreis. Seine Beine werden weich. Er fällt in den Sessel.

Seine Frau meldet sich wieder zu Wort:

„Was ist mit dir?“

„Ich bin müde, gestresst. Meine Beine sind wie Watte, ich will nichts mehr.“ Er schläft langsam ein. Wir haben ihn in Schlaf versetzt.

„Sollen wir ihm vielleicht einen Horrorfilm zeigen?“, frage ich Igor.

„Das macht doch keinen Sinn, er liebt so was doch“, widerspricht mein Kampfgefährte.

Seine Frau steht auf, rüttelt ihn ein wenig.

„Schläfst du wirklich?“

Er lehnt sich in den Sessel zurück, bittet mit schwacher Stimme:

„Gib mir was zu trinken.“

„Geh‘ zum Teufel“, schimpft sie und geht in ein anderes Zimmer.

  Wieder kriechen wir in seinen Kopf hinein und sehen nach, was er sich zuletzt ausgedacht hat. Er hat an seinem Schutz gearbeitet. Er ist unkompliziert. Verschiedene Figuren, die von Menschen erfunden wurden:  Pyramiden,  Quadrate,  Kugeln, die wie fliegende Untertassen verbunden sind. Wir gehen tiefer. Mein Gott! In seinem Inneren ist er sehr alt! Einige Millionen Jahre!

Wir hinterlassen eine Nachricht von uns in seinem Unterbewusstsein: „Bereue! Denke über Gott nach! Beschäftige dich nicht mit dunklen Geschäften.“

Jetzt kann man sich ruhigen Gewissens zurücklehnen. Wir verlassen diese Sphäre und sind wieder in meinem Büro. Lächelnd blicken wir einander an. Wir sind glücklich wie Kinder.

 

* * *

 

Das, was wir im virtuellen Raum gemacht haben, wirkte sich plötzlich auf eine ganz bestimmte Weise auf die materielle Welt aus. Es hat uns unerwartet eine nahe Vertraute von Lapschin, die ihn fast seit dem ersten Tagen begleitet hatte, in unserem Zentrum besucht. Die Frau war offensichtlich besorgt und sogar erschrocken. Sie erzählte mir, dass bei den Kindern, die nach der Methoden Lapschins unterrichtet werden, gehäuft Fälle von psychischen Erkrankungen auftreten, und dass sie diese Tatsache zunehmend beunruhigte. Sie fand den Mut ihn anzurufen und ihm ihre Befürchtungen und sogar Einwände auszusprechen.

Und am nächsten Tag kam eine Frau aus Donezk ins Zentrum. Sie leitete dort eine Filiale der Akademie und trainierte drei Kindergruppen nach der Methodik Lapschins. Ein Kind nach dem anderen zeigte dort dieselben Symptome, die auch schon bei den anderen Kindern beobachtet wurden. Und ebenso wie meine Kinder wurden sie von Alpträumen und Friedhofsthemen gequält.

Leider konnte ich sie nicht persönlich treffen. Mit ihr hat unsere Geschäftsführerin gesprochen. Sie hat dem Gast aus Donezk vieles erklärt. Ich hoffe, dass es ihr helfen wird, sich in der Situation zurechtzufinden.

Als Igor und ich das nächste Mal in den immateriellen Raum eingetreten sind, wurden wir bereits erwartet. Es erschien ein Engel mit großen glänzenden Flügeln und hat uns zu sich nach oben gerufen. Augenblicke später befanden wir uns bereits mit ihm zusammen irgendwo über den Niveaustufen. Wir blieben auf einer Wolke stehen, die sich wie Erdboden unter unseren Füßen anfühlte.

Über uns schwebten weitere Wolken. Sie ballten sich, so dass fast kein Licht zu uns durchdrang. In einer Spalte bildete sich ein Fenster, durch das sich ein heller, blendender Strom ergoss. In diesem Strom hat sich zuerst eine geometrische Figur gebildet: ein Kreis, in dessen Mitte ein mit Goldfäden gezeichnetes Dreieck war. Daneben materialisierte sich eine mit Edelsteinen verzierte Ikone mit dem Antlitz Christi und begann sich der geometrischen Figur zu nähern. Sie platzierte sich im Zentrum des Dreieckes, hat sich dort zu einer goldenen Medaille verhärtet und schwebte plötzlich zu uns. An dem Medaillon hat sich aus dem Nichts eine goldene Kette gebildet und sich um den Hals von Pegasus gelegt. Aus dem Licht folgte ein Mann, der die Mütze des Monomachs trug. Nach ihm traten Heilige und Kämpfer hinaus. Derer gab es sehr viele. Sie gehen an uns vorbei. Sie drehen sich zu uns, schauen streng, aufmerksam, versuchen uns zu studieren. Dort, woher sie kommen, erkennen wir Mauern einer altertümlichen Stadt. Sie sind hoch und schneeweiß.

Aus dem Licht erscheint ein Mensch in einer langen weißen Kutte mit Flügeln auf dem Rücken. Er schwebt über dem Heer und den Heiligen. Er lächelt uns an.

Wir versuchen scheu zu erraten:

„Erzengel Michael?“

„Ja! Habt ihr mich denn nicht erkannt?“

Es kommen noch mehr Menschen, sie halten mit Gold und Silber verzierte Kirchenfahnen in den Händen. Dann wieder Kämpfer in Kettenpanzern und Helmen. In ihren Reihen gibt es auch Heilige der orthodoxen Kirche und Priester. Die Wolken ziehen noch weiter auseinander. Unter ihnen ist ein Meer entstanden, der Sturm wirft ein altes Boot von einer Welle auf die andere, der Wind zerreißt das alte Segel in Fetzen. Es stehen Menschen an Deck, die sich jedoch nicht fürchten. Der Strahl, der vom Himmel geschickt wurde, führt das Schiff.

Das Bild verschwindet. Jetzt sehen wir einen riesigen Menschen. Es ist ein Schmied. Er schmiedet ein reckenhaftes Schwert mit einem großen Stein in der Fassung, zwischen Klinge und Griff. Er reicht es uns. Igor nimmt es und küsst die Klinge.

Ich habe plötzlich aufgehört Pegasus zu sein. Ich stehe neben Igor in einem akademischen Talar.

Jemand steht neben mir, auch ein Riese in einem Priestergewand, hat uns mit einem Pinsel aus einem goldgelben Kübel bespritzt. Wir werden mit einem riesigen Kreuz getauft, und küssen das Kreuz drei Mal. Der Segnende legt uns abwechselnd die Hand auf die rechte Schulter.

„Jetzt habt ihr die wahrhafte heilige Taufe empfangen. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen!“

 

* * *

 

Natürlich konnte ich so etwas nicht einfach nur als eine Tatsache hinnehmen, ohne darüber nachzudenken und einer Expertise des Bewusstseins zu unterziehen. Ich hatte keine Möglichkeit das Geschehene zu leugnen, da ich auch nicht der einzige Teilnehmer dieses Ereignisses war, aber ich wollte unbedingt eine Bestätigung, Deutung zu den unglaublichen Vorfällen finden. Derselbe Journalist A. Gorbowskij hat in einem anderen Buch „Andere Welten“ (Moskau, 1991) etwas meiner jetzigen Wahrnehmung Ähnliches untersucht. Erlauben Sie mir, ihn zu zitieren:

„Der Gedanke an Wesen, die neben uns leben und von unseren Sinnen nicht wahrgenommen werden, war im menschlichen Bewusstsein tatsächlich schon immer vorhanden. Diese Vorstellung ist Teil eines jeden Glaubens, einer jeden weltweiten Religion und der mythischen Systeme verschiedener Völker. Man kann mit aller Gewissheit behaupten, dass es in der Geschichte der Menschheit keine Zivilisation gegeben hat, die nicht an solche Elemente geglaubt hätte. Die Ansichten der Theologen, der Philosophen und Mystiker aller Zeiten im Hinblick darauf, was diese Geschöpfe darstellen, können auch jenen dienlich sein, die in der heutigen Zeit versuchen solche Phänomene zu verstehen.

Einige große Denker haben in einer Reihe von Zeugnissen ihre Ansichten hinterlassen, die dem ähneln, worüber ich jetzt spreche. Aristoteles ging davon aus, dass außer den Menschen, Vögeln, Tieren und anderen wohlbekannten Lebensformen auch andere Geschöpfe existieren, die von unseren Sinnesorganen nicht wahrgenommen werden können, weil sie über einen feineren, ätherischen Körper verfügen, die aber genauso substantiell sind wie jene, die wir sehen. Aristoteles und andere Philosophen verschiedener Epochen, die diese Überzeugung teilten, vertraten diesen Standpunkt, ohne sich zu bemühen irgendwelche Beweisargumente zu finden. Sie haben sich nicht vorgenommen, jemanden zu überzeugen. Außerdem gehört das Wissen über diese andere Realität, die Empfindung ihres Daseins, vielmehr in ein Gebiet der tiefen Intuition als der logischen Berechnungen und rationalen Konstruktionen. Jene Feststellung trifft dann auf Resonanz und Verständnis bei demjenigen, der mit einer solchen Intuition ausgestattet ist. Das bedeutet nicht, dass jemand besser ist und jemand schlechter. Es bedeutet einzig und allein, dass jemand sich als Teil einer umfangreichen, multidimensionalen Realität empfindet und ein anderer nicht.

Dieser Logik bedienen sich die Denker, die ihre Überzeugung zwar angesprochen haben, aber nicht begründeten. „Ich gestehe ein“, schrieb Kant, „dass ich geneigt bin die Existenz von immaterieller Wesen in unserer Welt zu bestätigen.“

Ich denke, ausführlicher als alle anderen hat es K. E. Ziolkowskij beschrieben. Er glaubte, dass ganz zu Beginn der Existenz des Universums gewisse „Wesen entstanden sind, die nicht so wie wir gestaltet waren“, schrieb er, „zumindest aus unvergleichlich weniger geladener Materie als wir“. Während der Milliarden Jahre ihres Daseins konnten diese Wesen, nach Meinung des Wissenschaftlers, die Stufe ihrer Vollkommenheit erreichen. „Haben sie vielleicht bis in unsere Zeit überlebt und leben sie unter uns, für uns unsichtbar bleibend?“, hat sich Ziolkowskij gefragt.

Unsere Unfähigkeit diese feinen Strukturen anderer Geschöpfe wahrzunehmen ist möglicherweise vergleichbar mit der Unfähigkeit der Insekten oder, sagen wir, der Bienen, die Existenz des Menschen wahrzunehmen. Die Menschen beschäftigen sich mit der Bienenzucht mehr als 10.000 Jahre. Seit zehn Jahrtausenden werden die Bienen verändert und studiert, es werden Artikel und Monographien über sie geschrieben. Aber dabei zeigt sich, dass der Mensch für die Bienen hinter der Barriere ihrer Wahrnehmung bleibt. Ihre Sehkraft ist so gestaltet, dass sie ihr nur erlaubt, verschwommene Konturen naher Gegenstände zu unterscheiden. In diesem schwankenden Dunst der nebligen Umrisse sind die Konturen des Menschen, der Bäume oder der Statuen, die zu Ehren irgendwelcher Ereignisse unserer Welt errichtet wurden, für sie gleichermaßen nicht zu unterscheiden und gleichgültig. Die Bienen, so der bekannte französische Forscher Rémi Chauvin, ahnen nicht einmal die Existenz eines solchen Wesens wie des Menschen. In jener Realität, in der sie sich aufhalten, gibt es weder Menschen noch die Menschheit.

Genau so, wie Bienen oder Insekten, die in unserer Welt leben, nichts von der Existenz des Menschen erahnen, genauso nehmen wir andere Geschöpfe nicht wahr, die möglicherweise in unserer Mitte sind. Wir können zumindest manchmal den Gedanken zulassen, dass es sie gibt. Aber welches Dasein diese Geschöpfe führen, welche Motive und Ziele sie haben, wenn sie denn welche habe, das können wir möglicherweise nicht einmal erahnen. Woher sollen wir wissen, ob sie die Menschheit nicht genauso züchten, wie wir die Bienen. Im Übrigen ist es vielleicht besser, dass wir es nicht wissen.

Und hier noch eine Meinung, die des bekannten Neurophysiologen und des Nobelpreisträgers John Carew Eccles (1903 – 1997, Australien):

„Ich bin davon überzeugt, dass die Ausgangsrealität der Wahrnehmung des „Ichs“ nicht durch das Gehirn, die Neuronen, die Nervensignale oder die Raumwahrnehmung bestimmt werden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Bewusstsein nicht noch eine andere Möglichkeit der Existenz kennt, vielleicht auch unter sehr schwer für uns vorstellbaren Bedingungen. Jedenfalls behaupte ich, dass die Möglichkeit einer Weiterexistenz aus wissenschaftlichen Gründen nicht abgelehnt werden kann.“

Seinen Worten nach existiert eine gewisse Komponente des menschlichen „Ichs“ in der Welt, „die der Desintegration nach dem Tod nicht unterworfen ist“.

Und jetzt bin ich persönlich und direkt mit den Wesen in Berührung gekommen, die unsichtbar unter uns leben und konnte den neuen Aspekt meiner eigenen Existenz erfahren. Und gewiss war die seltsame und unerwartete Einbeziehung ins Ritual der heiligen Geheimnisse ein Teil des Vorhabens, bei mir als auch bei Igor Arepjew verschiedene Strukturen der Persönlichkeit mit dem Bewusstsein zu verbinden. Denn es war bereits Paracelsus davon überzeugt, dass jeder Mensch zwei Körper hat: den physischen und den geistigen. Und er war schließlich ein Hellseher. Also was geschieht mit uns - das Aufspalten oder die Synthese dieser beiden Körper?

 

* * *

 

Meine Schülerin Tamara, die ich schon in diesem Buch erwähnt hatte, leidet an starken Kopfschmerzen. Die Angriffe auf ihre Gesundheit bringen mich stark aus der Fassung. Auch Tamara kann dieses endlose Unwohlsein kaum noch ertragen. Sie muss  ständig mit Nervenzusammenbrüchen kämpfen.

Ich rufe Igor. Wir müssen dieses Problem irgendwie lösen. Diese Zottel (so nennen wir mit Igor diese durchtriebenen Kreaturen der Unterwelt) sind kaum mehr zu ertragen.

Wir haben uns entschieden, zu dritt zu arbeiten. Wir gehen in den immateriellen Raum. Über dem Kopf von Tamara hängt eine Kugel mit leuchtenden Äderchen. Wir lokalisieren den Angriff und folgen dem Strahl, um herauszufinden, woher er kommt. Der bekannte Vogel mit Schwanz und Hufen.

„Nun werden wir dich erwürgen, du Zottel!“, schreit Igor wütend und greift an.

Der Vogel verwandelt sich in einen riesigen wütenden Wolf. Ich sehe seine Augen mit dem gelben Schein des Hasses, das Fletschen der Zähne. Aber der Wolf ist ein wenig verloren. Ein Duell mit dem Heiligen Georg, damit hat er scheinbar nicht gerechnet. Er will zuschlagen. Zu spät. Igor trifft ihn mit seinem Speer.

Der Wolf verwandelt sich vor unseren Augen in einen Fuchs. Auch eine große Unverschämtheit. Direkt vor meinen Augen. Ich trete ihn mit den Hufen. Aus dem Fuchs ist ein Rabe geworden, der dann auf eine der Niveaustufen geflüchtet ist.

Bezüglich Tamara müssen wir schleunigst etwas unternehmen. Ihr geht es immer schlechter. Wir jagen nach oben, holen von dort das lebensspende Kreuz und stellen es vor Tamara hin. Von oben kommt ein mächtiger Strahl. Wir stellen das Kreuz in den Strahl und nun ist der warme Wind auf Tamara gerichtet. Sie ist gänzlich von diesem Strom eingenommen. Sie wird von göttlicher Energie durchflutet. Der Schmerz verschwindet. Ihr geht es jetzt viel besser. Wir fügen noch Energie aus dem Stab hinzu. Sie erholt sich direkt vor unseren Augen.

Über uns erscheint eine weiße Taube. Wir werden nach oben gerufen. Tamara verlässt den immateriellen Raum und wir fliegen der Taube hinterher. Auf dem Gipfel der Niveaustufen gibt es eine Treppe. Auf ihr sitzt der Heilige Georg. Wir knien uns vor ihm nieder. Er ist so riesig, dass wir kaum bis zu seinen Knien reichen.

„Worum wollt ihr bitten?“, fragt er.

Wir antworten, dass wir um Unterstützung bitten in der Schlacht gegen die dunklen Kräfte und bei guten Taten.

Er streckt uns die Hand mit einem Ring auf dem Finger entgegen:

„Berührt den Ring.“

Wir berühren den Ring und fühlen, wie wir an Kraft gewinnen.

Jetzt müssen wir Lapschin finden, ihn zur Strecke bringen.

Wir gehen auf das Erdniveau herunter und machen seine Wohnung ausfindig. Sie ist mit einer dunklen Hülle umgeben. Der neue Schutz. Wie sollen wir ihn entfernen? Mit einem Strahl schneiden wir ein Fenster heraus, wir blicken hinein.

Eine Küche. Er sitzt neben seiner Frau am Tisch. Hat einen verlorenen Ausdruck im Gesicht und wirkt sehr müde. Er ist nur noch der Schatten eines Menschen.

Wir dringen in sein Bewusstsein ein und spielen die Informationen des gestrigen Tages ab. Lapschins Gehirn besteht aus zwei Kugeln. Sie werden durch Energie und Informationen zusammengehalten. In der Mitte seiner Strukturen sind Quadrate. Es gibt zehn Stück davon, sie sind sehr aktiv. Der Strahl führt durch den Bardo-Kanal auf die dritte Niveaustufe. Ein weiterer Impuls führt zur sechsten Niveaustufe, zur Traumwelt. Dort herrscht noch immer das gestrige Bild, das heißt jener Moment, als er sich darauf vorbereitet hat uns anzugreifen. Hier ist er im Reich der Toten. Von der Seite gesehen ist er ein Vogel, von hinten ein Teufel. Er trägt einen Ledergürtel. An seinem Gürtel sind magische Instrumente befestigt: eine Kerosin-Lampe und ein Becher. Daneben steht eine uns bekannte Person mit einer Sense im schwarzen Kittel. Und wieder wird aus der Brust des Todes schwarze Energie in die Brust von Lapschin gepumpt.

Er verwandelt sich in einen riesigen Raben. Unter ihm ist eine schwere schwarze Plattform mit einem geschmiedeten Ring in der Mitte. Er ergreift den Ring mit den Klauen, hebt die Platte in den Himmel und trägt sie durch den Bardo-Kanal auf das Erdniveau. Er findet mein Haus und senkt die Platte von oben herab. Es erscheint ein Reiter - unser Schutz. Er hält die Platte mit seinen Händen fest, so dass sie nicht herabstürzen kann. Aber der Vogel ist gerissen und macht es ihm nicht leicht. Er wartet darauf, dass jemand ins Haus geht, schickt diesen eintretenden Menschen einen Impuls, schafft eine Resonanz und drückt diese Menschen mit der Platte nieder. Daraufhin fühlen sich alle im Haus niedergeschlagen.

Jetzt sind Igor und ich erschienen. Wir beginnen mit ihm zu kämpfen. Wir sehen jene gestrige Schlacht. Wir bezwingen den Wolf und das schwarze Vögelchen flüchtet und versteckt sich auf der dritten Niveaustufe. Das bedeutet also, dass der Wolf eine Illusion, ein Hologramm ist. Wir haben nicht mit einem echten Wolf gekämpft, sondern mit einer Trickfilmfigur, die uns geschickt vorgespielt wurde. Obwohl, wenn man nach dem Zustand von Lapschin urteilt, er doch was abbekommen haben muss. Der Heilige Georg ist nicht irgendeine Hexe auf ‘nem Besen. Es besteht der Wunsch Lapschin etwas auf den Hals zu hetzten, mit dem er nicht gerechnet hat. Aber er  sieht allzu traurig aus. In Russland tritt man niemanden, der bereits am Boden liegt. Wir gehen raus, gehen weg. Er soll sich erholen, dann sehen wir uns wieder.

 

Wir sind in unser Büro unter der Kuppel des Turmes zurückgekehrt. Der Bildschirm des inneren Sehens lief noch, wir waren gerade dabei ihn auszuschaltet, als plötzlich ein Informationsstrom in uns eingedrungen ist und sich entfaltete, es war fast so als würde eine Stimme zu uns sprechen: „Messt die Zeit der Ereignisse in der virtuellen Welt der vorgegebenen Realität. Das Ereignis ist eingetreten. Die Veränderungen haben begonnen. Die Realität beginnt sich zu verändern. Lapschin hat angefangen sich für diese Richtung zu interessieren, entsprechende Texte zu lesen, Bücher zu studieren. Euer Eingreifen hat das überlagert, so dass ein wichtiger Abschnitt seines Lebens ausgetauscht wurde. Ihr habt keine Zeit mehr, um die volle Ausbildung zu durchlaufen, weil sich ein sehr wichtiges Ereignis nähert, wir müssen schnell handeln. Lapschin überholt euch ein wenig. Ihr seid im Prozess seiner Beziehungen zu Grabovoi entstanden.  Ihr seid stark, aber ihr unterschätzt, mit wem ihr es zu tun habt. Die dunklen Mächte haben an Stärke gewonnen und wollen gegen das Reich Christi in den Kampf ziehen. Das Millennium ist ein Jahr der Veränderungen. Das Gesetz erlaubt, Christus zu Hilfe zu kommen. Ihr macht es richtig, dass ihr den Menschen aus Lapschins Umgebung versucht die Augen zu öffnen, aber das ist nicht genug – seine ganze Kraft befindet sich in ihm, wie eure Kraft sich in euch befindet.

Seine Gruppe hängt von ihm ab. 

Eure Gruppe hängt von euch ab.

Endgültig wird sich alles in einem persönlichen Kampf entscheiden. Er ist ein sehr ernstzunehmender Gegner. Er sieht die Todesursache des Gegners. Das Wichtigste ist: Wer stirbt welchen Todes?

Ihr kämpft oben. Aber die Ereignisse entwickeln sich auch am Boden. Er will euch aus seiner Akademie vertreiben und ihr wollt ihn aus eurer vertreiben. Macht es ihm klar. Rekrutiert Menschen für eure Armee. Bald müsst ihr sie führen sowohl hier im Reich Gottes als auch unten auf der Erde.“

 

* * *

 

Am nächsten Tag sind Igor und ich zu Grigori Grabovoi gefahren. Er begrüßte uns mit einem Lächeln und war über die im immateriellen Raum geschehenen Ereignisse bereits im Bilde.

„Also, so etwas kommt vor. Man hat euch belogen. Hauptsache ihr zieht die richtigen Schlüsse aus den Vorgängen. Den Sieg wird jener erlangen, der die richtigen Schlüsse zieht. Überlegt, wie man jetzt mit Träumen und Hologrammen kämpfen sollte, wie man hinter diesen Trickfilmen den wahren Gegner erkennt. Lasst uns an die Arbeit gehen“, bot er an, „schaltet eure Bildschirme ein und schon kann’s los gehen.“

Er konzentrierte sich.

„Die Erfahrung der Komprimierung des Raumes in das Ausmaß der eigenen Seele. Was machen wir zuerst? Wir beschränken den Raum um uns herum und ziehen ihn in uns hinein.“

Merkwürdig, im Unterschied zu den senkrechten Aufstiegen durch den Bardo-Kanal sind wir jetzt direkt oben angekommen. Wir sind fast so etwas wie ein Dschinn, der aus seinem Fläschchen befreit wurde. Um uns herum ist die Grenzenlosigkeit des Kosmos. Alles ist sehr deutlich sichtbar: Sterne, Spiralnebel unserer Galaxie, andere Galaxien in weiter Ferne. Und unten ist unser Fläschchen, das die ganze Welt fasst. Eine zweite Plattform, auf der wir stehen, ist wahrscheinlich der Pfropfen dieses Behälters. Dieser Korken ist jetzt etwas angehoben, aufgrund dessen hatten wir die Möglichkeit in die Freiheit auszureißen. So sieht also unsere Welt aus, wenn man sie von außen betrachtet.

Hier gibt es nichts – weder einen zentralen Kanal, noch links oder rechts. Es macht keinen Sinn, nach oben zu streben. Diese Grenzenlosigkeit bedrückt, aber wir überwinden die Angst. Das ist wahrscheinlich der erste Spaziergang des Menschen im freien Weltraum ohne einen Astronautenanzug. Obwohl, eher nicht. Ähnliche Zeugnisse findet man zum Beispiel auch im tibetischen Totenbuch. Aber vielleicht sind die Autoren dieses Buches dann doch nicht so weit vorgedrungen.

Wir werden irgendwohin gezogen. Und unser Weg, auch wenn durch nichts markiert, ist kaum zufällig. Diese unsichtbare kosmische Strömung zieht uns buchstäblich in die Tiefen des Weltalls hinein. Die Erde und das Sonnensystem sind seit langem nicht mehr zu sehen.

„Versucht stehenzubleiben“, hören wir die Stimme von Grigori Grabovoi.

Wir bleiben stehen. Vor uns flammt so etwas wie ein großer Bildschirm auf, auf dem mit großen Buchstaben ein Text erscheint. Das hat Ähnlichkeit mit einer Vorlesung. Wir lesen:

„Das Leben ist die Unendlichkeit und die Unendlichkeit ist das Leben. Doch Unendlichkeit gibt es nicht in jedem Leben. Wer diese Unendlichkeit erkennt, jener erkennt auch das Leben.

Unendlichkeit gibt es in jedem von uns, in eurer Seele. Wenn ihr diese Unendlichkeit entfaltet, dann erkennt ihr das wahrhafte Leben, wie auf Erden so auch im Kosmos. Die Unendlichkeit kann nicht unterbrochen werden und das Leben ist genauso unendlich wie der Kosmos.

Das Leben ändert sich, genauso wie der Kosmos. Und eben der Kosmos beeinflusst euer Leben. Alles, was ihr im Leben macht, ist kosmisch und ist den Gesetzen des Kosmos auf der Erde eigen.

Der Kosmos spendet Leben, wie auf der Erde so auch auf anderen Planeten. Es ist falsch zu behaupten, dass jemand die Erde geschaffen hätte. Der Kosmos hat das Leben durch die höchste geistige Kraft geschaffen.

 

Die kosmische Energie ist in jedem von euch. Er müsst nur lernen, sie zu benutzen und dann erkennt ihr das wirkliche Leben, wie auf der Erde so auch im Kosmos.

Dieser Schatz wird nicht jedem zuteil. Und nicht jeder, der darauf vorbereitet wurde, kann diese Energie auch steuern. Lebt in Harmonie, wie auf der Erde so auch im Kosmos - und ihr werdet das ewige Leben finden.

 

Der Kosmos ist Ausdruck eurer selbst und ihr seid Ausdruck des Kosmos. Nehmt das, was euch zusteht. Gestaltet sowohl das irdische als auch das kosmische Leben, da ihr bis dort gekommen seid, wo ihr gerade steht. Euer einziger Helfer ist der Glaube.

Alles Kosmische ist euch nicht fremd. Es ist euch verwandt, obwohl es nicht jeder erkennen kann. Nur Auserwählte können die Energie von dort nutzen, wo ihr euch gerade befindet. Der Kosmos hat euch das Leben geschenkt, so lehnt es nicht ab. Erinnert euch - ihr lebt nach den Gesetzen des Kosmos. Eure Taten - das ist der Kosmos.

Ihr erfindet nichts Neues, sondern lest im Buch des Lebens jenes Alte, was dort bereits geschrieben steht.

Beeilt euch! Alles, was in der Spirale geschieht, kommt auch zu einem Ende. Aber es ist ewig, weil es zugleich von vorne beginnt.

Das Leben ist nicht das, wofür ihr es laut eurer Weltanschauung haltet. Das Leben ist ein Raum, der durch kosmische Gesetze bestimmt ist. Nichts kann sich chaotisch, spontan von sich aus entwickeln. Es entwickelt sich alles nach einer bestimmten Ordnung.

 

Das Leben ist nach den Gesetzen des Kosmos aufgebaut und es ist falsch zu behaupten oder anzunehmen, dass ihr etwas entdeckt oder erfindet. Das ist alles schon früher geschehen und die Menschen stehen erst auf der ersten Stufe ihrer Entwicklung. Und die Treppe des Wissens führt weit nach oben. Um Zugriff auf das unendliche Wissen zu erhalten, muss die Seele im vollen Einklang mit dem Kosmos sein. Es ist falsch davon auszugehen, dass ihr nach dem Tod verschwindet oder an einem bestimmten Tag etwas Neues entdeckt. Das Leben ist unendlich und eure Entdeckungen sind auch unendlich. Sie sind bereits in der Vergangenheit und auch in der Zukunft geschehen.

 

Jene, die durch ihre Seele ihren Gott erkennen, jene werden auch den Zugang zu dem Gesetz des unendlichen Kosmos bekommen. Sie werden das Wissen nutzen können, das sie so weit nach vorne bringen wird, dass das gegenwärtige Bewusstsein es sich weder vorstellen, noch in seinen Verstand einordnen kann. Sie werden im Endeffekt auch der himmlischen Strafe für ein falsch geführtes Leben entgehen.

 

Die Gesetze des Lebens sind sehr einfach, aber jeder, der sie letztendlich im Buch des Wissens lesen wird, sollte auf eine Sinnerfassung und ein vollständiges Begreifen bereit sein und sich bewusst machen, dass auf ihm die Verantwortung der Ausführung dieser Gesetze ruht.“

Das war so was Ähnliches wie ein Vorwort. Dann begann das erste Kapitel.

„Die Wechselwirkung der negativen

und der positiven Energien

Negative und positive Energien sind untereinander äquivalent. Es kann aber auch vorkommen, dass entweder die negative Energie überwiegt oder die positive. So etwas geschieht im Falle einer Wechselwirkung der energetischen Kräfte und des Kampfes der guten Kräfte mit den bösen oder der bösen Kräfte mit den guten.

Dort, woher ihr gekommen seid, besteht fast immer ein Gleichgewicht, da die Ereignisse und das Leben nach den Gesetzen des Kosmos ablaufen. Um eine Situation zu verändern und euer Leben selbst zu steuern, ist eine dritte Energie vonnöten, die es an jener Stelle, wo ihr seid, nicht gibt. Um die Ereignisse und den Lauf des Lebens zu ändern, muss man die Energie aus der Quelle des Lebens nehmen, die sich höher, über euch befindet. Eben über jener Stelle, wo ihr arbeitet.

Aber ihr müsst die Kraft der verwendeten Energie einzuschätzen wissen, da ihr nicht nur den Lauf der Ereignisse und die Lebensqualität ändert, sondern auch die Gesetze des Daseins und die Gesetze des Kosmos, an jener Stelle, wo sie unabhängig von euch und vom Willen der dort Lebenden gelten. Ihr müsst euch das Ausmaß der verwendeten Energie deutlich vor Augen führen und euch die Folgen der Anwendung dieser Energie deutlich vorstellen, und bedenkt, von wem ihr diese Energie nehmt.

Nutzt die Kraft, die euch für gute als auch für andere Absichten gegeben wurde, bei der Errichtung des energetischen Kanals vernünftig! Seid euch bewusst, dass die Kraft, derer ihr euch bedienen wollt, in der Welt, in der sie zur Anwendung kommt, um ein Vielfaches größer ist als andere Kräfte.

Nach der Prüfung wird diese Kraft in euch gefestigt sein. Aber bedenkt, dass sie weder der Anfang noch das Ende ist, sie ist nur eine der Kräfte, zu derer Verwendung ihr zugelassen seid.

Nach eurem Schaffen wird euch gegeben.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen!

Die Ankunft Gottes

Bereitet euch auf die Ankunft Gottes vor, weil Gott auf jene Stelle herabsteigen wird, woher ihr selbst gekommen seid. Und diejenigen, die in das Schaffen Gottes nicht eingeweiht sind und die keine Kraft Gottes haben, werden umkommen.

Die Kraft Gottes ist in eurer Seele, findet den Glauben in eurer Seele! Dann werdet ihr Ruhe und Eintracht in eurem Dasein finden.

Wisset, dass jeder die Kräfte Gottes nutzen kann, die viel größer sind. Und fürchtet euch nicht, diese Kräfte zu nutzen, da ihr zu ihnen zugelassen wurdet.

Wisset, dass die gegebenen Kräfte sowohl die Welt, in der ihr euch befindet, als auch das Leben, die Natur und alles, was euch umgibt, ändern können.

Bezweifelt die Richtigkeit eurer Entscheidung nicht, da es eure Entscheidung ist und es ist genauso der Wunsch einer höheren Macht. Handelt im Einklang mit dem Glauben und eurer Seele, so wie es euch vorgesagt wird. Weil ihr die Verkörperung der Hand Gottes seid, die sowohl im Kosmos als auch in dem Leben dort, von wo ihr gekommen seid, lenkt. Euch wird die vierte Kraft nicht irdischer Herkunft zur Verfügung gestellt. Sie ist wie eine Mauer ‒ ohne Anfang und ohne Ende. Niemand ist fähig sie zu bezwingen. Ihr werdet sie brauchen, wenn es darauf ankommt, etwas einzugrenzen, einzuschränken.

Nehmt diese Kraft für gute, vernünftige Absichten her und vergesst nicht, dass die Kraft, die euch gegeben wurde, an jener Stelle, von der ihr gekommen seid, um ein Vielfaches zunehmen wird.

Vergesst bei der Anwendung der Kraft und der Fähigkeiten, mit denen ihr ausgestattet wurdet, nicht, dass ihr dabei niemals alleine seid. Hinter euch steht Gott. Und jene Kräfte, die sich euch entgegenstellen, stammen von einem verirrten Wesen, das versucht sich dem Zorn des Schöpfers entgegenzusetzen.

Sie sollen eure Größe erkennen und euch von da an dienen. Wie es auch in der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft vorbestimmt war. Bewahre euch Gott und die ganze himmlische Kraft!“

 

Das war alles. Der Bildschirm ist erloschen und verschwand. Wir sind in der Unendlichkeit des Kosmos ganz alleine. Wohin sollen wir reiten?

Plötzlich kommt uns von weitem ein Wagen, der von drei Schimmeln gezogen wird, entgegen. Er glänzt. Er wird von einem riesigen bärtigen Mann gelenkt. Er hat eine große Ähnlichkeit mit dem, den man auf Heiligenbildern sieht - Gott.

„Was, habt ihr euch verirrt?“, donnert eine rollende, betäubende Stimme durch den ganzen Kosmos.

„Vater! Hilf uns die Erde zu finden!“, flehen wir.

Er lacht. Der Wagen wird gewendet.

„Hakt euch hinten ein!“

Igor hält sich mit der Hand an dem goldenen Wagen fest. Sie rauscht durch die Unendlichkeit. Wir sind an der Sonne vorbeigeflogen.

„Da ist unsere Erde.“

Gott der Vater wirft einen Blitz nach ihr.

„Wir danken dir, Gott.“

„Ich werde auch Vater genannt“, lacht er.

„Wir danken dir, Vater.“

„Also, endlich habt ihr es begriffen.“

„Können wir dich berühren?“

„Nein. Sonst werdet ihr verbrennen.“

Der Wagen wird gewendet und irgendwohin in die Tiefe der Galaxis fortgetragen.

Wir betreten die Niveaustufen. Das war’s, wir sind wieder auf der Erde. Grigori Grabovoi sieht uns mit verwundertem Blick an.

„Wisst ihr, wer das war?“

Igor und ich schauen uns an.

„Der Schöpfer“, und fügt etwas bekümmert hinzu, „ mit euch wird es wohl nie langweilig. Ich sehe so etwas selbst zum ersten Mal, dass der Schöpfer höchstpersönlich jemanden im Kosmos begleitet.“

 

* * *

 

Igor und mir ging alles auf einmal viel leichter von der Hand als früher. Wir gelangen jetzt schneller auf die richtige Ebene, können  Krankheiten besser diagnostizieren und heilen - bei uns selbst und bei anderen. Wenn wir etwas nicht wissen, wenden wir uns sofort an Grigori Grabovoi. Er hat auf der zweiten Niveaustufe links, sein eigenes Haus – einen kleinen Palast mit Pfauen im Hof. Auch Igor und ich fingen an über etwas Ähnliches nachzudenken. Aber bis jetzt können wir uns nicht so recht entscheiden.

Die Arbeit im Zentrum läuft ohne besondere Vorkommnisse. Es kommen Menschen. Aber hauptsächlich sehr arme, die weder für die Ausbildung noch für die Behandlung bezahlen können. Wir schicken sie trotzdem nicht weg. Wir brauchen die Bestätigung des Erfolges unserer Handlung. Und jede komplizierte Erkrankung, die wir mit Hilfe der uns gegebenen Techniken bewältigen können, ist ein großes Fest für uns. Es kommen Menschen mit Diabetes zu uns und bekommen die erwartete Hilfe. Es kommen Menschen mit Krebs - und es zeigt sich, dass auch der Krebs gezwungen ist zurückzuweichen.

Manchmal sehen wir in der Aura des Menschen eine deutliche Anwesenheit fremder Wesen. Das sind Dämonen, wie man sie im Volksmund nennt. Wir können sie entfernen, aber zuerst schicken wir den Menschen in der Regel in das Sergius-Dreifaltigkeits-Kloster zu Vater Germann. Der Sünder soll verstehen, dass nicht alles im Leben so einfach ist, dass der Tag kommt, an dem abgerechnet wird. Vater Germann wäscht ihnen den Kopf. Er ist ein strenger Priester und wir haben eine besondere Beziehung zu ihm. Als die heilige Armee, die uns vorgestellt wurde,  an uns vorübergegangen ist, haben wir ihn unter den Segnenden gesehen. Wenn Gott selbst ihn in seine Welt, in sein Reich lässt, so bedeutet es, dass er jemand ist, dem man vertrauen kann. Wir konnten bei seinem Gottesdienst schon oft beobachten, wie aus den Menschen energetisch-informative Geschöpfe der dunklen Welt, also Teufel, hinausgefahren sind. Manchmal drangen sie sofort in  jemand anderen ein, der in der Nähe stand. Aber normalerweise wurden sie nach oben, in den steigenden energetischen Strom unter der Kuppel der Kirche fortgezogen, sie quälten sich im Heiligen Geist, wurden deformiert, lösten sich auf und verdunsteten in der Höhe.

Wir gerieten in die Versuchung uns Vater Germann erkennen zu geben, aber wir konnten ihr widerstehen. Er hat ja keinen Zugriff auf den Bildschirm des inneren Sehens und kann selbst nicht wissen, dass er Gott nahesteht. Das Wissen und die Fähigkeit Teufel auszutreiben, bekam er über die Intuition. Deshalb waren wir bei ihm, wie auch die anderen Laien, um sich nach stundenlangem Knien den priesterlichen Segen abzuholen. Und anderen empfahlen wir, das bei erstbester Gelegenheit auch zu tun.

Als wir einmal von einem anstrengenden Gottesdienst von Vater Germann zurückkamen, haben Igor und ich uns an unseren früher einmal geschlagenen Gegner, Lapschin, erinnert.

Es war Mitte Mai. Die Tage waren warm, sonnig und lang. Wir setzten uns wieder in mein Kabinett unter die Kuppel, wo wir eine energetische Säule haben, ähnlich der in der Kirche bei Vater Germann. Dank dieser Säule brauchten wir nur zu wünschen und waren bereits im immateriellen Raum und bereit für die Arbeit.

Und irgendwo in Moskau ist unser Freund Lapschin. Ah ja, hier ist er! Er geht hin und her in seinem Büro. Der Tisch befindet sich hinter dem Fenster. Er ist aus Feodossija zurückgekommen. Wir spulen den Film zurück. Was hat er dort gemacht? War auf dem Friedhof. Hat Blumen gebracht. Ein großes Grab, eine Bank, er setzt sich. Baut mit der dritten Niveaustufe eine Verbindung auf. Rechts steht jemand von seinen Verwandten. Sein Vater. Der beschimpft ihn. Lapschin hört ihn nicht. Von links gesehen ist er ein halber Vogel, hinten hat er einen Schwanz. Um ihn herum sind viele Tote. Für sie ist er der Hoffnungsträger, ein Retter, es gibt Tausende von ihnen. Sie geben ihm ihre Energie. Sie sagen ihm, dass er unbesiegbar sei. 

Wir reisen zu ihm und setzen uns neben ihn. Unter uns ist alles schwarz. Der Kanal hat sich geöffnet. Wir fliegen durch ihn hindurch. Die erste, zweite, dritte Niveaustufe. Tore! Sie öffnen sich. Skelette in schwarzen Kitteln. Sie bilden eine dunkle Kugel. Lapschin treibt sie sich in die Brust. Auch er trägt eine Rüstung. Der Säbel oder das Schwert hängt aus irgendeinem Grund rechts. Einen Kettenpanzer hat er jetzt auch. Und einen Schild, genauso wie bei uns. Nur ist alles dunkel. Auf dem Schild erscheinen abwechselnd - mal ein Vogel, mal der Teufel. In der Mitte des Schildes ist ein Stein angebracht. Der Speer ist lang und vollkommen analog zu unserem, nur schwarz. Die Wahrheit ist nur äußerlich. Sein Wesen ist anders - der Vogel ist dazu da, um zu entkommen, der Teufel, um zu kämpfen. Man bereitet ihn auf uns vor. Sie haben den Prototyp des Schwarzen Ritters geschaffen. Diese Ausrüstung ist gerade erst erschienen. Sie verleiht ihm mehr Möglichkeiten.

Rechts von ihm steht sein Vater - nicht groß, mager, graues Haar. Er sagt: Haltet ihn auf, unsere Nachfahren werden unter seine Taten leiden müssen. Der Vater hat normale Gedanken, der Sohn nicht. Der denkt nur, wie er sich die Welt unter den Nagel reißen kann.

Ihn stören solche Zentren wie unseres, andere Schulen, andere Akademien. Wir sind für ihn gefährlich, andere, nichtorganisierte Extrasensen beunruhigen ihn nicht. Lapschin wendet Hypnose an. Wir haben ihm einen Spiegel aufgestellt. Er sieht hinein und spiegelt sich darin wider. Jedoch weiß er von uns und ist zu allem bereit. Überhaupt hat er ein hundertprozentiges Selbstbewusstsein.

Wieso arbeitet sein System unabhängig?

 

Lapschin strengt sich anscheinend nicht an und den Menschen geht es trotzdem schlecht! Man muss herausfinden, wo der Faden von ihm hinführt. Wir sehen es. Zu einer schwarzen Pyramide aus Kugeln. Von ihr laufen die Fäden zu denjenigen, denen er schaden will. Alles läuft völlig automatisch ab. Was für ein durchtriebenes Geschäft! Wenn man dasselbe gegen ihn versuchen würde? Auf uns drückt eine schwarze Pyramide, so wird auf ihn also eine helle drücken.

Wir schaffen über der dritten Niveaustufe eine Pyramide aus goldenen Kugeln und speisen sie mit der Energie des Heiligen Georg. Wir zielen auf Lapschin. Ja! Der hat sich gut vorbereitet! Sofort erscheint um ihn herum ein Schutz in Form eines Kubus. Wie sollen wir ihn erreichen? Wir schlagen ihn mit dem Speer. Es kommen drei Vögel. Sollen wir sie verfolgen oder nicht? Er hat uns schon mal auf diese Weise ausgetrickst. Als wir mit dem Hologramm-Wolf gekämpft haben, ist er auf das dritte Niveau ausgewichen. Jetzt wird er nicht entkommen können. Selbst die Vögel nicht - die goldene Pyramide ist im Weg. Die Toten auf der linken Seite ärgern sich, schimpfen. Aber was hat es für einen Sinn zu schimpfen?

Man muss sich daran erinnern, wie es in den Märchen zugeht. Nicht umsonst las Lapschin in letzter Zeit Märchen. Die Pfeile für Aasgeier verschwenden? Wird nicht passieren! Wir lassen lieber unser geliebtes Vögelchen, den zweiköpfigen Adler auf ihn los.

Wir erschaffen ihn mit dem Strahl und beleben ihn. Das war’s schon, der mächtige Adler ist fertig und bereits in der Luft. Er lässt die Vögel links liegen. Das bedeutet also, dass sie wirklich nicht echt waren!  Wieder ein Täuschungsmanöver. Das macht man nicht…

Unser Adler ist nach unten, in das Büro von Lapschin geflogen. Und dort hat sich ein seltsamer Würfel in der Mitte des Zimmers gebildet. Hier steck er also. Wir bitten den zweiköpfigen Vogel, zur Seite zu treten, und hauen mit ganzer Wucht mit dem Knüppel auf den Würfel, von dem selbst Berge zerspringen, und so zerspringt auch der Würfel. Lapschin ist mit seinem Kopf auf dem Tisch aufgeschlagen. Am Hinterkopf hat sich ein Luftwirbel gebildet. Der Computer hat hier seinen Ein- und Ausgang. Wir schrauben ihn gegen den Uhrzeigersinn ab. Er zieht sich zu einem Punkt zusammen, ist aber eine Sekunde später wieder wie früher, wiederhergestellt. Wir wiederholen es. Dasselbe Ergebnis! Wir kreisen die Stelle mit einem braunen Strahl ein und ziehen das dumme Bewusstsein aus dem kranken Kopf. Was für ein großes Loch da in seinem Kopf entstanden ist!

Aber die Natur erträgt bekanntermaßen keine Leere. Wir füllen die Leere mit guten Absichten, Barmherzigkeit und Bereitschaft kranken Menschen und Armen zu helfen. Wie lange das wohl hält? Seine alten Freunde und Herren werden wahrscheinlich schnell dahinterkommen, dass etwas nicht stimmt und konstruieren diesen guten Menschen ganz schnell wieder zu höllischem Dreck um. Vielleicht hat er ja ein oder zwei Wochen. Und wir können uns ein wenig von ihm erholen.

Am nächsten Tag planen wir ein Mädchen auf die höchste Niveaustufe zu heben, jenes Mädchen, das einmal beim Hexensabbat in Feodossija die ganze Vorstellung zerstört hat. Bei ihr arbeitet der Bildschirm des inneren Sehens gut, aber nur auf den unteren Stufen, so wie es Lapschin seinerzeit bestimmt hat. Sie hat Talent und es ist einfach der Wunsch da sie auf den hellen Weg zu Gott umzustellen. Auch deshalb, weil es ihr bestimmt war, das wichtige okkulte Mysterium Lapschins zu stören. Das einzige, was mich bei ihr stört, ist ihr übertriebenes Selbstbewusstsein und ihre Arroganz. Ich denke, wenn sie jemandem aus der göttlichen Hierarchie begegnet, es ihr helfen könnte sich im Leben zurechtzufinden.

Nun ist der langersehnte Augenblick da. Das junge Medium zieht eine dunkle Maske über die Augen, öffnet den Bildschirm. Wir versuchen sie auf das zehnte Niveau zu heben. Bei ihr läuft alles wunderbar. Es gibt keine Probleme mit dem Aufstieg. Sie trägt einen silbernen Anzug mit breiten Hosen. Mächtige Schuhe mit Flügelchen wie bei Hermes. Sie bewegt sich sehr schnell und frei im Raum. Auf dem Kopf trägt sie eine Binde wie bei japanischen Ninjas. 

Was für ein superfortgeschrittenes Kind!

Wir fliegen durch den zentralen Bardo-Kanal. Es gibt keine Schwierigkeiten. Das Mädchen fühlt sich hier wie ein Fisch im Wasser. Wir steigen nach oben hinauf.

Eine Fläche. Überall Nebel, keiner kommt zu unserer Begrüßung. Das Mädchen ist unten und wirkt unglaublich klein. Wir fragen, wie sie uns sieht.

„Ihr reicht mir nur bis zur Brust“, antwortet sie.

Etwas stimmt nicht – wir können aber nicht verstehen, was genau nicht stimmt.

Wir gehen die Treppe hoch. Wir sind ein wenig hinaufgestiegen und die Stufen sind verschwunden. Es herrscht eine völlige Leere. Es ist offensichtlich ein Hinweis darauf, dass wir umkehren müssen. Wir kehren zurück und schlagen einen anderen Weg ein. Der Teenager hat eine Schleife gezogen und ist auf die Ausgangsstelle zurückgekehrt.

Wir nehmen eine andere Treppe. Dort ist eine Pyramide, hinter ihr ein Berg. Zwei Greise. Sie sind sehr groß.

Wir fragen die Superwoman: „Siehst du sie?“

„Ja, ich sehe sie. Sie sind sehr klein“, antwortet sie. „Ich schaue auf sie herab.“

Die Greise wenden sich ab. Sie demonstrieren offenbar ihre Unlust, sich zu unterhalten.

Warum sieht sich das Mädchen selbst als so groß, dass sie auf alles herabsehen muss? Es scheint, dass in diesem Raum ihre ernsten persönlichen Probleme mit der Selbsteinschätzung auf eine solche allegorische Weise aufgezeigt werden. Die übertriebene Einschätzung ihres Selbst, ihrer Stellung im Leben… Wenn sie kein Kind gewesen wäre, wäre das Treffen viel problematischer verlaufen.

Doch das Mädchen verzagt nicht. Wendet sich einfach von den göttlichen Greisen ab und klettert leichtsinnig auf den Berg.

Den Weg versperren zwei Figuren - das Leben und der Tod. Sie sehen sie an, sie sieht sie an.

Meiner Meinung nach pfeift sie auf alles. Sie denkt einfach nur daran, wie sie dieses unerwartete Hindernis überwinden könnte. Sie kommt sich nach wie vor groß vor. Das Leben und der Tod wenden ihr den Rücken zu und demonstrieren so offenbar, wie sie zu dem unvernünftigen Mädchen stehen.

Sie will weitergehen. Ich protestiere. Das ist kein Zirkus und kein Zoo. Man muss das alles sehr ernst nehmen. Wir müssen gehen. Man will sie hier nicht sehen.

Und uns, den Erziehern, ist es auch eine gute Lehre. Natürlich öffnet sich der Bildschirm des inneren Sehens bei Kindern schneller als bei Erwachsenen, sie begreifen die Weisheiten der feinstofflichen Welt schneller. Doch auch Übermut aufgrund der Erfolge entsteht bei ihnen leicht. Sie entwickeln schnell einen Drang mit ihren ungewöhnlichen Fähigkeiten, dem Auserwähltsein zu prahlen! Das haben wir später auch bei einigen anderen Schülern bemerkt. Man sollte sie also öfter daran erinnern, dass sie diese Gabe wertschätzen sollen und nicht vergessen dürfen, dass sie diese Gabe nicht von Igor und mir bekommen haben, sondern von ganz oben. Nicht eitler Stolz darüber, wie großartig du bist, sollte im Herzen sein, sondern der Stolz auf jene Kräfte, die du repräsentierst.

 

 

* * *

 

Immer mehr Menschen hören von unseren ungewöhnlichen Möglichkeiten zu heilen. Fast jeden Tag kommen sie zu uns, mit der Bitte ihnen zu helfen. Die Komplexität der Erkrankungen wächst ebenfalls. Es ist eine Frau mit Brustkrebs gekommen. Ihr Name ist Tatjana Wladimirowna. Sie unterrichtet eine Fremdsprache am Gymnasium. Sie wurde von einem unserer Bekannten zu uns geschickt.

Was sollen wir machen? Wir hatten es noch nie mit Krebsgeschwüren im fortgeschrittenen Stadium zu tun. Des Weiteren bestand ihr Arzt auf einer sofortigen Operation. Der Röntgenapparat hat zahlreiche Metastasen in den Kanälen der Milchdrüsen gezeigt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie an unsere Hilfe glaubt und auch wieder nicht glaubt. Sie greift einfach danach, wie nach dem letzten Strohhalm. Diese Unbestimmtheit ihres Bewusstseins stört die Arbeit sehr.

Igor und ich schalten die innere Vision ein. Wir betrachten den Organismus von innen. Es ist kein fröhliches Bild: Es findet eine Verseuchung des Blutes statt und das Immunsystem wird unterdrückt.

Wir filtern das Blut. Das Blut zirkuliert, fließt durch die Nieren. In den Nieren gibt es viel Cortisol. Wir haben die Zellen eingesammelt, die nicht durch den Filter gelangt sind - sie sind wie Glassplitter. Wir lassen sie in die Harnblase fallen und filtern noch einmal und klären mit Hilfe der Nieren und der Harnblase. Und wiederholen das Ganze.

Die Verbindung geht vom Kopf bis zum Geschwür. Wir dringen zu den Zellen vor, in denen die Krankheit ausgebrochen  ist. Wir arbeiten mit den Metastasen. Die Flüssigkeit in den Zellen – ist die eines Toten. Sie zersetzt den Organismus an der Stelle des Geschwürs. Wir programmieren die Zellen positiv um. Die Metastasen schneiden wir auf der Ebene der Informationen ab und bringen sie in einer Schachtel unter - jetzt werden sie nicht mehr genährt, sie sind abgeschnitten. Und die ursprüngliche Zelle beginnt wie eine gesunde zu arbeiten. Sie hat ihr Gedächtnis zurückbekommen.

Das reicht für heute, mehr kann man in einer Sitzung nicht machen. Mit der Hauptgeschwulst werden wir das nächste Mal arbeiten.

Wir haben die Arbeit mit ihr beendet, wollten eben den Bildschirm des inneren Sehens ausschalten… Und plötzlich finden wir uns im Kosmos wieder. Es ist eine Kugel. Wir befinden uns innerhalb dieser Kugel, im Halbdunkel. Die Sonne hängt da. Wir lassen sie in uns hinein. Wir spielen mit ihr wie kleine Kinder. An den Wänden ist etwas geschrieben. Die Buchstaben sind uns unbekannt. Die innere Stimme sagt uns, dass der Text von der Schöpfung des Menschen handelt. Es wird präzisiert: von den Stufen der Evolution. Links sind die Tiere, rechts ist der Mensch. Ihre ganze Entwicklung. Danach der Mensch und die Technik.

Auf dem Boden gibt es eine Aufschrift und eine Vertiefung, innerhalb der Vertiefung ist ein Pentagramm. Das gleiche an der Decke. Es ist ein Stern - die Formel des Lebens. Man kann sie  mit den Strahlen und der Hand starten. Wir berühren ihn - er ist kalt und rutschig. Doch plötzlich entspringt ihm ein Energiestrom. Es bildet sich ein Regenbogen. Wir steigen zum Stern an der Decke hinauf. Wenn man ihn mit der linken Hand berührt, geht Wärme von ihm aus. Wenn man ihn mit der rechten Hand berührt, geht etwas Faszinierendes hinein. Wir stellen uns auf den Stern. Der Strahl geht durch uns hindurch. Wir haben keine besonderen Empfindungen. Aber der Strahl fließt. Vor uns erscheint das Porträt der Gottesmutter. Die Kugel beginnt sich zu drehen. Der Stern dreht sich zusammen mit uns. Wir dürfen uns nicht rühren. Wir müssen der Gottesmutter Achtung zeigen.

Aber etwas ist geschehen. Es schaukelt. In diesem Energiegeiser ist ein Mensch mit Flügeln erschienen, er geht auf uns zu. Es hat sich sofort alles verändert. Die Sonne, eine Taube, ein weißes Fenster ist erschienen. Es wird ein Bild gezeigt: Himmel, Weizen, ein Feld. Der Mensch mit den Flügeln steht uns gegenüber. Wir besinnen uns. Nebenan gibt es eine zweite Kugel. Wir müssen da hineingehen. In ihr laufen Teufel herum. Wir fürchten uns aber nicht. Eine junge Frau ist aufgetaucht – sie ist hübsch, aber sie verwandelt sich sofort in etwas Furchtbares. Überall sind Teufel, die springen und schreien.

 

An den Wänden stehen menschliche Sünden: Gier, Völlerei, Trunksucht, Hurerei, Neid, Verrat.

Vor dieser Wand sitzen vier riesige Teufel - die Monster der Menschen. Sie verkörpern die Gier, den Neid, die Hurerei, den Verrat.

„Was macht ihr mit den Menschen?“, fragen wir sie streng.

Sie fletschen die Zähne, lachen.

„Nun, was ihr seht, das machen wir auch.“

„Und warum?“

„Damit es Frieden auf der Erde gibt.“

„Kann es denn dadurch Frieden geben?“

„Was, meint ihr nicht?“

„Dient ihr dem Schöpfer?“

Sie lachen:

„Wir dienen dem Schöpfer, alle auf unsere eigene Art.“

Die Teufel nebenan ersticken vor Boshaftigkeit. Eine Schar kleiner Teufel will uns angreifen. Aber um uns herum erstrahlt ein Licht, das sie nicht überwinden können.

Wir gehen weg.

Noch eine Kugel. Das Haus der Heiligen. Man kann hineingehen. Dort ist es hell und es riecht gut. Es ist so, als würden von beiden Seiten Engel erscheinen. Sie haben Flügelchen. Heilige Frauen und Kinder laufen nackt herum. Es sieht aus wie ein Zimmer. Die einen fliegen, die anderen laufen, andere sitzen auf Wolken. Alle lächeln und sehen uns an. Wir spüren eine energetische Krafteinwirkung. Es ist ein heiliger Greis erschienen. Wir sind kleiner als sie. Jemand sagt:

„Ihr solltet euch daran erinnern, wer ihr seid.“

Wir strengen unser Gedächtnis an. Es erscheint eine Vision – ein Pferd mit einem Reiter. Auf dem Kopf - eine weiße Kugel. Mit einem Heiligenschein in der Mitte – etwas Weißes, ein Kreis, ein Regenbogen. Und Igor und ich sind wieder Pegasus und der Ritter.

Um uns herum verändert sich alles, die Natur, Flüsse, Meere, Berge, Wälder.

Wir fragen:

„Könnt ihr uns die Struktur des Heiligen Georg zeigen?“

 

Uns werden Gesichter gezeigt, alle haben einen Heiligenschein. Im Zentrum ist Jesus Christus. Eine Zeichnung: sechs männliche Energien und sechs weibliche Energien. Die Frau ist links, der Mann ist rechts. Es erscheinen Sternzeichen.

Jetzt ist der Kosmos Christus, das Pferd die Zeit, der Zugang zum Kosmos. Der Reiter ist die Gesellschaft. Es ist der letzte Teil der Spirale, die, nachdem sie den Raum durchdringt, befreit wird.

„Die Natur ist die Welt, die uns umgibt. Aber für euch ist es nicht die einzige Welt“,  lässt jemand Unsichtbares verlauten. „Nur wenige Auserwählte haben außer euch den Zugang bekommen.“

„Was sollen wir auf der Erde machen?“

„Die Aufgabe ist, zu heilen und das Vaterland zu schützen, den Menschen zu helfen. Ihr sammelt euch zu einer Kraft. Ihr werdet eure Individualität bewahren, aber auch zu einer Einheit werden.“

„Wo ist die Stelle, die die Kraft bewahrt?“, frage ich.

„Suche danach! Alles ist in der Macht Gottes, in deiner Macht“, antwortet der unsichtbare Gesprächspartner zweideutig.

Der Bildschirm ist verschwunden, wurde ausgeschaltet.

Wir kehren auf die Niveaus zurück.

Wir steigen über dem Platz hinauf. Haben uns entschieden ein wenig zu experimentieren. Graue Farbe. Wir zeichnen einen weißen Strich, er färbt sich schwarz und verschwindet.

Wir zeichnen ein Quadrat. Es wird wieder gelöscht. Stur zu bleiben, macht keinen Sinn. Wir sehen einen Eingang. Wir gehen hinein. Es ist ein Tunnel. Es gibt sechs Flächen. Wieder eiserne Türen, sehr stabil. Noch eine Fläche. Wir stellen uns darauf  - es fühlt sich an, als wäre es irgendein dünnes Material. Eine Art Folie. Sie trägt uns ohne Probleme. Da ist etwas um uns herum, aber es ist nur zum Teil sichtbar. Man braucht eine andere Sehkraft.  Wir sehen nur Bruchstückweise, mal ein Ohr, dann wieder ein Stück des Kleides. Jene, wem sie gehören, müssen riesig sein.

Wir sind noch höher gestiegen. Gelbe Farbe. Blaue Farbe. Wir zeichnen auf der blauen Fläche ein gelbes Quadrat. Es wurde real. Hat sich nach links gedreht, dann nach rechts und ist davongeflogen. Wir löschen es mit violetter Farbe.

Wir sind langsamer vorwärts gekommen. Jemand versucht uns zurück und nach unten zu stoßen. Doch wir brechen unseren eigensinnigen Weg nicht ab. Ein Platz. Igor hakt sich mit einer Hand an dem Rand ein, der so fein ist wie eine Schneide, mit der anderen zieht er mich am Sattel nach oben. Er ist so scharf, dass man sich schneiden könnte. Wir werden von oben niedergedrückt, man lässt uns nicht hinein. Igor hat sich mit dem Schild eingehakt, wir kommen sehr langsam voran. Wir werden mit etwas Weißem umrundet. Rechtzeitig, denn anders hätten wir die Hitze, die um uns herum herrscht, nicht ertragen können. Es ist immer noch kaum erträglich, wir sehen uns um. Überall Sternzeichen. Zwölf Stück. Mal haben wir Sicht, dann wieder nicht. Es ist sehr schwierig etwas im Detail zu sehen.

Oben ist ein roter Kreis. Mit einem Strahl schneiden wir ein Loch hinein. In dem roten Kreis entsteht ein schwarzes Loch und zieht sich zusammen. Wir zeichnen eine grüne Kugel - sie bringt Bäume und Tiere hervor.

 

Wir steigen noch höher hinauf. Der Kreis ist in der Nähe. Die Ebene ist weiß und es sind wieder Sternzeichen zu sehen. Dort leuchtet alles golden. Wir kriechen nach oben und werden von dort wie von der Sonne geblendet. Ein Druck wird spürbar und wir hängen in der Luft. Wir schaffen es nicht auf den Platz zu kommen. Goldenes Eis hat sich gebildet. Wir müssen gehen, es scheint, dass wir hier vorerst nicht erwünscht sind.

Wir bitten um Entschuldigung für die Hartnäckigkeit, dass wir ohne Einladung hochgeklettert sind.

„Ihr seid nicht geklettert, ihr wurdet geführt“, wird aus dem Kosmos geantwortet.

„Aber wieso gab es einen Widerstand?“

„Was habt ihr denn erwartet? Ihr habt euch doch entschieden, ein bisschen zu trainieren. Das habt ihr getan. Und wieso nicht bis zum Ende?“

„Wir wollten  nicht unhöflich sein“, antworte ich schüchtern für uns beide.

„Ja, ja wir haben eure Höflichkeit gesehen.“

„Wir haben ja nur trainiert“, rechtfertigen wir uns.

„Ja, schon gut“, stimmen sie zu. „Geht mit Gott.“

  Wir finden den Ausgang, steigen herab und fliegen davon. Der Weltraum, die Sterne, und da ist auch der Kanal. Die Milchstraße befindet sich unter den Hufen des Pferdes. Wir sehen die Erde. Wir landen auf dem Platz. Unten werden wir von vierundzwanzig Greisen erwartet. Wieder bitten wir um Entschuldigung für unsere Hartnäckigkeit.

„Das ist keine Hartnäckigkeit, sondern der Wille“, trösten sie uns.

Wir steigen auf die Erde hinunter.

Jetzt wissen wir: Der Heilige Georg ist der Verteidiger der russischen Erde. Es ist das System des lebendigen Gottes. Die zweite Ankunft Christi.

Wer sind wir in diesem System? Jene die handeln, oder durch die gehandelt wird?

Fragen über Fragen.

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